Rudern: Europameisterschaften
RVM-Aktive vom Sturm gebeutelt – Brummel zuversichtlich für Luzern

Münster -

In Luzern beginnen in dieser Woche die Ruder-Europameisterschaften. Im deutschen Vierer sitzt auch Felix Brummel vom RV Münster. Er und seine Crew geben sich zuversichtlich. Unterdessen haben seine Vereinskameraden beim Leistungstest in Hamburg wichtige Erkenntnisse gesammelt.

Dienstag, 28.05.2019, 15:51 Uhr aktualisiert: 28.05.2019, 19:18 Uhr
Starker Auftritt in Hamburg: John Heithoff (r.) vom RV Münster und Paul Dohrmann.
Starker Auftritt in Hamburg: John Heithoff (r.) vom RV Münster und Paul Dohrmann Foto: RVM

Ein Steuermann fehlt Felix Brummel und seinen drei Musketieren im deutschen Rudervierer. Dieses Boot ist im Gegensatz zum Achter in Wettkämpfen führungslos unterwegs – vier Männer am Ruder, das Ziel im Rücken. Aber irgendwie klappt es dann doch immer – und das recht zügig. So ist das Quartett auch zuversichtlich, dass an diesem Mittwoch bei der Anreise zu den Europameisterschaften in Luzern das Ziel flott und unfallfrei erreicht wird. „Wir wechseln uns ab“, beschreibt Brummel die Marschroute im Team-Bully, in dem jeder einmal ans Steuer darf.

Auf dem Rotsee sollen der Münsteraner, Nico Merget, Felix Wimberger und Maximilian Planer das deutsche Boot erstmals auf seine Olympiareife testen. „Für uns ist das eine erste Standortbestimmung“, sagt Brummel. Minimalziel ist das Erreichen des EM-Finales am Sonntag, Krönung wäre ein Platz auf dem Podium. „Das versuchen wir zumindest anzugreifen.“ Allemal ist die Stimmung an Bord prächtig. „Das passt sehr gut", sagt Brummel nach vierwöchiger Zusammenarbeit. Seit der Inter­nationalen Wedau-Regatta probt das Quartett den gemeinsamen Streckenschlag, vor Wochenfrist wurde die Besatzung vom DRV offiziell abgesegnet, von Freitag bis Sonntag soll nun auch die erste sportliche Rechtfertigung folgen.

Die olympischen Ziele ihres Vereinskameraden liegen für den Nachwuchs des RV Münster noch in weiter Ferne, sind als Sehnsuchtsziel dennoch schon wichtige Motivation für zahllose Trainingskilometer. Am Wochenende waren die U-23-Ruderer des RV Münster bei der Zweier-Überprüfung in Hamburg im Einsatz – und am Ende nicht ganz glücklich. Die Umschreibung „vom Winde verweht“ erläutert den offiziellen Leistungstest der deutschen Nachwuchsruderer in Hamburg nur unzureichend. „Vom Sturm gebeutelt“ käme der Gefühlslage von Thorsten Kortmann nach dem ungemütlichen Ausflug nach Hamburg schon viel näher. „Das hat wirklich keinen Spaß gemacht“, so das Fazit des Trainers vom RV Münster. Kortmann meinte damit sowohl die miserablen äußeren Bedingungen als auch die dazugehörigen eher mittelmäßigen Leistungen seiner Schützlinge.

Vor allem der mit Spannung erwartete Debüt-Auftritt von Floyd Benedikter und Sönke Kruse blieb weit hinter den Erwartungen zurück: Letzter Platz im B-Finale und damit Rang 16 in der Gesamtwertung. „Das können sie besser“, so Kortmann, der den Einbruch aber unter „Lehrgeld“ verbuchte. „Das kann passieren, da müssen sie durch“, sagte Kortmann, der Floyd Benedikter dennoch nach wie vor aussichtsreich im Rennen um einen Platz im Junioren-Achter des Deutschen Ruder-Verbands sieht.

Auch Kruse wird schon bald in Ratzeburg eine neue Chance bekommen, sich ins Blickfeld der Bundestrainer zu bringen. Einen guten Eindruck hinterließen John Heithoff, der sich an der Seite von Paul Dohrmann (Wurzen) ins A-Finale ruderte und dort Platz acht belegte, sowie im Einer Joscha Feder und Julia Tertünte, die jeweils als Gesamtzwölfte ins Ziel kamen. Eindrucksvoll war auch der Auftritt von Leichtgewicht Hannes Deitert, der im Zweier mit Ben Lange­bartels aus Köln Fünfter wurde.

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