Basketball: 2. Liga Pro B
Atmosphärisch dicht und völlig losgelöst – WWU Baskets Münster fühlen sich am Berg Fidel sauwohl

Münster -

Da geht die Post ab. Die Sporthalle Berg Fidel ist aktuell der Hotspot schlechthin in Münster. In der Heimspielstätte der WWU Baskets werden große Partys gefeiert. Jüngst im ersten Playoff-Spiel gegen Erfurt.

Montag, 04.03.2019, 16:12 Uhr aktualisiert: 05.03.2019, 16:34 Uhr
Belastungstest für die Korbanlage bestanden: Geschont wird von Malcolm Delpeche und seinen Baskets nichts.
Belastungstest für die Korbanlage bestanden: Geschont wird von Malcolm Delpeche und seinen Baskets nichts. Foto: Peter Leßmann

Samstagabend ist Ausgehabend – und ein Hotspot ist in Münster derzeit die Sporthalle Berg Fidel, die sich längst zu einer Festung verwandelt hat. 13 Mal traten die WWU Baskets auf heimischem Boden an, zwölfmal endete das Spiel mit einem Sieg. Die einzige und daher letzte Heimniederlage datiert vom 6. Oktober, als die Itzehoe Eagles mit 77:76 die Punkte mit in den Norden nahmen. Lange ist es her, seitdem hat sich der damals noch etwas in der 2. Liga Pro B fremdelnde Aufsteiger zu einer ganz heißen Aktie gemausert, deren Kurs am Samstag noch einmal stieg. Durch das 75:62 (41:33) gegen die Basketball Löwen Erfurt, mit dem die Baskets in der Best-of-three-Serie des Playoff-Achtel­finals vorlegten.

Einmal mehr war die Halle am Berg Fidel ausverkauft und einmal mehr funktionierte die Symbiose zwischen Publikum und Mannschaft. Als Münster im ersten Viertel mit elf Punkten (5:16) zurücklag, frischte die Unterstützung gar noch auf, die 3000 Zuschauer pushten ihr Team nach vorne. Diese Energie beflügelte die Baskets – und beeindruckte den Gegner. Erfurts Trainer Florian Gut lobte nach den 40 intensiven Minuten die laute, aber faire Atmosphäre, die Münster in kniffligen ­Situationen einen Schub gab. „Gerade im zweiten Viertel, als die Stimmung hoch gekocht ist, hat es uns geholfen. Das beeindruckt den Gegner und hilft uns extrem. Der Heimvorteil ist schon wichtig“, sagte Münsters Coach Philipp Kappenstein, dessen Mannschaft zum Playoff-Auftakt ein wenig wackelte. „Die Nervosität war greifbar. Ich hatte schon vorher gemerkt, dass die Jungs etwas verkrampft waren. Aber wir haben uns dann nach der schwierigen Anfangsphase befreit, in der Erfurt uns das Leben schwergemacht hat“, meinte der 39-Jährige, der mit seiner Prognose, auf unbequeme Löwen zu treffen, richtig lag.

Nach dem guten Start und dem schwachen zweiten Viertel, in dem Münster durch die Impulse von der Bank etwa durch Nico Funk und Kai Hänig aufkam und auch durch die starke Pressverteidigung von 17:25 auf 41:33 stellte, nutzten die Thüringer die Halbzeit, um wieder zu Kräften zu kommen. „Da waren sie wieder frisch, aber darauf waren wir vorbereitet und sind geduldig geblieben“, sagte Kappenstein. Und ohne ihren am Fuß verletzten Top-Mann David Taylor gerieten die ohnehin nicht sonderlich tief besetzten Löwen im letzten Abschnitt endgültig auf die Verliererstraße, müde gespielt von Münsters großer Rotation. Alle zwölf Spieler setzte Kappenstein ein, einzig sein Playmaker Jojo Cooper wirkte über 30 Minuten mit – bei den Löwen knackten gleich vier Spieler die Halbe-Stunden-Marke. „Es war wichtig, dass wir den Kampf angenommen haben und physisch dagegengehalten haben. Die Tiefe der Bank und die gute Reboundarbeit waren am Ende entscheidend“, erklärte Kappenstein. Am Sonntag folgt das zweite Kräftemessen des Hauptrundensiegers der Nordstaffel mit dem Süd-Achten, in Erfurt will Münster seine neunteilige Siegesserie zu einer zweistelligen ausbauen. Und damit vorzeitig den Einzug ins Viertel­finale perfekt machen.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6446109?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker