Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Rückkehr zum eigenen Publikum für die WWU Baskets gegen Wolfenbüttel

Münster -

Die Favoritenrolle hat ein Aufsteiger selten inne. Die WWU Baskets Münster waren ja auch lange ein Underdog. Dieses Image lässt sich vor dem Heimspiel gegen die Herzöge Wolfenbüttel kaum aufrechterhalten. Der Gast ist sieben Mal sieglos, der Hausherr Tabellenführer – aber das Hinspiel ging verloren.

Freitag, 08.02.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 08.02.2019, 16:46 Uhr
Malcolm Delpeche lässt sich nie hängen: Der Baskets-Akteur wurde zum „Spieler der Woche“ gewählt.
Malcolm Delpeche lässt sich nie hängen: Der Baskets-Akteur wurde zum „Spieler der Woche“ gewählt. Foto: Peter Leßmann

Zu Hause ist es doch am schönsten: Die WWU Baskets freuen sich auf die Rückkehr in die gute Stube. „Nach der Osttingelei und zwei Spielen mit der Atmosphäre gegen uns, sind wir alle total glücklich, endlich wieder am Berg Fidel spielen zu dürfen“, sagt Philipp Kappenstein, der die „Osttingelei“ mit den beiden hart umkämpften Sonntagssiegen in Dresden und Leipzig dennoch in bester Erinnerung behält. Mit der optimalen Punkt-Ausbeute haben die Münsteraner in der Fremde ihre Tabellenführung verteidigt und sich für die bevorstehende Zuteilung der Playoff-Plätze bestens positioniert.

„Und jetzt gehen wir erstmals in eigener Halle als Tabellenführer in die Partie“, hat Kappenstein einen zusätzlichen Anreiz für das Heimspiel gegen die Herzöge Wolfenbüttel ausgemacht – obwohl es definitiv keiner weiteren Motivationsstütze bedürfte. „Im Moment werden wir auch von der Euphorie getragen“, lässt der Trainer seine Jungs an der langen Leine von Sieg zu Sieg eilen.

Druck ob des Wandels vom frechen Aufsteiger zum gejagten Spitzenreiter verspürt Kappenstein nicht. Im Gegenteil: „Wir haben unsere Ziele klar artikuliert und sind absolut im Soll, da haben andere Mannschaften deutlich mehr Druck, die ihren eigenen Vorgaben noch hinterherlaufen.“

Eine dieser Truppen ist am Samstag (19.30 Uhr) zu Gast in Münster. Sieben Spiele hat Wolfenbüttel in Folge verloren – in Niedersachsen ist der Abstiegskampf eingeläutet. Was die Aufgabe für die WWU Baskets allerdings auch nicht einfacher macht: „Es ist eine sehr talentierte Mannschaft, sie steht gerade mit dem Rücken zur Wand und wird alles raushauen, was sie kann.“ Und genau das machen die Baskets aktuell nicht mehr – zumindest nicht auf Biegen und Brechen. Am Samstag verordnet Kappenstein beispielsweise Marco Porcher eine Erholungspause, damit der Spanier seine Köchelverletzung auskurieren kann. „Bei einem entscheidenden Playoff-Spiel hätte ich ihn wahrscheinlich eingesetzt“, sagt Kappenstein – aktuell sind allerdings Augenmaß und Weitsicht gefragt.

Auszeichnung für Delpeche

Malcolm Delpeche ist in der Nordgruppe der 2. Bundesliga Pro B zum „Spieler der Woche“ gewählt worden. Die 25 Punkte und zehn Rebounds des Münsteraners beim 75:67-Erfolg in Dresden waren am 19. Spieltag mit Abstand die bemerkenswertesten Einträge in den Spielstatistiken. „Inzwischen tauchen wir auch immer häufiger in den Einzelwertungen auf“, freut sich Trainer Philipp Kappenstein über die Prominenz seiner Leistungsträger. Eine Woche vor Delpeche sammelte Jan König nach seiner Galavorstellung bei den BSW Sixers (33 Punkte) die meisten Stimmen, zum „Spieler des Monats“ Januar wurde Jojo Cooper gewählt. Doch die eigentliche Stärke der Baskets liegt vielmehr darin, dass die Leistungsträger eben nicht auf dem Radar der Konkurrenz stehen. In der ligaweiten Scorerliste findet sich Cooper als bester Münsteraner mit 13,4 Punkten im Schnitt erst auf Rang 45 wieder. Jan König (13/Platz 49), Malcolm Delpeche (11,6/68), Stefan Weß (8,4/126) und Andrej König sowie Marco Porcher (je 7,2 auf Rang 146) folgen noch dahinter– aber jeder von ihnen kann ein Spiel entscheiden.

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Die beste Ausgangsposition für die Playoffs ist die eine, eine fitte Truppe im Saisonfinale die andere Sache. Dazu passt, dass Kappenstein seinen Spielern unter der Woche einen außerplanmäßigen freien Tag gegönnt hat. Am Mittwoch wurde nicht trainiert, und am Donnerstag „haben sich dann alle gleich wieder viel frischer präsentiert.“

Frisch genug allemal für die nächste Samstagsparty am Berg Fidel, wo die Wolfenbütteler Herzöge von den münsterischen Königen – vornämlich Jan und Andrej – gemäß des gängigen Adelsprotokolls in die Schranken verwiesen werden sollen. Im Hinspiel hatten die Norddeutschen noch eine kleine Palastrevolution angezettelt und die Baskets mit 81:72 geschlagen nach Hause geschickt. Kappenstein erinnert sich mit Grausen: „Unser schwächstes Saisonspiel.“ Das soll am Samstag komplett anders aussehen – zumal der Gast als letzter verbliebener Ligakonkurrent noch auf der „Zu-erledigen-Liste“ steht. „Gegen alle anderen Mannschaften haben wir schon gewonnen“, sagt Kappenstein – am Samstag ist also Wolfenbüttel dran. Natürlich zu Hause, denn da ist es bekanntlich doch am schönsten.

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