Fußball: 3. Liga
Müssen die Preußen nach unten schauen oder nicht?

Münster -

Lässt sich noch etwas Spannung saugen aus dem Saison-Schlussspurt der Preußen? Wenn, dann muss der Blick wohl nach unten gehen. Sportchef Malte Metzelder betont, dass noch einige Punkte für den Klassenerhalt fehlen. Wir schauen auf die Zahlen.

Dienstag, 02.04.2019, 15:53 Uhr aktualisiert: 02.04.2019, 17:40 Uhr
Die Preußen auswärts? Keine Erfolgsgeschichte. Die Preußen im Abstiegskampf? Am Freitag gibt es eine Antwort.
Die Preußen auswärts? Keine Erfolgsgeschichte. Die Preußen im Abstiegskampf? Am Freitag gibt es eine Antwort. Foto: Jürgen Peperhowe

Eine Woche so, die andere wieder so. Die Saison ist für Preußen Münster weiter ein Auf und Ab, mit langen wie kurzen Hochphasen, aber auch mit vereinzelten wie mehrteiligen Negativserien. Der Schlussspurt bis Mitte Mai wird von der Frage diktiert: Müssen die Adler noch mal nach unten schauen? Nach drei Pleiten in der englischen Woche drohte tatsächlich noch mal ein Abrutschen in den Keller.

Nach dem folgenden Heimsieg gegen Unterhaching war dagegen fast schon finales Durchatmen angesagt. Und jetzt? Nach der 2:3-Niederlage in Würzburg? Sind es erst mal weiter sieben Punkte Vorsprung auf Platz 17. Hätte Großaspach jedoch schon am Samstag das 1:0 in Meppen über die Zeit gebracht und nicht noch 1:2 verloren, wären es schon nur noch fünf Zähler gewesen. Also, schaut der Club noch auf die Tabelle? „Ich schaue schon auf unser Konto und stelle fest, dass uns noch einige Punkte fehlen“, sagt Sportchef Malte Metzelder.

Auswärtsmisere macht Sorgen

Der SCP hatte schon einige schwere Phasen in dieser Spielzeit. Drei Niederlagen am Stück im August und September, dann sogar vier in der Adventszeit – und nun im März eben die drei Schlappen binnen acht Tagen. Aus jedem Tal arbeiteten sich die Preußen irgendwie wieder raus.

Mehr Sorge macht aktuell schon die Auswärtsmisere. Seit acht Partien gab es keinen Sieg mehr in der Fremde, immerhin wurde am Samstag der Torfluch auf gegnerischem Geläuf gebrochen. Doch die meisten Auftritte in diesem Zeitraum waren schwach. „Die Qualität unserer Fehler hat auswärts fast immer Folgen. Diese Performance auf anderen Plätzen ist ein großes Problem“, so Metzelder. Bedenkt man, dass das Restprogramm noch vier Gastspiele (in München, Braunschweig, Halle und Zwickau) bereithält, geht der Blick zwangsläufig runter.

Würzburger Kickers – Preußen Münster

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  • Preußens Simon Scherder und zahlreiche andere Mitstreiter im Luft-Duell.

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  • Benjamin Schwarz gegen Simon Skarlatidis.

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  • Das 1:0 für Würzburg durch Elva Caniggia.

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  • Des einen Freud ist des anderen Leid.

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  • Coach Marco Antwerpen gibt Anweisungen.

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  • Benjamin Schwarz gegen Daniel Hägele.

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  • Philipp Müller ist unzufrieden.

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  • René Klingenburg gegen Janik Bachmann (l.) und Dave Gnaase.

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  • Benjamin Schwarz gegen Simon Skarlatidis.

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  • Philipp Müller kommt zu spät gegen Kickers-Keeper Leon Bätge.

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  • Ein weiterer Blick auf das Würzburger Führungstor.

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  • Das 3:1 durch Dominic Baumann.

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  • Münsters Max Schulze Niehues rettet gegen Janik Bachmann.

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  • Duell zwischen René Klingenburg und Dave Gnaase.

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  • Gelb für Max Schulze Niehues.

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  • Marco Antwerpen und Max Schulze Niehues haben nach dem Spiel ...

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  • ... Gesprächsbedarf mit Schiedsrichter Marcel Gasteier.

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Ehrgeizig setzte sich die Mannschaft im Winter und auch danach noch andere Ziele. Mehr Zähler als in der Hinserie (29) sollten es in der zweiten Saisonhälfte sein. Bisher wurden es gerade zwölf in zwölf Spielen, sechs Siege müssten also noch her. Kaum zu schaffen. Auf Rang vier, der zur Teilnahme am DFB-Pokal berechtigt, schielten die Profis ebenfalls.

Cottbus, Großaspach und Braunschweig zeigen Positivtrend

Doch der ist inzwischen auch schon neun Punkte und sieben Tabellenplätze entfernt, auch wenn das auch nur zwei mehr als auf Großaspach sind. Beendet Münster die Serie mit dem Klassenerhalt und auch ohne längeres Zittern, würde niemand im Verein meckern. Jeder kennt die nicht ganz einfachen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Jena und Aalen (28 und 27 Punkte) sind kaum mehr zu retten, doch es bleiben immer noch zwei Ränge, die den Gang in die Regionalliga bedeuten. Großaspach als 17. spielt nur noch dreimal daheim (und auch noch in Münster), vor allem aber gegen Mannschaften, für die die Saison noch nicht gelaufen ist. Cottbus ist 18, besitzt auch nur noch dreimal Heimrecht, muss aber bis auf Spitzenreiter Osnabrück nur noch gegen Teams aus der unteren Hälfte ran – etwa gegen die beiden Schlusslichter. Ähnliches gilt für den 15. Braunschweig. Fortuna Köln darf noch viermal im Südstadion antreten und erwartet vor allem Gegner aus dem gesicherten Mittelfeld. Unterm Strich bleibt alles Spekulation.

Um Platz 16 zu erreichen, waren in den vergangenen Jahren diese Punktzahlen nötig: 38, 46, 44, 42, 44, 41, 44, 38, 40, 41. Diesmal gibt es erstmals vier Absteiger. Die aktuellen 41 SCP-Zähler dürften jedoch auf keinen Fall reichen, zumal Clubs wie Cottbus, Großaspach oder Braunschweig zurzeit einen Positivtrend haben.Für die Preußen heißt es: ein Sieg noch, dazu vielleicht ein Remis. Die beste Gelegenheit mit Blick auf den Spielplan bietet sich am Freitag gegen Meppen – dann ist vielleicht schon Ruhe im Karton. Die Emsländer haben nur einen Zähler mehr und sind auswärts vergleichsweise harmlos. Eine große Chance.

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