Fußball: 3. Liga
Preußen Münster sucht den Vollstrecker im Duell mit dem VfR Aalen

Münster -

Drei Treffer in den vergangenen neun Spielen: Beim SC Preußen ist Schmalhans Küchenmeister. Händeringend suchen sie an der Hammer Straße einen Vollstrecker. Am Samstag kommt der VfR Aalen.

Freitag, 01.03.2019, 15:54 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 18:04 Uhr
Hinten brennt bei den Preußen wenig an, vorne allerdings auch nicht: Aus der gewohnt starken Defensive heraus soll gegen den VfR Aalen die Torflaute in der Offensive endlich beendet werden.
Hinten brennt bei den Preußen wenig an, vorne allerdings auch nicht: Aus der gewohnt starken Defensive heraus soll gegen den VfR Aalen die Torflaute in der Offensive endlich beendet werden. Foto: Jürgen Peperhowe

„Wir suchen jemanden, der Tore schießt“, sagt Preußen-Trainer Marco Antwerpen und schaut interessiert in die Runde. Die Resonanz bleibt allerdings enttäuschend – zumindest aus dem kleinen Kreis in der offiziellen Presse-Konferenz vor dem Drittliga-Heimspiel gegen Schlusslicht VfR Aalen (Samstag 14 Uhr), scheint sich niemand berufen zu fühlen, den Preußen die anhaltende Torschuss-Panik auszutreiben.

„Und ich bin 47, ich bin raus“, schiebt Antwerpen sicherheitshalber nach. Drei Treffer in neun Spielen, das nervt auch den Trainer, der sehr wohl um die Bedeutung stabiler Abwehrreihen weiß. „Aber ab und zu muss man auch mal treffen, wenn man ein Spiel gewinnen will.“ Und das ist den handelnden Personen im Preußen-Kader zuletzt nur noch in homöopathischen Dosen gelungen.

Gegnercheck: VfR Aalen

Es gibt zwei Ausgangslagen: Laut der ersten reist das Tabellenschlusslicht an, was die Preußen zwingend zum Favoriten in dieser Partie macht. Die andere lässt das Team in Münster auflaufen, das unter der Woche die ambitionierte Spielvereinigung aus Unterhaching mit 4:1 vom Platz schoss – das klingt für Münster, das zuletzt nur selten für einen Treffer in Frage kam, eher bedrohlich. Routinier Matthias Morys (31) erzielte gegen Unterhaching seine Saisontore acht und neun – und ist im Sturm gesetzt. Ansonsten spielt derzeit in Aalen jeder alles: Zuletzt rückte Innenverteidiger Thomas Geyer als „Zehner“ auf, Mittelfeldmann Patrick Funk spielte den linken Läufer und bediente auf dieser Seite den verschobenen Mittelstürmer Petar Sliskovic. Rico Schmitt absolviert in Münster sein viertes Spiel beim VfR – und steht am Scheideweg. Die aktuelle Bilanz des 50-Jährigen, der bis Juni 2018 beim Halleschen FC unter Vertrag stand, weist je einen Sieg, eine Niederlage und ein Unentschieden aus. Schmitt löste am 13. Februar Argirios Giannikis ab.

...

Preußen fehlt es an Verstärkung

Nun landet allerdings auch diese Stellenausschreibung nicht im Anzeigenteil der Fachpublikationen, sondern wird ausschließlich in der Preußen-Kabine ausgehängt. „Die anderen Mannschaften verstärken sich, wir nicht“, legt Antwerpen den Finger in die alte Wunde. „Ich habe schon zu Saisonbeginn gesagt, dass es da fehlt.“ Genau einen echten Mittelstürmer identifiziert Antwerpen in seinem Kader – und der hat aktuell sein Pulver verschossen.

Kein Vorwurf an Rufat Dadashov: „Er kommt aus der Regionalliga, eine Liga höher wird ein anderer Fußball gespielt“, so Antwerpen, der aber mehr Robustheit von seiner Nummer „neun“ fordert: „Er will alles spielerisch lösen, aber er muss einfach mehr seinen Körper reinstellen.“

Cyrill Akono will der Trainer ohnehin aus der Schusslinie nehmen: „Soll der Junge uns da rausschießen? Das ist ein U-19-Spieler, den müssen wir entwickeln. Kein anderer Drittligist spielt mit einem U-19-Stürmer.“ Tobias Rühle, Philipp Hoffmann? „Außenangreifer, keine Torjäger.“

Mit der Situation unzufrieden

Während Antwerpen die akuten Probleme erörtert, treffen am Stadion schon die ersten Spieler ein, das nächste Training steht bevor. Auch Antwerpen ist schon in Sportkleidung. Unter der Trainingsjacke könnte sich allerdings ein Statement-Shirt mit der Aufschrift „Mit der Gesamtsituation unzufrieden“ verbergen.

Die Schiedsrichter spielen nicht mit („aus anderen Vereinen höre ich, dass so ein Elfmeter manchmal beim Toreschießen helfen kann“), der Platz taugt nichts („und am letzten Wochenende haben auch noch die A-Junioren draufgespielt“) und die Zuschauer haben etwas anderes zu tun („Ich gehe davon aus, dass sich 2000 noch an der Kasse überlegen, dass sie was Besseres vor haben.“). Und die Moral von der Geschicht‘: Jetzt erst recht.

Das Credo: Laufen

Antwerpen hat seine Mannen erst ins Gebet genommen, um sie jetzt in die Pflicht zu nehmen: Fußballerische Grundtugenden sind gefragt: „Laufen, laufen, laufen“, heißt das Credo. Dann ergeben sich Chancen und erst dann können Tore fallen. Als Vordenker und Vorkämpfer kehrt René Klingenburg nach abgesessener Gelbsperre zurück. Ansonsten erwartet Antwerpen aussagekräftige Bewerbungen auf seine Stellenausschreibung.

Preußen Münster: Schulze Niehues – Menig, Kittner, Scherder, Heidemann – Klingenburg, Braun, Rodrigues Pires – Kobylanski – Cueto, Akono.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6433635?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker