Basketball: 2. Liga Pro B
Chancenlos in Leverkusen – und doch sind die WWU Baskets stolz auf den Vizetitel

Leverkusen -

Mit einer Niederlage haben sich die WWU Baskets Münster aus ihrer Premierensaison in der 2. Liga Pro B verabschiedet. Nach dem 86:89 im ersten Playoff-Finale verlor der Aufsteiger auch das zweite Duell gegen Bayer Leverkusen (60:88). Stolz auf die grandiose Spielzeit aber dürfen die Baskets allemal sein.

Freitag, 03.05.2019, 22:16 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 14:26 Uhr
Kaum ein Durchkommen: Alex Goolsby bleibt an Alexander Blessing und Tim Schönborn hängen.
Kaum ein Durchkommen: Alex Goolsby bleibt an Alexander Blessig und Nicholas Hornsby (r.) hängen. Foto: Jürgen Peperhowe

Dieser letzte Triumph blieb den WWU Baskets versagt. Kein kleines Sport-Mirakel am Rhein, keine Aufholjagd bei den Giants Leverkusen, am Ende klappte beim neuen Pro-B-Meister alles – nichts mehr beim Team von Trainer Philipp Kappenstein. Im zweiten Finale, nach dem 86:89 in Münster, siegte die Auswahl von Ex-Europameister Hansi Gnad am Ende brutal deutlich mit 88:60 (22:14, 16:12, 19:17, 27:17) vor über 3000 Zuschauern in der Rundsporthalle, die nur einen Steinwurf entfernt von der Bay-Arena liegt.

Daniel Müller, Geschäftsführer der 2. Basketball-Bundesliga, ehrte beide Teams. Leverkusens Akteure feierten nach einer Gala, Münsters Hauptdarsteller wirkten niedergeschlagen, geknickt, völlig ausgepumpt. Kappenstein setzte sich erst in der letzten Minute, erst da war sein letzter Funken Hoffnung verfolgen, alles war entschieden. In diesem Moment war eine sensationelle Saison ganz weit weg. Enttäuschung pur. Aber nur in diesem Moment. Wenige Augenblicke später feierten über 500 Münster-Fans frenetisch ihr Team, ihre Basketball-Helden – nach dieser Niederlage. Meisterlich.

Bei Münster riss der Faden

Wo einst Real Madrid oder FC Barcelona spielten, suchten die Baskets ihr Glück. 2008 spielten die „Riesen vom Rhein“ letztmals, und das im letzten Bundesliga-Heimspiel gegen Skyliners Frankfurt vor dem Abstieg, vor ausverkaufter Halle. Madrid, Barcelona, Münster – Hauptsache Basketball. „Und was sind schon drei Punkte“, fragten die mindestens 500 mitgereisten WWU-Anhänger lakonisch. Ja, was schon?

Entscheidungsspiel Giants Leverkusen gegen WWU Baskets

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  • Fans mit Mannschaft und Helge Stuckenholz

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  • Philipp Kappenstein nach Spielschluss

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  • Sieger Leverkusen

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  • Philipp Kappenstein nach Spielschluss

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  • Die Spieler bedanken sich bei den Fans.

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  • Philipp Kappenstein nach Spielschluss

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  • Giants Leverkusen gewinnt Entscheidungsspiel gegen WWU Baskets Foto: Jürgen Peperhowe
  • Fans mit Mannschaft und Helge Stuckenholz

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  • Philipp Kappenstein nach Spielschluss.

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  • Dank der WWU Baskets an die Fans.

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  • Gratulation an Leverkusen durch Helge Stuckenholz.

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  • Cooper gegen Benjamin Nick

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  • Cooper gegen Benjamin Nick

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  • Goolsby gegen Marian Schick

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  • Goolsby gegen Marian Schick

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  • Cooper gegen Nino Celebic

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  • Cooper gegen Nino Celebic

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  • Goolsby gegen Alexander Blessing und Tim Schönborn

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  • Cooper gegen Benjamin Nick

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  • Cooper gegen Benjamin Nick

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  • Philipp Kappenstein

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  • Porcher gegen Michael Kuczmann

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  • Stefan Weß gegen Tim Schönborn

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  • Cooper

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  • Jan König gegen Lars Thiemann

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  • Philipp Kappenstein

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  • Jan König gegen Marian Schick

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  • Jan König gegen Alexander Blessig

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  • Viele Fans aus Münster sind mitgereist.

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  • Giants-Leverkusen-Fans

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  • Giants Leverkusen gewinnt Entscheidungsspiel gegen WWU Baskets Foto: Jürgen Peperhowe
  • Giants Leverkusen gewinnt Entscheidungsspiel gegen WWU Baskets Foto: Jürgen Peperhowe
  • Giants Leverkusen gewinnt Entscheidungsspiel gegen WWU Baskets Foto: Jürgen Peperhowe
  • Giants Leverkusen gewinnt Entscheidungsspiel gegen WWU Baskets Foto: Jürgen Peperhowe

Nach fünf Minuten hatten die Baskets den Drei-Punkte-Rückstand aus dem Hinspiel erst einmal egalisiert und führten mit 9:6 – Jan König mit einem „Dreier“ war verantwortlich. Als König kurz vor Ende des ersten Viertels vom Feld ging, Münster führte 14:13, riss der Faden. Leverkusen zog auf 22:14 davon. So schnell ging das. Das erste Viertel war Geschichte.

Grandiose Saison der WWU Baskets

Die Hausherren verteidigten von nun an knüppelhart und ohne Kompromisse, das zog den WWU Baskets den Zahn. Unter dem Korb hatte Leverkusen alles im Griff, weiter vorne auch, es gab kein Durchkommen für die Gäste. Die Wurfquote sank in den Keller. Die Rückstand wuchs und wuchs (27:16 und 33:18). Die weißen Riesen vom Rhein machten keine Gefangenen. Zumal auch nur Jan König zuverlässig für das Kappenstein-Team punktete. Münsters Coach wirkte zwischenzeitlich ratlos, wie sollte er den Lauf des bereits feststehenden Pro-A-Aufsteiger stoppen? Eine Herkulesaufgabe bei einem 26:38-Rückstand zur Halbzeitpause.

Und an diesem Tag nicht lösbar für die Baskets. Noch einmal ein Kraftakt, noch einmal das Spiel drehen, wie es den Baskets so häufig in dieser fulminanten Saison gelungen war – es sollte nicht sein. Der Meister der Süd-Staffel der Pro B lief auf Hochtouren durch diese Partie. Münsters Würfe und Korbleger landeten nicht in Serie in der Reuse. Es wäre notwendig gewesen für den allerletzten, ganz großen Sieg. Einer grandiosen Saison der WWU Baskets tat das keinen Abbruch. Punkte: Jan König (16), Cooper, Weß (je 11), Delpeche (9), Goolsby (5), Andrej König, Hänig, Porcher, Padberg (alle 2)

Kommentar

Euphorie nutzen: Note eins mit Stern

Von Henner Henning

Am Ende ist es die Vizemeisterschaft in der 2. Liga Pro B geworden – und damit ein Ergebnis, mit dem die WWU Baskets Münster alle Erwartungen übertroffen haben. Mit der gebotenen Bescheidenheit eines Aufsteigers war das Team von Trainer Philipp Kappenstein in die Premieren-Saison gegangen, das Erreichen der Playoffs und damit der vorzeitige Klassenerhalt waren das Ziel. Dieses haben sie locker erfüllt, haben dazu Münster endgültig aus dem Basketball-Schlaf gerissen und elektrisiert. Nun gilt es, den Hype und die Gelegenheit zu nutzen, um sich für einen möglichen Gang in die Zweitklassigkeit, auf den die Baskets mit dem Auge der Vernunft diesmal verzichteten, vorzubereiten. Denn ein zweiter Verzicht wäre bei aller Euphorie nur schwer zu verkaufen.

Erst einmal aber gibt es für die Saison die Note eins mit Sternchen – auch als Vize.

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