Fußball: Oberliga
Gievenbeck nach Pleite in Holzwickede ein „gefühlter Absteiger“

Münster -

Ist der Abstieg jetzt überhaupt noch abzuwenden für den 1. FC Gievenbeck? Nach der 1:4-Pleite beim Mitaufsteiger Holzwickeder SC fand Trainer Benjamin Heeke scharfe Worte und nahm sich selbst ausdrücklich mit in die Kritik.

Donnerstag, 02.05.2019, 17:14 Uhr aktualisiert: 03.05.2019, 14:34 Uhr
Ratlos und nach der nächsten Pleite in einem Kellerduell auch ein wenig frustriert: Gievenbecks Trainer Benjamin Heeke.
Ratlos und nach der nächsten Pleite in einem Kellerduell auch ein wenig frustriert: Gievenbecks Trainer Benjamin Heeke. Foto: Wilfried Hiegemann

Vielleicht wären die Oberliga-Fußballer des 1. FC Gievenbeck an diesem 1. Mai doch besser mit dem Bollerwagen und ausreichend Flüssignahrung losgezogen, als beim Holzwickeder SC um die vielleicht letzte Chance im Kampf um den Klassenerhalt zu spielen: Statt der feuchtfröhlichen Maitour erwartete das Schlusslicht eine ernüchternde 1:4 (0:3)-Schlappe – wahrlich kein Grund für Feierlichkeiten.

Auch dieses Nachholspiel hatte der FCG seit Wochen als eine Art tabellarischen Notgroschen vor sich her getragen, jetzt ist das Spiel gespielt und das Konto unverändert. In der Tabelle bleibt es damit bei einem Rückstand von fünf Zählern auf den möglicherweise rettenden 16. Rang, der Tabellennachbar Hammer SpVg ist in der jetzt halbwegs bereinigten Tabelle auch schon um vier Punkte enteilt.

Der Kampf um die Klasse ist fünf Spieltage vor dem Saisonkehraus damit auf dem Platz nur noch schwer zu gewinnen und eigentlich schon ein Fall für ambitionierte Mathematiker. „Gefühlt sind wir heute abgestiegen”, erlaubte auch Trainer Benjamin Heeke nach dem Abpfiff einen tiefen Blick in seine Trainerseele. „Natürlich hören wir nicht auf zu trainieren, natürlich wissen wir, dass im Fußball die verrücktesten Dinge passieren können.”

Allein: Was sein Team an diesem Tag der Arbeitsverweigerung auf den Platz brachte, spricht laut und deutlich gegen alle Fußballwunder-Fantasien. „Die elf Mann, die ich auf den Platz geschickt habe, haben schlecht gespielt. Punkt. Das ist so”, lautete dann auch das vernichtende Spieltagszeugnis. „Aber es wäre absolut unfair, alles auf die Spieler abzuschieben. Wir waren zum x-ten Male gegen einen direkten Konkurrenten chancenlos. In der Bundesliga wäre der Trainer längst gefeuert worden. Das passiert bei uns nicht. Aber dennoch muss ich mich auch selbst hinterfragen und feststellen, dass auch ich versagt habe.” Wieder einmal gab es nach der Partie statt Punkten nur Lob vom Gegner: „Und wenn man sich das Woche für Woche anhören darf und trotzdem ganz hinten steht, kann man als Trainer ja wirklich nicht alles richtig gemacht haben.“

Dabei hatten sich Heeke und seine Jungs für diesen 1. Mai in Holzwickede viel vorgenommen, obwohl schon vor dem Anpfiff klar war, dass es alles andere als ein Mai-Spaziergang werden würde. Das stellten die Platzherren von Beginn an klar. Nach nur 19 Minuten ließ Mirko Gohr die Alarmglocken schrillen und besorgte die frühe Führung für die Platzherren, die das Bedrohungsszenario bis zum Wechsel durch Sebastian Hahne (34.) und Nico Berghorst (41.) in den tiefroten Bereich steigerten. Mit der 3:0-Führung zum Seitenwechsel war die Arbeit an diesem Tag der Arbeit weitgehend verrichtet. Jannik Balz mit dem Gievenbecker Anschlusstreffer (58.) und erneut Hahne mit dem 4:1-Endstand (64.) sorgten für die weiteren Tore.

FCG: Eschhaus – Bergmann, Rieger, Scherr, Gerbig – Heubrock (32. Kurk), Altun, Geisler, Canisius – Keil, Niemann (57. Balz)

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