Fußball: Bezirksliga
Weusthof junior arbeitet für Lagardère bei Preußen und kickt für BW Aasee

Münster -

Malte Weusthof, der seit einigen Monaten in Münster lebt, hat Geschichten zu erzählen. Sein Papa Alfons trainierte die Preußen in der 90er Jahren. An der Hammer Straße arbeitet der Junior nun für SCP-Vermarkter Lagardère Sports. Selbst kickt er seit Januar für Bezirksligist BW Aasee.

Samstag, 23.03.2019, 08:00 Uhr
Beruflich ist Malte Weusthof für Lagardère Sports bei Preußen Münster untergekommen. Selbst spielt er in Münster seit diesem Winter für den Bezirksligisten BW Aasee.
Beruflich ist Malte Weusthof für Lagardère Sports bei Preußen Münster untergekommen. Selbst spielt er in Münster seit diesem Winter für den Bezirksligisten BW Aasee. Foto: Thomas Austermann

Als Steppke saß er einst im Preußenstadion, aber daran erinnert sich der heute 28-Jährige beim besten Willen nicht mehr. 1995 oder 1996 war das. Sein Vater trainierte die SCP-Fußballer in der Regionalliga West/Südwest. Gegner waren Essen und Erkenschwick, Salmrohr und Hauenstein. Der Meppener Alfons „Alo“ Weusthof, Jahrgang 1958, steuerte eine schwierige Phase in der Ära von Präsident Thomas Herda. Mehr als eine knappe Saison war ihm hier jedoch nicht vergönnt.

Um Rat fragt ihn noch heute sein Sohnemann – aber nicht ausdrücklich, als es um eine berufliche Entscheidung ging. In Münster und direkt am Stadion ist Malte Weusthof im dreiköpfigen SCP-Team des Vermarkters Lagardère Sports tätig. Und seit Jahresbeginn für Bezirksligist Blau-Weiß Aasee als Innenverteidiger aktiv. Der 1,95-Meter-Mann, der mit seiner Freundin in der Unistadt heimisch wurde, hat mit der Rückkehr an den Ball sein persönliches Gesamtpaket komplettiert. „Ich darf sagen, dass ich mit Münster einen echten Volltreffer gelandet habe.“ Das ist ein Wort. Der Emsländer an sich neigt ja kaum zur Übertreibung.

Der Sohn Weusthof spielte auch Fußball unter dem Vater. „Das hab‘ ich mir gut überlegt. Und es klappte bestens“, sagt Malte Weusthof mit Rückblick auf die Oberliga-Spielzeit beim SV Holthausen/Biene nahe Lingen ab 2011. Nach Lehrjahren beim SV Meppen zog er aus, um sich zu etablieren. Als Student an der Ruhr-Universität Bochum – Fachbereich Sportwissenschaft mit Schwerpunkt Sportmanagement – pendelte er zum SV. Bis es zu viel wurde und ein WG-Kumpel ihn 2014 beim Westfalenligisten FC Iserlohn empfahl. Weusthof nahm schnell eine Position von Rang ein. Als er im Januar 2017 ging, um nach dem Examen in Hamburg bei Lagardère zu starten, sagte Trainer Christian Hampel: „Malte ist als Typ und Fußballer nicht zu ersetzen.“ Mehr Lob geht kaum.

Tatsächlich war Weusthof bereits als Praktikant während des Studiums bei den Preußen tätig, noch unter Carsten Gockel. Bei dem bewarb er sich später auch direkt. Gockel reichte die Papiere zu Lagardère weiter. Und der Einsteiger bekam die Chance. „In der Sportbranche Fuß zu fassen, war immer mein Ziel.“ Berufsstarter wie ihn schickt der Vermarkter, der allein in Deutschland für 22 Proficlubs zuständig ist, in die Gebiete. Weusthof war in der Trainee-Zeit bei Hannover 96, dem FC Augsburg und Arminia Bielefeld. 2018 winkte Münster als Arbeitsplatz. Weusthof griff zu, um die „klassische Vertriebsstelle“ zu besetzen. Bestandskunden und solche, die es werden sollen, betreut er. „Fußball ist immer mit Emotionen verbunden und daher auch immer ein interessantes Produkt.“

Mit dem Rad steuert er, am liebsten zweimal pro Woche, die Aasee-Anlage an. Und hier hat er genau die richtige Truppe gefunden. „Man merkt doch direkt, wie gut da alle drauf sind. Was ich hier bekomme, habe ich in meiner fußballfreien Zeit eineinhalb Jahre sehr vermisst.“ Diesbezüglich tickt er wie sein Papa: Alfons Weusthof stieg im Januar beim SSV Jeddeloh II im Ammerland als Regionalliga-Trainer wieder ein.

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