Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets sind gewarnt vor den jungen Löwen aus Erfurt

Münster -

Die Playoffs beginnen am Samstag für die WWU Baskets Münster. Zeit also, um sich mit dem ersten Gegner dort zu befassen. Die Basketball-Löwen haben jedenfalls aufreibende Monate hinter sich – und sie sind der Zuschauermagnet der Südstaffel.

Donnerstag, 28.02.2019, 13:42 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 09:23 Uhr
Den Blick nach oben richten die Basketball-Löwen Erfurt um Center Tobias Bode (r.) nach ihrem Premierenjahr, das schon vor den Playoffs gegen Münster als erfolgreich gewertet wird.
Den Blick nach oben richten die Basketball-Löwen Erfurt um Center Tobias Bode (r.) nach ihrem Premierenjahr, das schon vor den Playoffs gegen Münster als erfolgreich gewertet wird. Foto: Orange Academy

Über eines konnte sich Wolfgang Heyder im vergangenen Sommer ganz sicher nicht beklagen: über Langeweile. Nach dem Abstieg der Oettinger Rockets aus der Bundesliga und dem anschließenden Rückzug des Teams drohte der Basketball-Standort Erfurt im Niemandsland zu verschwinden. Doch dies wollte Heyder, der durch und durch Basketball lebt, nicht akzeptieren. Gemeinsam mit Florian Gut und drei weiteren Gesellschaftern gründete er die XXL Baskets GmbH, aus der am Ende eines arbeitsintensiven Prozesses die Basketball-Löwen Erfurt entstanden. Die starteten in der 2. Liga Pro B – und sind nun im Playoff-Achtelfinale Gegner der WWU Baskets Münster.

Heyder ist im deutschen Basketball alles andere als ein unbeschriebenes Blatt. Als Schüler verschlug es den gebürtigen Schweinfurter zu den Korbjägern, in der Folge wurde er Zweitliga-Coach, ehe er von 1999 bis 2014 in Bamberg als Funktionär tiefe Fußspuren hinterließ. Als Geschäftsführer der jeweiligen Spielbetriebsgesellschaften wurde er mit den Franken sechsmal Deutscher Meister, gewann dabei von 2010 bis 2012 das Double. Nach seiner Zeit in Bamberg und einem Ausflug zum Handball-Zweitligisten HSC 2000 Coburg verschlug es Heyder zu den aus Gotha stammenden, aber in Erfurt spielenden Rockets, aus denen – in Anlehnung an das Wappentier Thüringens – die Löwen entstanden sind.

Alle in weiß

Karnevalszeit ist Mottozeit – und die WWU Baskets nutzen die Gunst der Stunde und rufen passend zu den tollen Tagen das Motto „wird es heiß, wird es weiß“ aus. Beim ersten Playoff-Spiel am Samstagabend soll die Sporthalle am Berg Fidel ohne jeden Grauschleier in strahlendem Weiß erscheinen – in den Mannschaftsfarben der Baskets. „Heiß wird es sowieso“, verspricht Manager Helge Stuckenholz, „jetzt brauchen wir die Unterstützung unserer Fans, damit es auch weiß wird.“ Die karnevalistischen Umtriebe dieser Tage mache es zudem leicht, sich in etwas ungewöhnlichem Outfit blicken zu lassen, sieht Stuckenholz durchaus nicht schwarz für die „weiße Wand“. Wobei die Farbsymbolik gerne die weiße Weste der Baskets spiegeln darf, die in diesem Jahr noch kein Spiel verloren haben. Und für die Gäste aus Erfurt: Keinesfalls, so Stuckenholz, werde die weiße Flagge als Zeichen der Kapitulation gehisst.

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Das junge Rudel von Trainer Gut – der Altersschnitt der Mannschaft liegt bei etwas über 22 Jahren – erfüllte in der laufenden Saison mit der Playoff-Qualifikation die gesteckten sportlichen Ziele und lockte mit 1144 Zuschauern im Schnitt die meisten in der Südstaffel an. „Die Klasse vorzeitig gesichert, mit tollen Events die Menschen in Erfurt mitgenommen und neue Fans hinzugewonnen – wir können zufrieden sein“, sagte Teammanager und Geschäftsführer Heyder in der „Thüringer Allgemeinen“ und fügte hinzu: „Die Basis für eine erfolgreiche Zukunft ist geschaffen.“

In der soll der etwa 450 000 Euro hohe Etat vergrößert werden, um sich weiter der Ligaspitze zu nähern. „Die Vorzeichen sind gut, dass uns unsere Hauptsponsoren erhalten bleiben. Nun gilt es, noch weitere hinzuzugewinnen“, erklärte Heyder, dem in diesem Sommer erneut keine Langeweile droht. Ganz so turbulent und aufreibend wie vor einem Jahr aber dürfte nach der Premierensaison die Vorbereitung nicht werden.

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