Fußball: 3. Liga
Preußen Münster bärenstark in Halle – Fußballherz, was willst du mehr?

Halle -

Auf den letzten Metern einer wellenhaften Saison nehmen die Preußen noch mal richtig Fahrt auf. Beim 2:1-Sieg in Halle, der einer der besten Leistungen seit Monaten entsprang, demonstrierte die Mannschaft, was sie im Augenblick tun möchte: die Momente genießen.

Sonntag, 05.05.2019, 13:32 Uhr aktualisiert: 05.05.2019, 13:57 Uhr
Martin Kobylanski (l.) und René Klingenburg schossen die Preußen am Samstag in Halle zum Sieg, werden den Club aber am Saisonende verlassen.
Martin Kobylanski (l.) und René Klingenburg schossen die Preußen am Samstag in Halle zum Sieg, werden den Club aber am Saisonende verlassen. Foto: Sebastian Sanders

Der SC Preußen Münster ist auf Tournee und derzeit jeden Cent seines Eintrittsgeldes wert. Am Samstag bestaunten 7469 Zuschauer in Halle an der Saale den Drittligisten aus Westfalen, der derzeit in bester Kräuterschnaps-Manier auftritt. Zumindest passt der Slogan „Nie war er so wertvoll wie heute“ fast perfekt zu jedem der jüngsten Auftritte der Preußen, die dem schon eindrucksvollen 3:3 in Braunschweig an diesem Samstag ein möglicherweise noch beeindruckenderes 2:1 (2:0) beim Halleschen FC folgen ließen.

Für die Saalestädter bedeutete dieses Ergebnis einen massiven, vielleicht entscheidenden Rückschlag für die Aufstiegsambitionen, für Münster außer einer entspannten Rückfahrt eigentlich gar nichts mehr. Warum eigentlich nicht, muss sich das Team von Trainer Marco Antwerpen angesichts der jüngsten Gala-Auftritte und nach nun elf Zählern aus fünf ungeschlagenen Spielen in Folge, fragen lassen. Einzig diese Frage ließen die Preußen, die am Samstag ansonsten eigentlich auf alles eine Antwort hatten, nach dem Spiel offen. In dieser Form, mit diesem Spielwitz und mit dieser Konsequenz hätte in dieser Serie mehr drin sein können als der aktuelle Rang sechs, aus dem im besten Fall noch Abschlussplatz fünf wird.

Rühle und Cueto fehlen

Marco Antwerpen ließ in Halle erwartungsgemäß die überzeugende Anfangs-elf aus dem Braunschweig-Team von der Kette. Veränderungen gab es dafür auf der Ersatzbank. Danilo Wiebe war am Samstag mitgereist ebenso wie Benjamin Schwarz. In Münster geblieben waren Lucas Cueto und Tobias Rühle

...

„Gute Frage“, bestätigte René Klingenburg, Schütze des zweiten Preußen-Tores in Halle, nach der Partie. „Das ist schon ein bisschen schade. Aber es zeigt, dass die Mannschaft gewillt ist, bis zum Ende alles zu geben und den bestmöglichen Platz zu erkämpfen.“ Eine Einschätzung, der sich Münsters Mann der Woche vorbehaltlos anschließt. Kapitän Martin Kobylanski erzielte die 1:0-Führung nach 13 Minuten höchstpersönlich, Klingenburgs Kopfball zum 2:0 legte er vorbildlich auf (32.). „Wir wollen so viel erreichen, wie noch möglich ist“, gab der mit elf Treffern erfolgreichste Preußen-Schütze zu Protokoll. Allein drei dieser Tore erzielte er in den letzten beiden Partien.

Hallescher FC – SC Preußen Münster

1/61
  • Rufat Dadashov verteidigt den Ball gegen Jan Washausen und Tobias Schilk.

    Foto: Sebastian Sanders
  • René Klingenburg im Duell mit Bentley Bexter Bahn.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Zweikampf zwischen Tobias Schilk und Moritz Heinrich.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Martin Kobylanski schiebt den Ball zum 1:0 ein.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Martin Kobylanski freut sich mit Niklas Heidemann, René Klingenburg und Sandrino Braun über seinen Treffer.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Rufat Dadashov, René Klingenburg, Martin Kobylanski und Moritz Heinrich bejubeln das 2:0.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Niklas Heidemann setzt sich gegen Tobias Schilk durch.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Sehen Sie im Folgenden viele weitere Impressionen aus Halle.

    Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders
  • Foto: Sebastian Sanders

Auf dem Platz kann den 25-Jährigen derzeit niemand aufhalten, an den Mikrofonen der angeschlossenen Funkhäuser kommt er im Anschluss allerdings nicht vorbei. Kobylanski zeigt sich nach getaner Arbeit aber auch nicht wirklich ungerne, schließlich ist ein Vertrag mit dem künftigen neuen Arbeitgeber noch nicht unterschrieben, jede weitere Galavorstellung im Bewerbungsvideo kann da nicht schaden. „Ich bin da ganz gelassen. Mein Berater und mein Papa sind für alles zuständig. Ich genieße einfach, was da jetzt passiert“, so Kobylanski. In den kommenden 14 Tagen, so die Prognose, könne wohl Vollzug gemeldet werden.

Mai im Fokus

Ex-Preuße Sebastian Mai hatte sich gegen die alten Kameraden viel vorgenommen. Der zum Stürmer umfunktionierte Innenverteidiger erzielte nicht nur sein siebtes Saisontor, sondern teilte auch fernab des Tores mächtig aus. Nach 28 Minuten und grenzwertigen Einsätzen gegen Ole Kittner, Sandrino Braun und René Klingenburg sah der robuste Hallenser die bereits zu diesem Zeitpunkt überfällige Gelbe Karte von Schiedsrichter Harm Osmers, kassierte im Anschluss aber auch Lob vom einstigen Mannschaftskollegen Simon Scherder. „Das hat er sehr gut gemacht. Die langen Bälle hat er super angesaugt und sehr robust gespielt.“

Überhaupt sei er seinem Ex-Kollegen am Samstag näher gekommen als in der gemeinsamen Zeit bei den Preußen. „Da hatten wir den Platz zwischen uns gut aufgeteilt – und im Training haben wir immer in verschiedenen Mannschaften und vor allem beide hinten gespielt.“

...

Personelle Erneuerung

In 14 Tagen endet auch für den Rest des Teams diese Spielzeit. Die Mannschaft wird dann ihr Gesicht komplett verändern, mindestens sechs der 18 Akteure im Samstagskader werden den Club verlassen, darunter die beiden Torschützen und Vorlagengeber Moritz Heinrich. Ob Preußen den Schwung aus dieser Saison-Schlussphase mit in die kommende Spielzeit nehmen kann, ist fraglich. Folglich gilt es, den Moment zu genießen.

Jetzt muss nur noch Trainer Marco Antwerpen seinen Frieden mit der Schiedsrichtergilde machen: Am Samstag war es Harm Osmers, der die Nerven des Preußen-Trainers strapazierte, als er den Anschlusstreffer des Ex-Preußen Sebastian Mai (64.) trotz dessen robusten Einsteigens gegen Ole Kittner anerkannte. „Den hätte er nie geben dürfen“, polterte Antwerpen noch lange nach dem Abpfiff.

Ein beruhigender Schluck Melissengeist war nicht verfügbar – nur gut, dass Preußen-Keeper Max Schulze Niehues sieben Minuten vor dem Spielende einen Kopfball von Mathias Fetsch mit einer epischen Parade von der Linie kratzte. Der Auftritt in Halle macht zumindest gute Laune bei den unermüdlichen Fans, die die lange Fahrt in den Osten auf sich genommen hatten. 60 Minuten spielerische Dominanz und 30 Minuten aufopferungsvolle Abwehrschlacht – und das Ganze mit Happy End. Fußball-Herz, was willst du mehr?

Party-Alarm am Samstag?

Der SC Preußen hat diese Spielzeit abgesehen von minimalen tabellarischen Feinjustierungen längst abgeschlossen, dennoch steht möglicherweise noch ein Feiertag ins Haus. Der Karlsruher SC kann am kommenden Samstag im Preußenstadion (13.30 Uhr) den Zweitliga-Aufstieg perfekt machen. Siegen die Badener an der Hammer Straße, dann wird der Nachmittag in jedem Fall mit einer Gäste-Party enden.

Doch selbst bei einer Punkteteilung oder sogar einer Niederlage könnte in Münster der zweite Aufstiegsplatz fest vergeben werden – auch dank der Preußen-Hilfe. Die nämlich haben mit ihrem Sieg in Halle den HFC auf Rang vier schon einmal außer Reichweite geschossen. Einziger verbliebener KSC-Konkurrent ist der SV Wehen Wiesbaden – am Samstag 1:0-Sieger bei den Sportfreunden Lotte. Die Hessen liegen aber auch schon vier Zähler zurück.

Verliert Wiesbaden sein Heimspiel gegen den feststehenden Meister VfL Osnabrück, ist Karlsruhe selbst im Fall einer Niederlage in Münster durch. Zum Saison-Kehraus reisen die Preußen eine Woche später nach Zwickau – und das ist dann wirklich nicht mehr spannend zu reden: Der FSV schoss sich mit einem spektakulären 5:2-Erfolg über 1860 München ebenfalls vorzeitig in ruhige Fahrwasser.

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6588343?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker