Basketball: 2. Bundesliga Pro B
Bis der Berg Fidel überkocht – WWU Baskets unterliegen Leverkusen

Münster -

Teil eins des Playoff-Finales haben die WWU Baskets Münster verloren. Es war im letzten Heimspiel der Saison erst die zweite Niederlage. Gegner Bayer Giants Leverkusen zeigte beim 89:86-Sieg gerade in der Endphase seine Klasse.

Donnerstag, 02.05.2019, 17:34 Uhr aktualisiert: 02.05.2019, 17:58 Uhr
Jetzt schlägt‘s 13: Münsters Marco Porcher setzt sich hier gleich gegen zwei Giants aus Leverkusen durch. Am Ende hatten jedoch Marian Schick (l.) und Alex Blessig mit ihrem Team die Nase knapp vorn.
Jetzt schlägt‘s 13: Münsters Marco Porcher setzt sich hier gleich gegen zwei Giants aus Leverkusen durch. Am Ende hatten jedoch Marian Schick (l.) und Alex Blessig mit ihrem Team die Nase knapp vorn. Foto: Jürgen Peperhowe

Das war’s noch nicht. Am Berg Fidel machen sich die WWU Baskets Münster in den nächsten Monaten rar, aber einmal noch treten sie in Aktion: Freitag (20 Uhr, Ostermann-Arena), nämlich zum zweiten Playoff-Finale der 2. Bundesliga Pro B, dessen Erstauflage die Bayer Giants Leverkusen am Feiertag in Münster hauchdünn mit 89:86 (50:50) für sich verbuchten. 2000 Zuschauer erwarten die „Giganten“, nicht wenige werden aus der Unistadt gen Rhein reisen. In der Absicht, auswärts die letzte Party einer wahrlich großen Saison zu feiern.

Der Aufstiegsverzicht der Baskets führte nicht zu einer Leere in den Köpfen oder auf den Rängen. Am 1. Mai standen 3000 Zuschauer noch lange nach Spielschluss vor ihren Sitzen und feierten geschlossen mit einer „Humba“ den Kader, der in allerletzter Sekunde durch einen wunderbaren Dreier des bärenstarken und 32 Minuten lang eingesetzten US-Amerikaners Nick Hornsby (24 Punkte) die erst zweite Heimniederlage kassierte. Leverkusen steht aufstiegstechnisch in den Startlöchern, sucht aber noch Sponsoren.

„Wir haben noch ein Spiel. Stand jetzt fehlen uns nur drei Punkte zum Unentschieden“, sagte Baskets­Coach Philipp Kappenstein. Sein Gegenüber Hansi Gnad schärfte die Sinne der Seinen: „Es ist jetzt Halbzeit. Mehr nicht. Wir wollen zu Hause in einer vollen Halle feiern.“ Diesbezüglich habe Münster die Messlatte hoch gelegt: „Hut ab vor diesem unfassbaren Publikum – was die Anzahl und die Stimmung angeht“, sagte der 2,08 Meter lange Europameister von 1993.

Gnad griff im ersten Endspiel bei 13:9-Führung zu einem ungewöhnlichen Mittel. Er wechselte die Starting Five komplett aus und erlebte, dass auch die neue Formation einen Münsteraner gar nicht auf dem Schirm hatte. Stefan Wess nämlich nutzte den Freiraum geschickt und wurfstark gleich zu 15 von 17 Baskets-Punkten im ersten Viertel. Fortan wurde der Gievenbecker aggressiver verteidigt. Ganz auszuschalten war er nicht. Dass er und ein sich im Spielverlauf deutlich steigernder Kapitän Jan König (sieben Dreier) aus der Entfernung heraus auftrumpften und am Ende 15 Dreier nach 30 Versuchen in der Bilanz standen, war ebenso bemerkenswert wie notwendig, um den Schlagabtausch offen zu halten. Defensiv ließ Münster dem Gast zu viel Freiraum, da fehlte oft der richtige Schritt.

Dem – nach einer genähten Risswunde an der rechten Hand – mit Schutzhandschuh spielenden Malcom Delpeche mangelte es an Wurf-Vertrauen. Er marschierte gebremst durch 23 Einsatzminuten. Aufbau Jojo Cooper agierte vielfach zu wild und damit zu fahrig, um seine Führungsrolle ausfüllen zu können. Nur einer von acht Würfen saß. Youngster Nico Funk löste ihn für 15 Minuten ab und stellte sich mutig den Assen der Gegenseite, Nino Celebic und Alexander Blessig, die zusammen auf 23 Punkte und acht Assists kamen.

Nach den ersten drei Vierteln (17:18, 33:32, 21:15) schwanden in der Abwehr die letzten Kräfte. Bayer zog oft ein schnelles Passspiel auf und agierte sehenswert griffig. Die Bälle flogen gezielt zum freien Mann. Münsters 73:65 war eine Moment­aufnahme, auch Jan Königs letzter Dreier zum 84:78 setzte Bayer nicht matt.

Die coolen „Gnadisten“ verfolgten ihren Plan. Celebics Dreier zum 86:84 konterte Jan König mit zwei von drei möglichen Freiwurftreffern noch. 1,5 Sekunden vor Schluss trat Hornsby in Aktion – und fand sich danach in der roten Jubeltraube ganz unten wieder.

Punkte: J. König (29/7), Weß (22/3), Porcher (10/2), Goolsby (6/2), Delpeche (6), A. König (4), Padberg (3/1), Cooper, Funk, Hänig (je 2)

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