Basketball: 2. Liga Pro B
Traumreise der WWU Baskets führt ins Finale

Münster -

Langsam gehen den Fans der WWU Baskets die Superlative aus, doch noch braucht es ein kleines bisschen Platz nach oben: Der Aufsteiger hat das Halbfinale gewonnen – und erwartet den nächsten Stimmungshöhepunkt schon am Mittwoch beim ersten Finale gegen Leverkusen.

Sonntag, 28.04.2019, 17:22 Uhr aktualisiert: 28.04.2019, 18:12 Uhr
Basketball: 2. Liga Pro B: Traumreise der WWU Baskets führt ins Finale
Die Jubelreise nimmt kein Ende: Nächste Station ist das Finale am Mittwoch – wieder am Berg Fidel, dann gegen Leverkusen. Foto: Jürgen Peperhowe

Weiter, weiter – immer weiter: Die unglaubliche Reise der WWU Baskets Münster endet erst im Finale der 2. Bundesliga Pro B. Die geschichtsträchtige Saison mündet in die Partien gegen die Bayer Giants Leverkusen am 1. Mai (Mittwoch, 18 Uhr) am Berg Fidel und am 3. Mai (Freitag, 20 Uhr) in der Ostermann-Arena zu Leverkusen. Das und viel mehr feierten 3000 Enthusiasten in einem goldfarbenen Konfetti-Regen nach dem 86:83 (43:37) im dritten Playoff-Halbfinalspiel gegen die Panthers Schwenningen.

Rein sportlich ist Münster also erneut ein Aufsteiger, stellt sich aus bekannten Gründen aber der Pro-A-Herausforderung (noch) nicht. Gleichwohl herrschte kollektive Glückseligkeit am Basketball-Berg – im Wissen darum, alles richtig gemacht und neues Potenzial voll entfaltet zu haben. „Jetzt noch ein NRW-Derby – mehr geht nicht“, sagte der klatschnass geschwitzte Trainer Philipp Kappenstein.

WWU Baskets erreichen Finale der Playoffs

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  • Großer Jubel bei den WWU Baskets

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die WWU Baskets ließen sich nach dem Sieg von ihren Fans feiern

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Jubel bei Baris Türkel (WWU Baskets)

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  • Baskets-Coach Philipp Kappenstein mit seiner Tochter Luisa

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  • Enttäuschung bei Rasheed Moore von den Panthers Schwenningen

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  • Ganz und gar nicht in Feierlaune waren die Panthers Schwenningen (v.l.): Seid Hajric, Hannes Osterwalder, Konstantin Karamatkos, Rasheed Moore, Leon Friedrich, Sergey Tsvetskov.

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  • Die La-Ola-Welle durfte nicht fehlen.

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  • Anell Alexis von den Panthers Schwenningen wollte nicht mehr hinsehen.

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  • Jubeltänzchen mit Nicolas Funk, Malcom Delpech und Joseph Cooper

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  • Rasheed More und Leon Friedrich (Panthers Schwenningen)

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  • Jubeltänzchen mit Nicolas Funk, Malcom Delpech und Joseph Cooper

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  • Rasheed Moore,Anell Alexis, Hannes Osterwalder und Bill Borekambi (Panthers Schwenningen) waren sichtlich enttäuscht.

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  • Großartige Stimmung herrschte in der Halle Berg Fidel.

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  • Großer Jubel bei Baskets-Coach Philipp Kappenstein

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  • Helge Stuckenholz, Manager der WWU Baskets

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  • Grenzenlose Freude: Trainer Philipp Kappenstein

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  • Rasheed Lee Moore gegen Nicolas Funk

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  • Andrej König gegen Konstantin Karamatskos

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  • Anell Alexis gegen Andrej König

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  • Rasheed Lee Moore gegen Stefan Weß

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  • Nicolas Funk gegen Abdulai Abaker

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  • Leo Padberg

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  • Alen Velcic

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  • Joseph Cooper gegen Bill Borekambi

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  • Andrej König gegen Seid Hajric

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  • Malcom Delpeche gegen Hannes Osterwalder

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  • Trainer Philipp Kappenstein spricht zu seinen Spielern.

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  • Malcom Delpeche und Kai Hänig

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  • Finalreif war die Stimmung von Beginn an.

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Intensität, Spannung, Lautstärke

Er war gerührt und geschlaucht wie seine zehn großartigen Kämpfer, die nach 29 Saisonspielen in den Genuss einer Bonus-Runde kommen. Bis zum Feiertag müssen die Akkus aufgeladen werden. Aktuell sind die leer. Kappenstein: „Auf das Finale haben alle Bock. Das garantiere ich.“ Diese Pro-B-Serie erlebte schon viele Highlights, aber das dritte Duell mit den Schwarzwäldern toppte von der Intensität, der Spannung und der Lautstärke alles bisherige. Dieser emotionale Gipfel riss alle mit, weil er alles bot. Restlos ausgelaugt und von Krämpfen geplagt zitterte Münster nur am Ende etwas um den Erfolg.

Auch taktisch waren die Baskets auf neuem Niveau unterwegs. Kappenstein beorderte die beiden „Big Man“ Malcom Delpeche und Kai Hänig in die Startformation und verordnete dem Kader eine strikte wie extrem anstrengende Manndeckung. Die Großen dominierten die Zonen, die Schwenningen ansonsten gerne zu seinem Hoheitsgebiet erklärt. „Wir wollten sie überraschen, das ist uns gelungen“, sah Kappenstein nach einer 9:1-Führung den Weg geebnet. Drei Viertel verbuchten Jojo Cooper und Co. für sich (23:19, 20:18, 20:16). Da störte das 23:30 der letzten zehn Minuten nicht mehr. Der Gast führte genau einmal (27:25).

Kommentar: Gemeinsam passiert‘s

Große Entwicklungen in Unternehmen kommen nie von einer Person. Sie sind das Produkt eines Teams“. Worte, die Steve Jobs, Begründer von Apple, einmal über die Lippen gingen. Ein kluger Mann – mit ganz viel Weitblick.Philipp Kappenstein hat das am Samstag ganz ähnlich formuliert. Das, was der „Teamleiter“ der WWU Baskets nach dem Finaleinzug von sich gab, hörte sich so an: „Die Jungs sind wieder über sich hinausgewachsen. Unfassbar, was wir mit dieser Aufstiegstruppe erreicht haben. Der kollektive Wahnsinn! Ich bin so stolz.“ Worte, die doch stark an die Fußball-EM-Hymne von Felix Jaehn und Herbert Grönemeyer von 2016 erinnerten. Die da singen: „Einer für alle ... Jeder für jeden, das Versprechen gemeinsam passiert’s“.Es ist passiert. Wieder. Erst der Gewinn der kaum für möglich gehaltenen Meisterschaft in der Nord-Staffel im Februar, nun der Einzug ins Playoff-Finale, der sportlich den Weg in die Pro A weist. Zumindest auf dem Papier. Münster verzichtet bekanntermaßen, um sich nach dem x-ten Kneifen erstmal gemeinsam zu sortieren.Kappenstein versuchte diese auch für ihn nicht leichte Entscheidung des Vereins im Anschluss dem Publikum zu erklären. Authentisch, sachlich und mit viel Feingefühl – so dass es auch der Letzte im Saal am Berg Fidel gewiss verstanden haben sollte. Applaus für so viel Weitsicht! Der Gang in die Pro A, er ist aufgeschoben, nicht aufgehoben.Malcolm Delpeche trieb derweil Schabernack, verschanzte sich hinter der Werbetafel und ließ für Kappenstein im Talk mit den Zuschauern Konfetti regnen. Ein Indiz, dass sich diese Jungs verstehen. Allesamt. Teamplayer halt, die sich Ziele setzen. Und sich weiterentwickeln – um ganz groß zu werden. Klein sind sie schon lange nicht mehr, die Baskets.

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Charakterstärke der Baskets

Das Spielleiter-Duo Moskovic/Damm stellte mit einseitigen Entscheidungen zur Baskets-Zweikampfbewertung die WWU-Asse nervlich auf die Probe. Schwenningen bekam 50 Freiwürfe zugesprochen und verwarf 16, Münster kam auf 23 (8). Cooper und der seinen 18. Geburtstag feiernde Nico Funk waren zügig foulbelastet und mussten 6:24 beziehungsweise 3:15 Minuten vor Schluss raus. 50 Rebounds, davon 19 vorne, beschreiben die Baskets-Charakterstärke. Delpeche ragte heraus. In diesem Bereich und als Punktemacher. Überragend.  

WWU Baskets: Delpeche (21), A. König (19/1), Cooper (11/1), Weß (10/1), Porcher (6), Goolsby (5), J. König, Hänig, Funk (je 4), Padberg (2)

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