Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Schlappe in Schwenningen bringt WWU Baskets Extramotivation

Schwenningen -

Der Blick der WWU Baskets Münster richtete sich nach der 82:100-Pleite im zweiten Playoffs-Halbfinale der Pro B bei den Panthers Schwenningen gleich wieder nach vorn. Das dritte Spiel am Samstag ist im Grunde schon ausverkauft. Und die Mannschaft will unbedingt zurückschlagen.

Montag, 22.04.2019, 16:38 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 17:33 Uhr
Mal hatten die Baskets in Schwenningen Raum wie Marco Porcher (oben), mal rannten sie sich fest wie Leo Padberg.
Mal hatten die Baskets in Schwenningen Raum wie Marco Porcher (oben), mal rannten sie sich fest wie Leo Padberg. Foto: Christina Pohler

Es dauerte nur wenige Momente. Dann hatten alle die Kampfeslust wiederentdeckt. Halbfinale, Spiel drei, der Showdown, die Entscheidung. Samstagabend, Berg Fidel, über 3000 Zuschauer, die (schon jetzt) ausverkaufte Halle. „Das wird ein heißes Ding“, sagte Alex Goolsby. „Zu den Playoffs gehört ja, dass es auch ganz eng wird“, fand Trainer Philipp Kappenstein. Die WWU Baskets Münster hatten gerade 2019 erstmals verloren. Nach 13 Triumphen in Serie. Und das auch noch richtig deutlich. 82:100 (48:48) im zweiten Teil der Vorschlussrunde bei den Panthers Schwenningen.

„Mir ist es fast lieber, richtig einen vor den Latz zu kriegen als mit nur einem Punkt“, so der Coach. „Jetzt ist die Motivation zu Hause von alleine da.“ In der gesamten Saison hatte der Aufsteiger nie mehr als 92 Punkte (in Bernau) zugelassen, in den Playoffs waren es allenfalls sogar 67. „Sowas kann aber immer passieren“, sagte Kappenstein milde. „Wir waren einfach oft einen Schritt zu langsam. Die Rollenspieler haben den Unterschied gemacht.“ In seinem Team kamen gerade die Außen wenig zur Geltung, während Panthers-Aufbau Kostas Karamatskos nach der Pause heiß lief, Bill Borekambi eine blitzsaubere Vorstellung ablieferte, Routinier Darius Pakamanis zu einem echten Faktor wurde und Sergey Tsvetkov glänzte. Fünf Akteure wurden zweistellig.

„Der Gegner stand mit dem Rücken zur Wand, wir haben ihren Schützen zu viel Freiheit gestattet“, sagte Andrej König. „Wir kennen die Gründe für die Niederlagen genau. In der Zone haben wir nicht gut verteidigt. Vor allem aber haben wir auf den Run des Gegners nicht gut reagiert. Im dritten Viertel waren wir charakterlich nicht gut.“ Die Knackpunktphase nach dem Wechsel. Auch wenn die Deckung in der gesamten Partie ungewohnte Schwächen zeigte – als der Gastgeber plötzlich Fahrt aufnahm, hatte Münster keine Antwort, wurde fahrig und unpräzise im Angriff, ging zu viel Risiko in der Abwehr, ließ sich noch mehr auf den schnellen Schlagabtausch ein. „Mit dieser Negativserie und dem Druck konnten wir nicht umgehen. Schwenningen hat uns mit Mentalität den Schneid abgekauft“, sagte Kappenstein. Das, was eine Woche zuvor noch mit dem eigenen Publikum im Rücken hervorragend funktioniert hatte, kehrte sich nun ins Gegenteil um.

Drei Fragen an Stefan Wess

Seine beiden Dreier hielten die Baskets nur anfangs im Spiel, da. Stefan Wess fand aber auch positive Aspekte bei der Pleite am Samstag.

Wie groß ist der Frust, nach so langer Zeit wieder zu verlieren?

Wess: Im Moment ist es schon bitter. Wir wollten ja auch ganz anders auftreten. Aber es sind jetzt Playoffs. Da kann es schon mal enger werden. Hätten wir vor der Saison gewusst, dass wir ein drittes Spiel im Halbfinale kriegen, wären alle glücklich gewesen.

Warum ging diesmal das Defensivkonzept überhaupt nicht auf?

Wess: Wir haben nicht gut im Eins-gegen-eins verteidigt, haben Schwenningen zu einfach zu Würfen kommen lassen.

Welche Bedeutung hatte die laute Halle?

Wess: Klar, das spielt mit rein. Aber wir müssen auch die eigenen Fans erwähnen, die uns überragend unterstützt haben. Mit so vielen Münsteranern hatten wir überhaupt nicht gerechnet.

...

Die Kulisse wurde erneut zur bedeutsamen Komponente. Auch wenn (offiziell) nur 1400 Zuschauer in die eher für Schulsport konzipierte Deutenberghalle passen, wurde sie zum Hexenkessel. Die lauten Fans, der aufpeitschende Hallensprecher – die Baskets schienen beeindruckt. „Klar, auch das hat eine Rolle gespielt“, sagte Kappenstein. Wohlwissend, dass sich am nächsten Samstag diese Verhältnisse wieder umkehren werden.

Denn er und alle anderen, ob Team, Stab oder Anhänger, vermittelten den Eindruck, dass sie – obwohl der Verein die Pro A längst ausgeschlossen hat – unbedingt ins Finale wollen. Dort warten bereits die Bayer Giants Leverkusen (2:0-Sieger gegen Bernau).

Punkte der WWU Baskets: Delpeche (22), Cooper (16), Goolsby (11), J. König, Weß (je 8), A. König (7), Porcher (5), Padberg, Husmann (je 2), Hänig (1)

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