Fußball: 3. Liga
Gänsehaut beim Wiedersehen der Preußen-Aufstiegshelden

Münster -

Ja, schon klar: Es war der Karlsruher SC, der am Samstag im Preußenstadion den Zweitliga-Aufstieg feierte – aber das können die Preußen schon auch selber. Vor exakt 30 Jahren nämlich stieg der SCP ins Fußball-Unterhaus auf. Die Helden von einst trafen sich – und waren so gut gelaunt, wie einst im Juni ...

Montag, 13.05.2019, 16:36 Uhr aktualisiert: 14.05.2019, 16:18 Uhr
Zurück auf dem Rasen, für einen Augenblick: (oben v.l.) Thomas Knauer, Maik Thiemann, Christos Orkas, Justus Stech (verdeckt), Jörg Silberbach, Helmut König, David Bennett, Ralf Mester, Frank Vollmer, Reinhard Geise, Alfons Beckstedde, Bennie Brinkman, Helmut Gorka, Guido Fleige sowie (unten v.l.) Jürgen Koop, Ludger Pickenäcker, Helmut Horsch, Ulli Gäher, Christof Stech, Dirk Winter, Holger Drewes.
Zurück auf dem Rasen, für einen Augenblick: (oben v.l.) Thomas Knauer, Maik Thiemann, Christos Orkas, Justus Stech (verdeckt), Jörg Silberbach, Helmut König, David Bennett, Ralf Mester, Frank Vollmer, Reinhard Geise, Alfons Beckstedde, Bennie Brinkman, Helmut Gorka, Guido Fleige sowie (unten v.l.) Jürgen Koop, Ludger Pickenäcker, Helmut Horsch, Ulli Gäher, Christof Stech, Dirk Winter, Holger Drewes. Foto: Jürgen Peperhowe

Früher klackerten sie mit ihren Stollenschuhen durch den Spielertunnel. Jetzt, 30 Jahre später, nehmen Preußen Münsters Aufstiegshelden von 1989 den für sie neuen Weg auf den Rasen. Durchaus gespannt: Wie reagiert die Kulisse in der Halbzeitpause des Drittligaspiels gegen Karlsruhe auf diesen Aufmarsch der einst von 22 000 Fans Um­jubelten? „Kennen die uns noch?“, rätselt einer. Die Antwort folgt von den Rängen: Selbstverständlich.

Dass Dirk Winter beim Spaziergang durchs halbe Stadionrund noch schnell einen imaginären Ball von der Linie kratzt, passt zu ihm. „Oh-la-la, wir haben einen Torwart“ schallt es wie einst. „Überragend. Da kriege ich eine Gänsehaut“, sagt David Bennett dankbar. Ja, zumindest die routinierten Preußenfans wissen noch immer zu schätzen, was der Kader von Meistertrainer Helmut Horsch für den Verein getan hat: Zweite Bundesliga im zweiten (Aufstiegsrunden-)Anlauf. Endlich Schalke statt Schöppingen. Willkommen auf der größeren Bühne.

Preußens Präsidiumsmitglied Burkhard Brüx stellte mit entscheidender Unterstützung des Fanclubs „Die Adler ‘79“ das Tagesprogramm für die Rückkehrer zusammen und schenkte jedem Ex-Kicker ein Trikot mit der Zahl 89 hinten drauf. Von 21 geladenen Horsch-Mannen kamen 19 an der Zahl. „Ich habe spät abends für den Anlass eine Whats-App-Gruppe eingerichtet“, sagte Guido Fleige. „Es dauerte genau 20 Minuten, da hatte ich 16 Zusagen.“ Imponierend wie bezeichnend sei das – tatsächlich sehen sich nur manche aus dem Erfolgskader regelmäßig, aber alle eint die Erinnerung an diese große Zeit. Die eben ungewöhnlich erfolgreich war, weil sie von einer außerordentlich gut zu­sammenpassenden Gemeinschaft geprägt wurde. Diese Truppe, seinerzeit reine Amateure des Sports, war eine echte Clique. Und ­wirklich jeder ist noch heute froh darüber, dazugehört zu haben. „Was wir vor 30 Jahren geschafft haben, bleibt unvergessen“, so Thomas Knauer, der Libero. „Ich bin immer noch stolz, Teil dieser grandiosen Mannschaft gewesen zu sein“, sagte Christos Orkas. Der von Präsident Helmut König – beim Wiedersehen ebenso dabei wie sein damaliger Vorstandskollege Helmut „Hügi“ Menzel – verpflichtete Trainer Horsch sorgte für sportlichen Erfolg und großes Wohl­fühlen, weil er dank seiner Menschenführung dazu in der Lage war, aus vielen Charakteren eine perfekte Mischung der Persönlich­keiten zu machen. Horsch nahm jeden Einzelnen erst. Für ihn war jeder wichtig. Auch typisch, dass der Bochumer am Samstagabend bei der Verlängerung in der Altstadt länger blieb als geplant. Diese Elf war seine Elf und wird es immer bleiben. Mit ihr teilt er noch immer viel mehr als „nur“ Fußballgeschichte.

Acht Spieler sind Münsteraner (geblieben), einer von ihnen ist Ex-Stürmer Fleige. Dem obliegt es, künftig die Drähte glühen zu lassen. ­Bennie Brinkman, der gen Spanien verzogene Niederländer, sprach leichter Hand schon eine Einladung aus. Nicht auszuschließen, dass sich diese „Jungs“ eines Tages wirklich auf den Weg machen.

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