Rad: Agravis-Cup
Neuer Name, bewährtes Konzept auf der Hiltruper Marktallee

Münster -

Der Elbers-Cup ist Geschichte – zumindest der reine Name. Die Veranstaltung auf der Hiltruper Marktallee hingegen lebt weiter und heißt jetzt Agravis-Cup. Publikumsmagneten haben ihr Kommen für den 14. Juni zugesagt, dazu gehört aber auch das Schwelgen in Erinnerungen.

Dienstag, 28.05.2019, 19:20 Uhr
Momentaufnahme: Das Amateurrennen in Hiltrup ist gerade für die Zuschauer ein Anziehungspunkt. 88-mal 780 Meter, dazu vier wilde Kurven – da sind die Besucher ganz nah dran am Geschehen.
Momentaufnahme: Das Amateurrennen in Hiltrup ist gerade für die Zuschauer ein Anziehungspunkt. 88-mal 780 Meter, dazu vier wilde Kurven – da sind die Besucher ganz nah dran am Geschehen. Foto: Rene Penno

Herbert Schmid, Geschäftsführer der Theodor Elbers GmbH & Co. KG, geht der Name noch nicht gänzlich flüssig über die Lippen: „Agravis-Cup“. Selbst der eine oder andere redselige Gast der Pressekonferenz zum Radsport-Klassiker „88 Mal um die Marktalle“ am 14. Juni in Hiltrup tut sich an diesem Morgen im Herzstück der Baustoffhandlung an der Amelsbürener Straße, dem überdimensionalen Lager, äußerst schwer, den „Elbers-Cup“ mal mir nichts dir nichts aus dem Gedächtnis zu löschen. Alles eine Sache der Gewohnheit – und an der Partnerschaft generell ändert sich ja nichts, nur weil der bisherige Namensgeber näher an die Handelssparte der Konzernmutter herangerückt ist. Alles neu macht der Mai – das Bewährte bleibt.

„Wir sind auf einem guten Weg, für den Amateursportbereich das zu werden, was der Sparkassen-Münsterland-Giro für die Profis ist“, philosophiert Gideon Schwarze, der Vorsitzende des ausrichtenden RSV Münster. Heißt: Mit einem soliden und stark besetzten Feld will er auch in Zukunft punkten. „Klasse statt Masse“ lautet die Maxime. 40 Meldungen für die Elite liegen aktuell vor.

Qualität war und ist seit jeher ein Pfund gewesen, mit dem der Organisationsstab zu wuchern wusste. 2019, bei der vierten Auflage nach der schöpferischen Pause zwischen 2013 und 2015, ist das nicht anders. Bahnradweltmeister Lucas Liss hat sein Kommen „angedroht“. Nicht ausgeschlossen ist dazu die Teilnahme von Ex-Profi Linus Gerdemann, der schon im Vorjahr seine Wahlheimat Mallorca kurz für einen Trip in Münsters gute Stube verlassen hat. Daniel Westmattelmann, mittlerweile beim RSV angesiedelt, wird als Lokalheld das Kriterium angehen, genau wie Jarno Reimers und Julian Woltering.

Nicht weniger spektakulär: das Rennen der U 19. Der älteste Radsportverein in Münster wird Bundesliga-Fahrer Hannes Wulfert auf die kurvenreiche Strecke schicken. 2017 holte er sich den Sieg, damals noch im Dress des RSC Werne, 2018 für den RSV wurde er Zweiter. „Ich will wieder aufs Treppchen“, sagt er bescheiden. Jonas Messerschmidt und Marcel Schöne, zwei weitere ambitionierte Juniorenfahrer aus dem eigenen Stall, müssen indes passen. Beide starten bei der Deutschen U-19-Meisterschaft in Linden (Rheinland-Pfalz).

Dass Events wie das in Hiltrup nicht selten die erste (große) Bühne für den Nachwuchs sind, zeigt das Beispiel Fabian Wegmann, Schirmherr des Spektakels. „Ich habe hier meine ersten Schritte gemacht“, sagt der mehrfache Deutsche Straßenmeister. Gewonnen hat er nie. Im Gegensatz zu Bruder Christian (1996 und 1997). Papa Rudi, lange im Rennkomitee, hat beide an den Sport herangeführt. Und ist reich an vielen Anekdoten. In einer spielt Markus Pauli eine nicht unbedeutende Rolle. Für Gütersloh fuhr er 1992 ein einsames Rennen. Im Regen. „Er hatte eine Birken-Pollen-Allergie. Das war sein Vorteil“, erinnert sich Wegmann. Magisch, dieser Moment, zumal Hiltrup ansonsten eine Garantie auf schönes Wetter hat. „Das soll so bleiben“, sagt Vorsitzender Schwarze. Pauli ist ja nicht dabei.

 

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