Fußball: Westfalenliga Frauen
Gremmendorfs Trainerin da Silva Campos: „Ich weiß, wie die Mädels ticken“

Münster -

Diese Aufgabe ist nicht ohne, gerade für eine Newcomerin wie Filipa da Silva Campos. Die 27-Jährige soll als neue Trainerin den SC Gremmendorf zum Klassenerhalt führen. Im Interview schildert sie, wie sie das schaffen will und wie sie langfristig plant.

Samstag, 16.02.2019, 10:00 Uhr
Augen zu und durch? Nein, so leicht macht es sich Filipa da Silva Campos nicht. Die neue Trainerin des SC Gremmendorf hat mit ihrer Mannschaft noch so einige Pläne – und die sind durchdacht.
Augen zu und durch? Nein, so leicht macht es sich Filipa da Silva Campos nicht. Die neue Trainerin des SC Gremmendorf hat mit ihrer Mannschaft noch so einige Pläne – und die sind durchdacht. Foto: Heimspiel/Mario Lacroix

Seit der Winterpause ist Filipa da Silva Campos Cheftrainerin der Frauen beim SC Gremmendorf. Nach der Trennung des Vereins von Coach Marc Dillmann sprang die bisherige Co-Trainerin im Dezember ein. Jetzt soll sie den abstiegsgefährdeten Westfalenligisten zurück in die Spur bringen. Eine schwere Aufgabe für den Tabellenvorletzten, der das rettende Ufer aber noch in Sichtweite hat. Im Interview erzählte da Silva Campos unserer Mitarbeiterin Helena Wilmer, wie sie ihren Job angehen will, und warum sie fest an ihr Team glaubt.

Der SCG ist vor anderthalb Jahren in die Westfalenliga aufgestiegen. Seitdem kämpft die Mannschaft gegen den Abstieg. Wie kommt es, dass sich das Team so schwertut?

da Silva Campos: Zum einen liegt das natürlich an unserer Defensive. Wir haben in der Hinrunde 45 Gegentore kassiert. Damit kann man natürlich nicht viele Spiele gewinnen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch manchmal einfach kein Glück. Gegen die Sportfreunde Siegen zum Beispiel. Da führten wir 2:0 und haben am Ende noch 2:4 verloren. Solche Spiele dürfen wir nicht abgeben.

Glauben Sie, dass Gremmendorf sich langfristig in der Liga halten kann?

da Silva Campos: Wir wissen alle, dass wir starke Spielerinnen im Kader haben. Wenn wir unser Potenzial nur mal optimal nutzen würden, sähe die Lage ganz anders aus. Zudem habe ich in der Rückrunde den Vorteil, dass ich das erste Mal seit Beginn der Saison aus dem vollen Kader schöpfen kann. Langzeitverletzte wie Julia Block, die sich direkt zu Beginn der Saison den Unterarm gebrochen hatte, oder auch Sina Olthues, der im Spiel die Kniescheibe rausgesprungen ist, können endlich wieder spielen.

Wie gehen Sie das Problem mit dem schlechten Torverhältnis an?

da Silva Campos: Ganz wichtig ist es erst mal, an unserem Selbstvertrauen zu arbeiten. Die Mädels haben lange für den Aufstieg gekämpft. Jetzt zwei Jahre hintereinander gegen den Abstieg anzurennen, nagt natürlich schon an ihnen. Aber wir haben alle den Willen, uns hochzuarbeiten, auch wenn der Weg schwierig ist. Um das Torverhältnis aufzubessern, ist das Rezept ganz einfach: mehr Chancen nutzen, die unnötigen Gegentore vermeiden. Daran werden wir intensiv arbeiten.

Gremmendorf ist Ihre erste Station als Cheftrainerin im Seniorenbereich. Zudem sind Sie mit 27 Jahren noch sehr jung. Wie ist da der Umgang mit der Mannschaft für Sie?

da Silva Campos: Das ist alles sehr entspannt. Im Winter habe ich mir auch gar keinen Kopf über solche Probleme gemacht. Erst mal war es wichtig, überhaupt einen Trainer für das Team zu finden. Man kann das gleiche Alter aber auch als Vorteil sehen, da ich in vielen Situationen weiß, wie die Mädels ticken. Alles in allem schwimmen wir auf einer Wellenlänge, das gegenseitige Vertrauen ist da.

Sie haben das Amt ziemlich spontan übernommen. Wie geht es in der nächsten Saison weiter? Würden Sie die Mannschaft gerne weiter trainieren?

da Silva Campos: Über die nächste Saison haben wir uns noch gar nicht unterhalten. Ich denke, das Thema wird Ende März aufkommen. Aber auch hier bin ich ganz entspannt. Unser Sportlicher Leiter Michael Symalla und ich werden bestimmt eine gute Lösung finden. Gerne würde ich das Team natürlich auch weiter trainieren und dafür sorgen, dass die Mannschaft in den nächsten Jahren im guten Mittelfeld der Westfalenliga spielt. Aber jetzt geht es erst mal darum, dass wir uns für diese Saison an das rettende Ufer bringen – und diese Mission beginnt schon am 10. März gegen Spitzenreiter 1. FFC Recklinghausen.

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