Handball: WM
Westfalia und Nullacht fiebern zwischen den Trainingseinheiten mit

Münster -

Deutschland im Handballfieber – doch wie gehen die Vereine mit dem aktuellen Hype um. Die beiden besten Herren-Mannschaften in Münster verschieben schon mal eine Trainingseinheit, aber nur wenn es um etwas geht. Glück haben der SC Münster 08 und Westfalia Kinderhaus, dass sie Sonntag nicht spielen.

Dienstag, 22.01.2019, 18:44 Uhr
Sebastian Dreiszis.
Sebastian Dreiszis. Foto: Johannes Oetz

Der Preis ist heiß: Die Großmutter von Max Scholz-Sadebeck hat bei einem Gewinnspiel gewonnen – und aus gegebenem Anlass sofort an ihren Enkel gedacht. Der spielt Handball beim Landesligisten Westfalia Kinderhaus und hätte möglicherweise Verwendung für eine Dauerkarte für alle deutschen WM-Spiele inklusive Hotelübernachtungen. Und tatsächlich: Max überlegte nicht lange – und fehlt in diesen Tagen erstens seinem Team und zweitens absolut entschuldigt. „Das ist ein riesen Ding, natürlich musste er das machen“, sagt Trainer Sebastian Dreiszis und freut sich mit seinem jungen Spieler. Auch der Rest der Mannschaft fiebert mit der deutschen Nationalmannschaft – wenn auch aus der Ferne. In der vergangenen spielfeien Woche wurde das Dienstagstraining für die Partie Deutschland gegen Frankreich ersatzlos gestrichen, die deutsche Kür zwei Tage später gegen Serbien verpasste das Team und trainierte. „Da war die Sache ja schon entschieden.“ In dieser Woche fügen sich die Spiele am Montag, Mittwoch und Freitag punktgenau mit den Trainingseinheiten am Dienstag und Donnerstag zu einer perfekten Handball­woche. Am Samstag spielt die Westfalia dann um Landesliga-Punkte gegen Vorwärts Gronau, Sonntag wird Deutschland Weltmeister. Auch Ligakonkurrent SC Münster 08 verfolgt das deutsche Handball-Schicksal mit größtem Interesse, die letzte Hauptrundenpartie gegen Spanien (Mittwoch 20.30 Uhr) wird allerdings nicht als Entschuldigung für das Fehlen bei einer Einheit anerkannt. „Da geht das Training vor“, so Trainer Björn Hartwig, der sein Team auf das wichtige Meisterschaftsspiel am Samstag in Hesselteich vorbereiten will. Auch die Nullachter haben am Sonntag frei, wenn im dänischen Herning das WM-Finale angepfiffen wird. Beide Trainer sind sich einig, dass die DHB-Formation derzeit beste Unterhaltung liefert: „Das ist großartig – und das hatte ich so nicht erwartet“, sagt Hartwig. „Für die Mannschaft ist das jetzt schon ein Erfolg, ich bin gespannt, wohin die Reise noch geht“, ergänzt Dreiszis. Bei beiden Clubs ergänzen sich derzeit großer und kleiner Handball aufs Beste – nicht so wie bei den Liga-Konkurrenten aus Ladbergen, Werther, Brockhagen und Vreden. Ihre Spiele werden laut offizieller Ansetzung am Sonntag um 18 Uhr angepfiffen – zur Halbzeit des WM-Finales.

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