Fußball: Oberliga
Punkt in Ahlen hilft 1. FC Gievenbeck nicht weiter

Ahlen -

Für den 1. FC Gievenbeck wird die Lage im Tabellenkeller der Oberliga immer bedrohlicher. Selbst schafften die Münsteraner nur ein 1:1 bei RW Ahlen (trotz Führung) – die Konkurrenz hingegen punktete fleißig und setzte das Schlusslicht noch mehr unter Druck.

Sonntag, 07.04.2019, 19:26 Uhr aktualisiert: 07.04.2019, 20:18 Uhr
Ein Spiel, zwei bezeichnende Szenen: Erst feierte Gievenbecks Tom Gerbig (gr. Bild rechts) zusammen mit Julian Canisius und Nils Heubrock (v.l.) seinen frühen Führungstreffer in Ahlen. Später betrauerten Yasin Altun (kl. Bild) und Co. das Unentschieden.
Ein Spiel, zwei bezeichnende Szenen: Erst feierte Gievenbecks Tom Gerbig (gr. Bild rechts) zusammen mit Julian Canisius und Nils Heubrock (v.l.) seinen frühen Führungstreffer in Ahlen. Später betrauerten Yasin Altun (kl. Bild) und Co. das Unentschieden. Foto: Marc Kreisel

Wer schon nichts hat, dem wird auch noch das Wenige genommen. Für den 1. FC Gievenbeck hat sich dieser Spruch wieder brutal bewahrheitet. Rund eine Stunde lang war der Oberligist bei seinem Gastspiel bei RW Ahlen drauf und dran, den ersten Sieg seit Oktober 2018 einzufahren. Am Ende durfte das Schlusslicht für den einen Punkt beim 1:1 (0:1) noch Danke sagen.

Tom Gerbig hatte die Gäste früh per Kopf in Führung gebracht (13.), Marko Onucka später Ahlens Ausgleich per Handelfmeter (Yasin Altun) erzielt (67.). Insgesamt ging die Punkteteilung in Ordnung, auch wenn die Gäste aus Münster durch die rot-weiße Schlussoffensive noch reichlich ins Schleudern gerieten und über die gesamten 90 Minuten deutlich weniger Großchancen auf dem Zettel stehen hatten.

Es hatte aber eben auch einige Möglichkeiten gegeben, mit dem zweiten Tor früh für eine Vorentscheidung zu sorgen. Christian Keil rutschte beispielsweise kurz vor der Pause nur um Zentimeter an einer Vorlage von Julian Canisius vorbei. Nach Wiederanpfiff war es Maximilian Brüwer, der bei seinem Schuss von der Strafraumgrenze nur etwas mehr Zielwasser gebraucht hätte (59.). Auch unmittelbar vor ihrem Führungstreffer hatte die Elf von Trainer Benjamin Heeke eine gute Spielanlage bewiesen. Mit einem feinen Schnittstellenpass fanden die Gievenbecker in der 13. Minute erstmals Brüwer, der mit seinem strammen Schuss von der Strafraumgrenze Tim Oberwahrenbrocks Schnapper-Qualitäten ernsthaft prüfte. Der RWA-Keeper musste sich ganz lang machen, um das Spielgerät noch über die Latte zu bugsieren. Den folgenden Eckball trat Brüwer selbst und fand am langen Pfosten den zuvor einige Wochen verletzten Gerbig, der aus einem halben Meter Entfernung nichts mehr falsch machen konnte und zum 1:0 aus Sicht der Gäste einnickte.

„Das Standard-Tor war alles andere als ein Kompliment für Ahlen. So viele haben wir davon ja noch nicht geschossen“, kommentierte Coach Heeke knochentrocken den unerwarteten Türöffner für sein Team.

Nachzulegen schafften die Gäste aber einfach nicht. So passierte schließlich das, was sich in Hälfte eins schon zaghaft angekündigt hatte, nach der Pause dann immer deutlicher wurde und was sich spätestens mit dem Ahlener Ausgleich mit aller Brutalität zeigte: Die Gievenbecker gerieten immer mehr in Bedrängnis. „Ich weiß, dass der Ausgleich absolut verdient war, auch wenn man den Elfmeter hätte verhindern können“, ärgerte sich Benjamin Heeke. „Danach haben wir aus dem letzten Loch gepfiffen. Deshalb müssen wir eigentlich mit dem Punkt zufrieden sein“, schilderte Gievenbecks Trainer seine gemischte Gefühlslage.

Drei Fragen an Maximilian Brüwer

Maximilian Brüwer bereitete die Gievenbecker Führung vor und hatte später das zweite Tor auf dem Fuß. Der FCG-Stürmer sprach über das 1:1.Hand aufs Herz – zufrieden mit dem Punkt?Brüwer: Angesichts der letzten zehn Minuten ja. Das war anstrengend, Ahlen eindeutig am Drücker. Der Punkt geht in Ordnung, hilft uns aber nicht im Abstiegskampf.Wäre es nach dem 1:0 besser gewesen, sich hinten reinzustellen?Brüwer: Ich glaube nicht, denn dann wird der Druck des Gegners noch größer. Wir haben Jungs auf dem Feld, die Fußball spielen wollen. Hinten reinstellen liegt uns nicht, auch wenn es mal Punkte kostet. Wir wollten das zweite Tor machen. Das hat aber leider nicht geklappt.Ihre Mannschaft bleibt nach dem Remis Letzter. Was heißt das Ergebnis für das nun anstehende Hamm-Spiel?Brüwer: Wir müssen jetzt dreifach punkten. Auf Dauer reichen Unentschieden einfach nicht.

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Angesichts der Tabellensituation und der Ergebnisse der Konkurrenz war er es nicht. „Das ist für uns ganz schlecht“, kommentierte er die Nachrichten von den anderen Plätzen. Denn die Hammer SpVg feierte gegen TuS Ennepetal einen 3:2-Erfolg, Eintracht Rheine einen 2:1-Sieg beim SV Schermbeck, und Westfalia Herne freute sich beim 2:1 in Siegen über Punkte. „Wer am Boden liegt, der wird getreten“ wäre auch ein passender Spruch für diesen Spieltag gewesen.

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