Fußball: 3. Liga
Preußen Münster vom Nachbarn aus Lotte abgekocht

Lotte -

Geht es noch einmal voran bei den Preußen? Diese Hoffnung weckte zumindest der 2:0-Erfolg vor zehn Tagen gegen den 1. FC Kaiserslautern. Die 0:1-Schlappe am Montagabend bei den Sportfreunden Lotte gibt die Antwort: Wohl nicht.

Montag, 11.02.2019, 20:58 Uhr aktualisiert: 12.02.2019, 10:08 Uhr
Hier passiert es: Toni Jovic lupft das Leder über Preußen-Keeper Maximilian Schulze Niehues hinweg zum Tor des Tages. Sandrino Braun verfolgt es mit Entsetzen, von ihm kam die Vorlage.
Hier passiert es: Toni Jovic lupft das Leder über Preußen-Keeper Maximilian Schulze Niehues hinweg zum Tor des Tages. Sandrino Braun verfolgt es mit Entsetzen, von ihm kam die Vorlage. Foto: Jürgen Peperhowe

Mehr als 82 Minuten rannte Preußen Münster am Montagabend bei den Sportfreunden Lotte an. Allerdings ohne eine echte Idee, wie der frühe Rückstand irgendwie noch auszugleichen wäre. Diese Flutlichtpartie wurde zur schmerzhaften Erfahrung. Fast mit Ankündigung nach diesem schnellen Blackout in der Anfangsphase. Durch das 0:1 (0:1) festigten die Adlerträger ihren Platz im Niemandsland. Was okay ist, aber auch jegliche Träumerei verbietet.

Schwerer Weg nach dem 0:1

Trainer Marco Antwerpen war dennoch bedient: „Wir hatten in der ersten Halbzeit viel zu wenig Durchschlagskraft und danach gar keine mehr.“ Damit war schon alles gesagt. „Natürlich hat der Gegner sehr gut verteidigt, war extrem defensiv eingestellt, aber wir hatten die Spieler auch auf diese Art und Weise hingewiesen. Es war klar, dass der Weg zurück für uns nach dem 0:1 schwer wird.“ Abwehrchef Ole Kittner sagte: „Wir hatten fast nur Halbchancen. Ab und an ging noch mal was bei Standards. Doch genau deshalb wollten wir solche Fehler wie beim Treffer ja eigentlich vermeiden.“

Sportfreunde Lotte - SC Preußen Münster

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  • Enttäuschung nach Spielschluss

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Braun, Scherder, Schulze Niehues, Müller und Kettner

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  • Kobylanski

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  • Nils Drube und Marco Antwerpen

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  • Antwerpen

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  • Scherder gegen Drinkuth

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  • Nils Drube

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Scherder gegen Drinkuth

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  • Antwerpen

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  • Pires gegen Al-Hazaimeh und Toni Jovic

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  • Akono gegen Matthias Rahn

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  • Schulze Niehues

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  • Nils Drube

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  • Scherder gegen Toni Jovic und Gerrit Wegkamp

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  • Akono gegen Matthias Rahn

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • 1:0 durch Jovic gegen TW Schulze-Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Kittner gegen Gerrit Wegkamp

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  • 1:0 durch Jovic gegen TW Schulze-Niehues

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sportfreunde Lotte - SC Preußen Münster Foto: Jürgen Peperhowe
  • Dadashov gegen Al-Hazaimeh

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  • Dadshov gegen John Adam Straith

    Foto: Jürgen Peperhowe

Münsters erstes Gegentor 2019

Schon die erste Chance gehörte den Hausherren, als Jeron Al-Hazaimeh seinem Ex-Kollegen Sandrino Braun davonlief, den Querpass verwertete Maximilian Oesterhelweg aber nicht, da Simon Scherder im letzten Moment blockte (5.). Braun war auch beteiligt, als Toni Jovic drei Minuten später plötzlich freie Bahn hatte, er machte die Szene mit einem missglückten Klärungsversuch noch schärfer. Den langen Ball von Matthias Rahn hatte zuvor Gerrik Wegkamp im Kopfballduell mit Kittner verlängert, was seinen Kollegen wohl überraschte.

Lottes neuer Angreifer blieb vor Max Schulze Niehues, der einen Tick zu spät kam und dann zurückziehen musste, cool und chippt die Kugel in Netz (8.). Münsters erstes Gegentor 2019. Die Rollen waren demnach schnell verteilt. Die Sportfreunde formierten sich tief, die Preußen mussten sich was einfallen lassen. Ein Freistoß von Martin Kobylanski ging knapp vorbei (18.). Doch das war’s fast. Nur einmal kamen Rufat Dadashov und Akono vor der Pause noch in die gefährliche Zone, auch das wirkte zu umständlich (44.).

Ratlose Preußen

Wagten sich die Hausherren mal nach vorn, wurde es wiederum brenzlig. Al-Hazaimehs Flanke köpfte Gerrit Wegkamp nur hauchdünn am langen Pfosten vorbei (26.). Es war halt wie so oft in Lotte. Rückstand und ein Gegner, der den Rasen umpflügt und dazu sehr diszipliniert verschiebt – das behagt keinem. Selbst als SFL-Kapitän Adam Straith minutenlang mit blutender Lippe draußen behandelt wurde, fiel dem SCP nichts ein.

Lottes Überlegenheit in Sachen Tempo und Zweikampfhärte kam nach der Halbzeit noch merklicher zum Tragen. Paterson Chato gab einen Schuss ab (49.), Jovic kam brandgefährlich nach einer Wegkamp-Flanke zum Abschluss (53.), da lag Fabian Menig gerade verletzt am Boden. Münster hatte Probleme im Zentrum, wo oft Unterzahl herrschte und auch die körperliche Präsenz fehlte. Kobylanski fiel zumindest per Freistoß ans Außennetz auf (59.).

Einzelkritik: Sportfreunde Lotte - SC Preußen Münster

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  • Tormann Max Schulze Niehues, Note 3, vielleicht nicht ganz schuldlos am 0:1. Hatte ansonsten vor der Pause nicht viel zu tun. Auch nach dem Wechsel war der SCP-Schlussmann immer auf der Höhe, hatte aber kaum Möglichkeiten, sich auszuzeichnen.

    Foto: WN, SCP
  • Innenverteidiger Sandrino Braun, Note 5, wackelte einige Mal bedenklich, hatte viele Probleme, verschuldete das 0:1. Wackelte dann weiter, weil er ein klares Tempodefizit gegenüber Toni Jovic hatte.

    Foto: WN, SCP
  • Innenverteidiger Ole Kittner, Note 3,5, machte sein Ding ohne viel Aufhebens. Vielleicht war er auch beim 0:1 beteiligt, weil er im Vorfeld ein Kopfballduell nicht gewann. Alle Preußen mit seinem Defensiveinsatz, und das Spiel wäre vielleicht nicht verloren gegangen.

    Foto: WN, SCP
  • Innenverteidiger Simon Scherder, Note 3, spielte solide und räumte in seinem Bereich konsequent auf. Hatte kurz vor dem Ende die Chance zum Ausgleich, einer der Besseren beim SCP.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Fabian Menig, Note 3,5, mühte sich wie immer redlich. Eigentlich passte die intensive Partie zu seinem Spielstil, hatte aber zu wenig konsequente Mitstreiter an seiner Seite.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Kevin Rodrigues Pires, Note 4, hatte ungewohnt viele Abspielfehler vor der Pause. Sollte dem Preußen-Spiel Kontur geben, schaffte es aber nicht. Konnte seine spielerische Qualität nicht auf den Platz bringen.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Martin Kobylanski, Note 5, trat vor dem Wechsel viel zu wenig in Erscheinung, wurde als Impulsgeber bei Standardsituationen vermisst. Nach dem Wechsel wurde es nicht besser, ein schwacher Auftritt nach der Gala gegen Kaiserslautern.

    Foto: WN, SCP
  • Mittelfeldspieler Niklas Heidemann, Note 3, knüpfte zunächst nicht an die guten Leistungen der letzten Wochen an, Mitte der ersten Halbzeit mit einem Abschluss nach einem Konter. Wurde dann immer stärker, gehörte zu den Aktivposten beim SCP.

    Foto: WN, SCP
  • Angreifer Philipp Hoffmann, Note 3, war der gefährlichste im Bunde der Offensivkräfte, warf sich voll rein. Läuferisch stark, wagte sich an Abschlüsse, alles sehr ordentlich.

    Foto: WN, SCP
  • Angreifer Rufat Dadashov, Note 4,5, übernahm ab und an die Klingenburg-Rolle und ließ sich ins Mittelfeld zurückfallen. Hatte seine beste Szene kurz vor der Pause, als seine Vorarbeit fast zum Ausgleich geführt hätte. Ansonsten „klemmte“ er zu wenig Bälle, ihm machte die aggressive Deckungsarbeit der Hausherren zu schaffen.

    Foto: WN, SCP
  • Angreifer Cyrill Akono, Note 4, war lange Zeit total abgemeldet. Tauchte erst kurz vor der Pause auf, kam aber einen Schritt zu spät, um das 1:1 zu erzielen. Musste dann raus, vielleicht ein Fehler, Münster fehlte dann erst recht die Optionen im Angriff.

    Foto: WN, SCP
  • Einwechselspieler Tobias Rühle, Note 3,5, kam für Cyrill Akono zu Beginn der zweiten Halbzeit und versuchte sich in die Partie reinzuarbeiten. Gab den einen oder anderen Impuls, das reichte aber in der schwachen SCP-Offensive nicht zur Trendwende.

    Foto: WN, SCP
  • Einwechselspieler Philipp Müller, keine Note, ersetzte Rufat Dadashov. Großen Eindruck machte er nicht, passte sich schnell dem Preußen-Niveau an.

    Foto: SC Preußen Münster
  • Einwechselspieler Lucas Cueto, keine Note, ersetzte Fabian Menig. Hatte zumindest einen Abschluss, verlor aber auch ein, zwei Mal praktisch körperlos den Zweikampf.

    Foto: WN, SCP

Lottes Überlegenheit

Na ja, und dann verstehen es die Sportfreunde seit jeher, mit einer Führung die Uhr runterzuspielen. Viele Unterbrechungen stoppten den Spielfluss. Das gelang aber auch durch häufiges Anlaufen. Kurzum – die Preußen waren ratlos. Die lange Leine, die Waschitzki anbot, kam den Gästen auch nicht entgegen. Ein Missverständnis zwischen Kittner und Braun hätte fast Jovic die Entscheidung ermöglicht (71.). Doch diesen Luxus durfte sich Lotte erlauben, weil Münster den zweiten Abschnitt fast ohne Torchance beendete. Ein Scherder-Versuch im Getümmel aus zwei Metern im Sitzen (85.) war einfach zu wenig. Am Ende traf Felix Drinkuth bei einem Konter noch den Pfosten (90.+1). Auch ein 2:0 wäre verdient gewesen. Antwerpen musste sich bei der Analyse zusammenreißen. Nur so viel: „So kannst du hier nicht spielen.“

SFL: Kroll – Langlitz, Straith, Rahn, Al-Hazaimeh – Wendel (46. Hofmann), Schulze, Chato – Oesterhelweg 63. Drinkuth), Wegkamp, Jovic (77. Lindner)

SCP: Schulze Niehues – Braun, Kittner, Scherder – Menig (77. Cueto), Rodrigues Pires, Kobylanski, Heidemann – Dadashov (64. Müller) – Hoffmann, Akono (46. Rühle)

Drei Fragen

Philipp Hoffmann war gerade vor der Pause noch einer der auffälligeren Preußen. Allerdings fehlte auch ihm die zündende Idee in einem undankbaren Spiel.

War nach dem Rückstand schon klar, dass es in Lotte ganz schwer ist?

Hoffmann: Ja. Die Mannschaft hat eine gute Ordnung, ist unter den neuen Trainern defensiv stark. Es war halt auch ein richtig blödes Gegentor. Klar, Lotte konnte dann lauern. Wir haben nur vor der Pause noch Chancen bekommen.

Wieso tun sich die Preußen gegen die Sportfreunde oft so schwer?

Hoffmann: Wenn man 1:0 führt, ist das doch für jede Mannschaft erst mal angenehmer. Das spielt dann auch Lotte voll in die Karten. Bei uns war das doch letzte Woche auch nicht anders, als wir gegen Kaiserslautern vorn lagen.

War Ihr Duell mit Paterson Chato ein Elfmeter?

Hoffmann: Er steigt mir schon auf den Fuß. Für den Schiedsrichter war das aber wohl zu wenig.

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