So., 13.01.2019

Reiten: K+K-Cup Wachwechsel vollzogen – Schonebeck triumphiert bei der Bauernolympiade

Auf die Traumkür folgte ein Traumspringen – und der erste Sieg: Der RV Nienberge-Schonebeck mit (v.l.) Emma Haverkamp, Melanie Geßmann, Angelika Geßmann, Tim Scheunemann, Maya Wilhelmer, Jennifer Rotert, Theresa Brinkmann, Vanessa Eisen und Marie Krimpmann gewinnt die Bauernolympiade.

Auf die Traumkür folgte ein Traumspringen – und der erste Sieg: Der RV Nienberge-Schonebeck mit (v.l.) Emma Haverkamp, Melanie Geßmann, Angelika Geßmann, Tim Scheunemann, Maya Wilhelmer, Jennifer Rotert, Theresa Brinkmann, Vanessa Eisen und Marie Krimpmann gewinnt die Bauernolympiade. Foto: Jürgen Peperhowe

Münster - 

Jetzt ist es passiert: Seit 2012 war der RV Gustav Rau Westbevern im Wettkampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster ungeschlagen. Nun aber hat es den Rekordchampion erwischt. Der RV Nienberge-Schonebeck triumphierte erstmals und zeigte dabei im dramatischen Finale keine Nerven.

Von Henner Henning

Um kurz nach 13 Uhr stand es fest: Erstmals seit sieben Jahren ist der Sieger im Wettkampf um die Wanderstandarte der Stadt Münster nicht der RV Gustav Rau Westbevern. Es blieb die bis zum letzten Sprung spannende Frage, wer Nachfolger des zuletzt sieben Mal erfolgreichen Rekordchampions antritt. Und es ist der RV Nienberge-Schonebeck, der nach drei Vizetiteln erstmals in seiner noch jungen Vereinsgeschichte die Bauernolympiade gewann – knapp vor dem RV St. Georg Saerbeck, der noch vor Westbevern Zweiter wurde.

Es war ein dramatisches Finale, das sich das Top-Trio im abschließenden Springen lieferte. Ehe die Entscheidung um den Sieg fiel, hatte sich das Feld einmal bunt durchgemischt. Der ZRFV Appelhülsen und der RV Greven machten jeweils vier Plätze gut und landeten damit hinter dem RV Münster-Sprakel, der wie im Vorjahr Vierter wurde, auf den Rängen fünf und sechs. Zu den Verlierern im Parcours zählten der RV Roxel (von fünf auf acht) und der RFV Havixbeck-Hohenholte, der noch vom siebten auf den letzten Platz abrutschte.

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Bis zu Westbeverns Equipe war es keinem Team geglückt, vier Nullrunden durchzubringen. Dem Seriensieger aber glückte dies. Karin Schulze Topphoff, die mit Riviera Maya die Einzelwertung gewann, Marie Dartmann, Nina Stegemann und Annika Schnüpke blieben fehlerfrei und schoben damit galant den Druck weiter. Zunächst an Saerbeck. Unterstützt durch die erfahrene Springreiter Nicole Persson beschenkte sich Paulina Börgel mit einer sauberen Runde selbst, ihre Schwester Josefine Börgel, Lisa Mertens und Jörg Willermann legten nach. Zwei Dinge standen damit fest: Der Wachwechsel war vollzogen und Schonebeck musste ebenfalls vier Nuller ins Ziel bringen.

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Die Nervosität im Nienberger Anhang wuchs von Sekunde zu Sekunde, so feste wurden wohl selten die Daumen gedrückt. Nur gut, dass die Schützlinge von Angelika Geßmann cool blieben – oder sich zumindest die Aufgeregtheit nicht anmerken ließen. Jennifer Rotert und Marie Krimpmann ebneten den Weg zum Premierensieg, von dem Schonebeck nach den beiden Vierer-Ritten von Debütantin Maya Wilhelmer und Vanessa Eisen noch einmal eine kleine Biegung machte.

Letztlich aber führte er ans Ziel. Melanie Geßmann als Einzelsiegerin 2018 besorgte Tim Scheunemann den Matchball, den der Hahn im Nienberger Korb im Sattel von Rial nutzte. „Ich habe versucht, mein Programm abzuspulen. Das hat geklappt, es war eine coole Runde“, meinte „der Held“, wie Andreas Geßmann ihm auf dem Abreiteplatz zurief.

Es begann die Gratulationskur. Jeder herzte jeden, einige Tränen flossen, und auch die Konkurrenz sprach fair und herzlich die Glückwünsche aus. „Es war ein toller Wettkampf. Wir haben alles getan und sind super happy und zufrieden“, sagte Saerbecks Mannschaftsführerin Melanie Ottmann. „Bei uns ist keiner traurig, auch wir werden feiern.“

Das tat auch Schonebeck – und zwar direkt im Anschluss. „Ich war ganz schön nervös und musste einige Male durchatmen. Aber jetzt ist es ein tolles Gefühl“, sagte Angelika Geßmann. Die Party war da längst eröffnet, Schonebecks Sause hatte begonnen.



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