Basketball: 2. Liga Pro B
WWU Baskets haben Matchball bei angepiksten Bayern

Münster -

Ein Sieg am Samstag in der bayrischen Landeshauptstadt – und die WWU Baskets Münster stehen tatsächlich im Playoff-Halbfinale. Zuvor muss das Sensationsteam allerdings vor wahrscheinlich schmaler Kulisse noch ein hartes Stück Arbeit bewerkstelligen.

Freitag, 29.03.2019, 14:02 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 15:46 Uhr
Eine Menge Durchsetzungsvermögen werden Nicolas Funk und Malcolm Delpeche (l.) benötigen, um sich mit den Baskets bei den Bayern um Jannick Jebens (r.) zu behaupten.
Eine Menge Durchsetzungsvermögen werden Nicolas Funk und Malcolm Delpeche (l.) benötigen, um sich mit den Baskets bei den Bayern um Jannick Jebens (r.) zu behaupten. Foto: Jürgen Peperhowe

Während die einen Matchball haben, heißt es für die anderen: verlieren verboten. Diese so reizvolle Konstellation sind fester Bestandteil der Playoffs und machen die Faszination dieses Modus aus. Und eben diese Faszination wollen die WWU Baskets Münster auch im Halbfinale erfahren, das sie nach dem 77:65-Erfolg in Spiel eins nun im zweiten Duell am Samstag (18 Uhr) beim FC Bayern München II schon erreichen können.

Dagegen wird aber der Gastgeber im 6700 Zuschauer fassenden Audi-Dome etwas haben. Nach dem Hinspiel war Bayern-Trainer Demond Greene nur bedingt mit dem Auftritt seiner jungen Mannschaft zufrieden, mahnte die vielen Ballverluste (19) und die schwache Wurfquote (39 Prozent aus dem Feld) an. Daher erwartet sein Pendant auf Baskets-Seiten, Philipp Kappenstein, einen angepiksten FCB, der in der Hauptrunde nur vier Heimspiele verlor und im Playoff-Viertelfinale das Weiterkommen mit den Siegen auf heimischem Parkett gegen die Iserlohn Kangaroos perfekt gemacht hat. „Es wird ganz anders zur Sache gehen. Ich erwarte eine klare Steigerung seitens der Bayern, zumal deren junge Spieler zu Hause signifikant besser spielen und mehr auftrumpfen“, sagt Kappenstein.

Nachteile unter den Körben

Eine Menge Physis und ein gesundes Maß an Aggressivität wird nötig sein, um in der bayrischen Landeshauptstadt, in die die Münsteraner am Freitag reisten, zu bestehen. Dazu gehört die Arbeit unter den Körben, unter denen die Baskets am vergangenen Sonntag Nachteile hatten – wie die Statistik von 38:30 zugunsten der Münchener belegt. „Die zwölf Offensivrebounds der Bayern waren zu viel. Wir müssen in der Defense ein paar Sachen optimieren, obwohl wir da gut ausgesehen haben“, erklärt Kappenstein, der den defensivstarken Andrej König nach einer fiebrigen Erkältung für nur „bedingt einsatzfähig“ erklärt. „Dennoch sehe ich uns gut vorbereitet. Wir wissen, was auf uns zukommt. Wir freuen uns alle auf die Partie.“

Dazu trägt auch die Spielstätte bei, in der sicher eine gewöhnungsbedürftige Atmosphäre herrschen wird. Anders als im Hexenkessel Berg Fidel (Greene: „Ein grandioses Publikum“) wird es im Audi-Dome deutlich stiller zugehen bei Münchens Playoff-Zuschauerschnitt von 475. „Aber auch das können wir kanalisieren, zumal wir auch viel Unterstützung von Münsteranern bekommen werden“, sagt Kappenstein. Und mit der wollen die Baskets den Matchball verwandeln.

WWU Baskets Münster im Vereins-Porträt

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  • Die Spielstätte: Der Umzug von der schon zu Regionalliga-Zeiten oft ausgelasteten Uni-Halle zum Berg Fidel hat sich rentiert. Auch organisatorisch hat der Übergang geklappt. Seine Heimat hat der Verein aber weiter am Horstmarer Landweg oder am Pascal-Gymnasium.

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  • Die Zuschauer: Gefühlt haben die Baskets ihr Publikum komplett mit rübergenommen und dazu noch schnell viele neue Freunde aus dem gesamten Stadtgebiet gewonnen. Die Kulisse ist vielfältig, vor allem aber jung. Hier zahlt sich der Draht zur Uni aus, die ja sogar im Namen steckt. Das Rahmenprogramm unterhält auch basketballfremde Besucher. Bester Beleg: Kein anderer Pro-B-Ligist im Norden und Süden hat einen besseren Zuschauerschnitt (1760).

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  • Termin: Den Samstagabend haben die Baskets auch nach dem Hallenwechsel beibehalten. Erst Basketball schauen, danach noch ausgehen - dieses Konzept läuft weiter gut. Der Besucherrekord (über 2700 gegen Iserlohn) wurde aber an einem Sonntag geknackt. Das folgende Heimspiel am Samstagabend (gegen Bochum) wollten aber erneut 2650 Besucher sehen.

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  • Modus: Die 2. Liga Pro B scheint extrem ausgeglichen. Das fördert die Spannung, jedes Heimspiel war eng. Die Mannschaften liegen tabellarisch nah beieinander. Als Krone kommen am Ende die Playoffs (oder Playdowns), in denen nach jetziger Einschätzung alles möglich ist.

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  • Finanzen: Neue Liga, neue Herausforderungen - die Baskets sehen sich im Etatvergleich im unteren Vierte ihrer Klasse, wirtschaften westfälisch zurückhaltend und erarbeiten sich dank der guten Akzeptanz des Vereins am Berg Fidel langsam größeren Bewegungsspielraum. Der allerdings in der Folgesaison aufgrund höherer Auflagen - unter anderem durch die verbindliche Ausstattung mit hauptamtlichen Stellen - auch nötig ist. Unter dem Strich: Die Baskets sind sorgenfrei, große Sprünge gibt es aber nur auf dem Feld.

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  • Die Sponsoren: Manager Helge Stuckenholz hat jahrelang Klinken geputzt, Synergien geschaffen, Werbepartner ins Boot geholt, die auf vielen Ebenen tätig weden, und damit viele Nischen gefunden. Zahlreiche kleine Gönner, junge Firmen, Internetunternehmen, aber auch alteingesessene Münsteraner - der Stamm ist breit aufgestellt. Nicht zu vergessen die Stadtwerke als großes Zugpferd und natürlich die Uni.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Präsenz: Auch hier ist Twitter der kleinste Markt, doch mit knapp 8500 Followern insgesamt müssen sich die Baskets, die schnell aufholen, nicht verstecken. Aktivität und Zuverlässigkeit sind noch steigerungsfähig. Dafür gibt der Club an anderer Stelle Gas, geht an Hochschulen, setzt gezielt auf Kooperationen mit anderen Marken und Sportvereinen.

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