Fußball: Landesliga
Sportlicher Leiter beim BSV Roxel – Groß will Druck machen

Münster -

Das schwere Erbe des Gundolf Lorenz hat zu Jahresbeginn ein Rookie beim BSV Roxel angetreten. Aljoscha Groß ist neuer Sportlicher Leiter der Fußball-Abteilung – und kann bei seinen Planungen für die erste Mannschaft schon reichlich Erfolge verzeichnen.

Freitag, 05.04.2019, 16:24 Uhr aktualisiert: 05.04.2019, 21:50 Uhr
Sportlicher Leiter und Labelgründer: Aljoscha Groß
Sportlicher Leiter und Labelgründer: Aljoscha Groß Foto: fotoideen.com

Die Fußstapfen, in die Aljoscha Groß beim BSV Roxel tritt, sind zweifellos groß. Aber die Klamotten, die der 30-Jährige hauptberuflich fertigt, passen im besten Fall wie angegossen. Im neuen Shop eines großen Sportartikel-Anbieters in der Hiltruper Marktallee wird er als „Untermieter“ sein eigenes Label namens „Münster Liebe“ vertreiben. T-Shirts, Sweatshirts, Sportbekleidung. „Textildruck und Beschriftungen aller Art“ nennt der Jung-Unternehmer seine Produktpalette. Wobei „Druck“ sich auf seine berufliche Perspektive allein bezieht, als neuer Sportlicher Leiter des Landesligisten hinterlässt der ehemalige Kicker einen äußerst moderaten und kommunikativen Eindruck.

Als Nachfolger von Roxels Urgestein Gundolf Lorenz hat er seit Februar die Zügel in der Hand – und schon einiges bewirkt. Natürlich, sagt Groß, stand die Kaderzusammenstellung für die neue Saison im Vordergrund. Und die trägt Früchte. 25 Spieler sind beim Landesligisten fest eingeplant, darunter einige Neuzugänge wie der Oberliga-erfahrene Daniel Seidel (VfL Wolbeck), Max Mümken (ehemals Preußen Münster), Patrick Gockel (TuS Hiltrup) und Nawid Nesar, der wie der ehemalige Co-Trainer Nico Haverkamp und Mümken von Westfalenligist SuS Neuenkirchen kommt. Haverkamp wird im Übrigen seinen Posten als Assistent aufgeben und „nur“ noch als Spieler beim BSV geführt nach seinem Autounfall vor Kurzem. Simon Timmer wird der neue zweite Mann hinter Trainer Sebastian Hänsel, der seine Zusage für ein weiteres Jahr gegeben hat. Als Torwarttrainer kehrt Damian Hallas vom VfL Wolbeck zurück. Groß hat eine Vielzahl der Neuzugänge mit eingestielt, schließlich ist er in der Fußballszene gut vernetzt. Unter anderem 49 Westfalenliga-Spiele hat er bis zu seinem freiwilligen Karriere-Ende bestritten. 25 Jahre lief Groß selbst der Kugel hinterher, er kennt „Gott und die Welt“ im heimischen Fußballrevier.

Der Sportliche Leiter, als solcher bei der Jahreshauptversammlung des BSV im Februar gewählt, hat sich freilich auch in andere Belange des Vereins eingebracht: „Ein neues Jugendkonzept“ beschrieb Groß beispielsweise. „Wir arbeiten an der einheitlichen Struktur sowie an der Aus- und -Fortbildung für Trainer.“ Zudem kümmert sich Groß mit um das Sponsoring, das beim BSV in einem Förderverein konzipiert ist. „Wir können nicht mit viel Geld locken“, sagt er.

Umso erstaunlicher, dass es gelungen ist, einen nominell starken Kader zusammenzustellen. An der Zielsetzung ändert der erst mal nichts, da ist nicht die Rede vom anvisierten Aufstieg. „Wir wollen weiterhin im ambitionierten Landesliga-Bereich arbeiten. Wenn es dann zu mehr reichen sollte, umso besser“, sagt Groß. Dass es ihm, der verletzungsbedingt und auch aus Zeitgründen auf eine Fortsetzung seiner aktiven Laufbahn verzichtete, doch noch mal unter den Fußsohlen juckt, wenn er „seinen“ BSV spielen sieht, ist klar: „Ich habe auch schon mal wieder mittrainiert, und auch die Zweite hat schon angefragt, die Alten Herren sowieso“, sagte Groß. Zunächst einmal steht er aber als Sportlicher Leiter im Wort, sein eigenes Label erfordert viel Zeit – und Tennis spielen kann er auch ganz gut. „Vier Mal die Woche zu trainieren steht jedenfalls nicht mehr auf dem Programm.“

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