Fußball: 3. Liga
René Klingenburg im Interview: „Es wird richtig zur Sache gehen“

Münster -

Münster Vorzeigekämpfer René Klingenburg meldet sich zurück und steht bereit für das Derby am Samstag gegen den VfL Osnabrück. Vorher steht er Rede und Antwort zu seiner Verletzung, die Bedeutung des Derbys und seine persönliche Zukunft in Münster.

Mittwoch, 13.02.2019, 17:44 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 21:12 Uhr
René Klingenburg auf Knien: Das gibt es eigentlich nur freiwillig und nach Treffern des 25-Jährigen.
René Klingenburg auf Knien: Das gibt es eigentlich nur freiwillig und nach Treffern des 25-Jährigen. Foto: Jürgen Peperhowe

Nur zweimal fehlte René Klingenburg den Preußen jetzt wegen seines Muskeleinrisses im Oberschenkel. Am Montag beim 0:1 in Lotte machte sich bemerkbar, wie sehr die Präsenz des 25-Jährigen, der in der Hinrunde zu den absoluten Leistungsträgern zählte, seinem Team derzeit abgeht. Passend vor dem Derby gegen den VfL Osnabrück am Samstag meldet er sich zurück. Im Gespräch mit Redakteur Thomas Rellmann berichtet der Mittelfeldspieler auch von seinen Zukunftsplänen.

Die wichtigste Frage zu Beginn: Ist der Faserriss mit allem, was dran hing, geheilt?

René Klingenburg: Ja, ich bin am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, am Dienstag habe ich zwei Tests gemacht. Einen in der Halle mit Sprüngen und Belastbarkeitsprüfung, einen auf dem Platz als Hauptübung. Hat alles geklappt.

Hätten Sie vor knapp drei Wochen, als Sie sich beim Spiel in Jena verletzt hatten, gedacht, dass es so schnell geht?

Klingenburg: Ich habe sofort gesagt, dass es schneller geht. Ich habe alles dafür getan, nie die Füße hoch gelegt. Ist doch klar, wenn so ein Spiel vor der Tür steht, in dem es scheppern wird.

Ist mit Trainer Marco Antwerpen besprochen, dass Sie auflaufen können?

Klingenburg: Wir sind sowieso permanent im Austausch, haben jetzt auch kurz gesprochen. Letztlich entscheidet der Trainer, ob es reicht. Ich werde in den nächsten Tagen noch ein paar Läufe einbauen, nicht zu viele. Dann weiß ich, ob ich die Luft habe. Aber viel verloren habe ich nicht.

In Lotte mangelte es im Mittelfeld an Körperlichkeit. Ist das so leicht? Kante „Klinge“ rein, und alles läuft?

Klingenburg: Nein, man muss es so sehen: Die Sportfreunde sind sehr aggressiv, sie treten immer als Mannschaft auf. Gegen Kaiserslautern war das ein anderer Gegner, ein anderes Spiel, das uns entgegenkam. Da hat bei uns alles gut funktioniert. Um ein, zwei Spieler geht es nämlich auch nicht. Wir müssen im Verbund arbeiten. Ich bin felsenfest davon überzeugt, dass Samstag eine Reaktion kommt. Die haben wir schon oft geliefert. Ganz egal, ob ich sofort auf dem Feld stehe oder auf der Bank sitze.

Momentan steht der SCP im Mittelfeld. Haben Sie noch Ambitionen, andere anzugreifen?

Klingenburg: Definitiv. Ich bin immer ziel- und erfolgsorientiert. Es wird natürlich immer viel geredet, gerade nachdem wir oben standen, unsere Serie hatten. Vor der Saison gab es keine klaren Ambitionen, doch irgendwann haben wir vielleicht bei den Fans oder auch beim Vorstand Begehrlichkeiten geweckt. Aber unser Kader ist schon dünn. Deswegen sollte niemand Zirkus machen, wenn man mal ein Spiel verliert. Das passiert nie mit Absicht. Von Tabellenplätzen sollten wir uns daher immer frei machen.

Aber ein Spiel wie gegen den VfL Osnabrück muss Ihnen doch auf den Leib geschneidert sein, dann noch vor eigenem Publikum …

Klingenburg: Klar, es wird richtig knallen und zur Sache gehen. Wir wollen den Tabellenführer ärgern, unser Spiel aufziehen. Gerade nach dem 0:3 im August, was kein gerechtes Ergebnis war.

Was macht den VfL stark?

Klingenburg: Keiner sagt, dass das eine Übermannschaft ist. Sie hat das Quäntchen Glück, ist vor dem Tor eiskalt, trifft oft spät. Das sind auch alles Qualitäten. Mit Stürmer Benjamin Girth sogar noch mehr als in der Hinserie. Wir gehen ja meist noch schlampig mit unseren Chancen um. Aber mit Härte und Leidenschaft werden wir dieses Derby gewinnen können.

Man hört, dass es Sie im Sommer nach England ziehen könnte.

Klingenburg: Ich habe nie einen Hehl daraus gemacht, dass mein Weg weiter nach oben gehen soll. Am liebsten auch nächste Saison.

Ist ein Verbleib in Münster denkbar?

Klingenburg: Auch diese Möglichkeit besteht.

Zur Person

Ausdauernd, beharrlich, belastbar, diszipliniert, ehrgeizig, gradlinig, hartnäckig: Alles Charaktereigenschaften, die Menschen zugeschrieben werden, die im Sternzeichen Steinbock geboren sind – und auch Vorzeige-Steinbock René Klingenburg perfekt kennzeichnen. Der 25-Jährige wurde in Oberhausen geboren und spielte dort zunächst beim PSV, wechselte später zu Rot-Weiß. Über die U 17 des MSV Duisburg führte der Weg 2010 erstmals nach Schalke. 2015 wechselt er zu Viktoria Köln mit Trainer Marco Antwerpen, anschließend mit Zwischenstation bei RW Ahlen (2016/17) zurück nach Gelsenkirchen – ehe es im Sommer 2018 nach Münster und erneut zu Trainer Antwerpen ging. Hier verbuchte Klingenburg bislang fünf Treffer und zwei Vorlagen. Er überzeugt aber vor allem durch unermüdliche  Einsatzbereitschaft und geht immer mit dem Kopf voran – wie es sich für einen Steinbock gebührt.

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