Volleyball: Bundesliga Frauen
USC-Trainer Buijs im Interview: „Es hat mit Energie und Frische zu tun“

Münster -

Die Hinrunde verlief fast ideal, dafür dass der USC Münster eine sehr dünne Personaldeck besitzt. Jetzt im zweiten Saisonteil ist das Team aber in eine Krise geschlittert, die sogar die Playoff-Teilnahme bedroht. Trainer Teun Buijs schildert im Interview, wie er reagieren will.

Dienstag, 19.02.2019, 16:02 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 16:18 Uhr
USC-Coach Teun Buijs dosiert derzeit das Teamtraining.
USC-Coach Teun Buijs dosiert derzeit das Teamtraining. Foto: Jürgen Peperhowe

Drei Niederlagen in Serie und der damit verbundene Sturz auf Rang sieben in der Tabelle: Der USC Münster ist in einer kleinen Krise. Warum – und wie der Volleyball-Bundesligist wieder in die Spur finden will, erklärt USC-Trainer Teun Buijs im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Henner Henning.

Mit ein bisschen Abstand zum 1:3 gegen den VC Wiesbaden: Wie fällt Ihre Analyse der Partie aus?

Teun Buijs: Ich habe dieses Spiel noch nicht per Video analysiert. Ich weiß genau, was das Problem derzeit bei uns ist: Es hat mit Energie und Frische zu tun, die uns fehlen. So können wir unser Spiel momentan nicht durchziehen und machen mehr Fehler. Durch den Ausfall von Juliet Lohuis und Ivana Vanjak zu Saisonbeginn mussten die anderen Spielerinnen viel Arbeit und Verantwortung übernehmen, das hat nun seinen Preis. Dazu kam die Woche mit vier Spielen, danach war die Batterie leer. Das müssen wir in den Griff bekommen, genau wie unsere Annahme. Die war gegen Wiesbaden nicht gut. Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen.

Sie hatten am Sonntag überlegt, Ihrer Mannschaft mehr freie Tage zu geben. Wie sieht der Plan für diese Woche aus?

Buijs: Mit einem Teil werden wir am Mittwoch nach zwei freien Tagen wieder anfangen. Der andere Teil, der mehr Belastung hatte, bekommt etwas mehr Ruhe und soll sich auskurieren. Lisa Thomsen hat zum Beispiel Probleme mit dem Oberschenkel, Mareike Hindriksen mit der Achillessehne. In der nächsten Woche sind wir dann hoffentlich wieder komplett und beginnen mit der Vorbereitung auf das Spiel gegen Straubing. Dazu gehört in der nächsten Woche auch das Testspiel gegen den Zweitligisten Borken, um wieder in den Rhythmus zu kommen.

Playoffs beginnen im März

In der Volleyball-Bundesliga der Frauen formiert sich das Feld für die K.o.-Runden. Mittendrin steckt der USC Münster. Einige Zeit schielten die Unabhängigen auf Platz vier. Drei Niederlagen in Serie haben das Team auf Rang sieben zurückgeworfen. Aktuell ist nicht einmal die Teilnahme am Playoff-Viertelfinale gesichert, als Neunter liegt der 1. VC Wiesbaden nur drei Zähler zurück. Münster wird seine kleine Krise rasch beenden müssen, um nicht Gefahr zu laufen, noch aus den Top acht zu fliegen. Der letzte Hauptrundenspieltag ist auf den 23. März terminiert, eine Woche später (30./31. März) startet die erste Runde der Playoffs (best of three). Die weiteren Begegnungen des Viertelfinales werden kurzfristig festgelegt. Sollten Stuttgart und/oder Schwerin das Halbfinale der Champions League erreichen, würden die Rückspiele erst am 6./7. April ausgetragen. Ansonsten wird schon am 3. April gespielt. Auf Zuwachs wartet die Frauen-Bundesliga vergeblich. Kein Zweitligist beteiligt sich am Lizenzierungsverfahren für die Saison 2019/2020. Der VC Offenburg, der die Süd-Staffel dominiert, kündigt das für die Serie 2020/2021 an.

...

Sie sprechen die Belastung für einen Teil der Mannschaft an, zu dem auch die Abiturientinnen Luisa Keller und Lina Alsmeier zählen. Beide mussten viel Verantwortung übernehmen. Wäre im Rückblick nicht nach dem Vanjak-Ausfall eine Nachverpflichtung sinnvoll gewesen?

Buijs: Wir haben über einen Neuzugang geredet und hatten Kontakt zu interessanten Spielerinnen. Aber das, was sie finanziell gefordert haben, war nicht machbar. Sie wollten für die restliche Saison das Gehalt wie für die komplette. So funktioniert das nicht, und das ist auch nicht unsere Philosophie. Das wäre nicht gut für den Verein und das Team, dem wir vertrauen, gewesen.

Der USC ist derzeit Siebter, Vilsbiburg und Wiesbaden lauern dahinter. Warten nun vier Endspiele?

Buijs: Es macht keinen Sinn, jetzt über die vier Spiele im Ganzen zu sprechen. Wir müssen weiterarbeiten und sehen, dass wir wieder Kraft tanken, das gute Gefühl aus der Hinserie zurückbekommen und die Hauptrunde so gut wie möglich beenden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6403832?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker