Fußball: Trainerlizenz
Barez ist am Ziel – Preußen stellen eigenen Fußballlehrer

Münster -

Arne Barez hat anstrengende Monate hinter sich. Doch die Mühen haben sich gelohnt. Der U-17-Trainer und designierte Leiter des geplanten Nachwuchsleistungszentrums hat am Donnerstagabend die Lizenz als Fußballlehrer erhalten.

Freitag, 29.03.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 17:07 Uhr
Die Trainer des Fußballlehrer-Lehrgangs stehen mit DFB-Präsident Reinhard Grindel (l) zum Gruppenfoto zusammen.
Die Trainer des Fußballlehrer-Lehrgangs stehen mit DFB-Präsident Reinhard Grindel (l) zum Gruppenfoto zusammen. Foto: dpa

Gemeinhin gilt Arne Barez beim SC Preußen als der kühle, nüchterne und vor allem analytische Norddeutsche. Wenn der Trainer der U 17 aber von den Praxisphasen seiner nun erfolgreich abgeschlossenen Fußball-Lehrer-Ausbildung erzählt, spricht aus ihm die schiere Begeisterung. Vor allem die acht, neun Wochen, in denen er Steffen Baumgart, dem Chefcoach des Zweitligisten SC Paderborn über die Schulter schaute, haben Spuren hinterlassen.

„Die Offenheit dort war super, ich habe alles mitgemacht. Im Punktspiel gegen Bochum war ich bei der gesamten Tagesvorbereitung dabei, danach auch in der Kabine, bei den Ansprachen. Sein Konzept hat mich einfach überzeugt. Prägnant, klar, mit eigener Spielidee.“ Da hatte Barez mit der regionalen Zuteilung großes Glück. Dazu kamen noch eine Woche im FLVW und vor allem eine beim US-Soccer-Verband in Kansas City, wo im Ausbildungszentrum auch MLS-Trainer ihre Pro-Lizenz erwerben.

Familiäre Rückendeckung

Am Donnerstagabend erhielt der 40-Jährige im Kölner Hyatt-Hotel seine Urkunde. Bestanden, na klar. Die Abschlussgala, bei der auch der Trainer des Jahres (Florian Kohfeldt) und Volker Finke für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurden, als Höhepunkt einer fastzehnmonatigen Phase von Juni bis März, die ein gutes Zeitmanagement und viel Unterstützung im beruflichen wie privaten Bereich erforderte. Sein Arbeitgeber, der Philippka-Verlag in Münster, wo er als Fachredakteur für das Fußballmagazin arbeitet, gestattete flexible Zeiten und erhofft sich natürlich noch mehr Input.

Frau und Kinder mussten ab und an zurückstecken und hielten so den Rücken frei. Und David Paulus, Assistent bei den B-Junioren der Preußen, übernahm im vergangenen Dreivierteljahr vermehrt die Übungseinheiten. Auch strukturelle und koordinative Termine mit SCP-Sportchef Malte Metzelder mussten etwas hinten anstehen. „Ich habe von allen Seiten unfassbar viel Entgegenkommen erfahren“, so Barez. Anders läuft so ein Mammutprogramm mit langen Präsenzphasen in der Sportschule Hennef auch kaum.

Prominente Teilnehmer

Fußball-Lehre, Sport-Psychologie und Physiologie waren die drei Hauptfelder des 24-köpfigen Kurses, in dem die Ex-Nationalspieler Andreas Hinkel, Patrick Helmes und Daniel Bierofka die prominentesten Teilnehmer waren. Zahlreiche externe Referenten werteten den Lehrgang auf, dazu kamen Besuche der U-19-EM in Finnland und des Uefa-Traineraustauschs in Nyon.

„Wir waren schon eine total homogene Gruppe, alles herzensgute Menschen“, sagt Barez. „Klar, die ehemaligen Profis können eine besondere Sicht einbringen, aber alle anderen Blickwinkel sind nicht minder interessant. Die Werdegänge jedes einzelnen zu verfolgen, wird extrem spannend. Einige stehen oder standen ja plötzlich schon in der Verantwortung.“ Selbst gekickt wurde gerade zu Beginn auch häufig. „Mein Zimmernachbar Sven Schuchardt von Borussia Mönchengladbach hatte es echt drauf. Aber ich konnte auch wohl mithalten“, erzählt der allererste Absolvent der Elitelizenz aus Reihen der Preußen.

Perspektive Profi-Coach

Wie geht es jetzt weiter für Barez? Die mittelfristigen Pläne stehen schon. Erst mit der U 17 den Klassenerhalt schaffen, nächste Saison das Gleiche mit der U 19 wiederholen, dann so bald wie möglich die Leitung des noch zu errichtenden Nachwuchsleistungszentrums an der Hammer Straße übernehmen. Auch deshalb hat der SCP ihn ja in die DFB-Akademie geschickt. „Ich bin schon seit 2007 im Verein und sehe mit Freude, wie sich die Dinge unter Malte hier entwickeln. Gerade strukturell oder an der Schnittstelle zu den Senioren. Das sind Riesenschritte, das wird richtig, richtig gut.“

Trotzdem schließt Barez, dem die Helmut-Kalthoff-Stiftung aus Münster ein halbes Stipendium für den Fußball-Lehrer ermöglichte, für sich nicht aus, irgendwann als Profi-Coach zu arbeiten. „Die nächsten Steps sind definiert, aber irgendwann möchte ich schon die Perspektive sehen, mich 24 Stunden am Tag mit einer Mannschaft zu beschäftigen.“ Dazu passt auch seine Antwort auf die Frage, was er denn nun aus der Ausbildung mitgenommen habe: „Ich will ein besserer Trainer werden. Ich glaube, jetzt geht es erst so richtig los.“

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