Fußball: Westfalenliga-Aufstiegsspiel
Vatertag und Himmelfahrt – Westfalia plant gegen Gerlingen den Durchmarsch

Münster -

Der Tag X ist gekommen. Westfalia Kinderhaus hat am Donnerstag in Dortmund die große Gelegenheit, den sensationellen Durchmarsch in die Westfalenliga zu bewerkstelligen. Im Weg steht in diesem Aufstiegsspiel der FSV Gerlingen aus dem sauerländischen Wenden.

Mittwoch, 29.05.2019, 15:30 Uhr aktualisiert: 31.05.2019, 10:06 Uhr
Oft gab es in der laufenden Spielzeit Grund zur Freude bei der Westfalia: Ein letzter Jubel am Donnerstag in Holzen wäre die Krönung einer perfekten Saison.
Oft gab es in der laufenden Spielzeit Grund zur Freude bei der Westfalia: Ein letzter Jubel am Donnerstag in Holzen wäre die Krönung einer perfekten Saison. Foto: fotoideen.com

An der Idee mit dem Bollerwagen ist am Vatertag grundsätzlich nichts auszusetzen, allerdings müssen die Kicker von Westfalia Kinderhaus aus logistischen Gründen einige grundlegende Justierungen an dem alten Brauch vornehmen: weil erstens die Strecke nach Holzen-Sommerberg an der Grenze zwischen Dortmund und Schwerte mit dem Bollerwagen doch sehr zeitaufwendig wäre und zweitens kaum genügend Plätze für die komplette Reisegesellschaft vorhanden wären.

Bereits zum Landesliga-Showdown bei Westfalia Gemen musste die Westfalia am vergangenen Wochenende einen Doppeldecker-Bus chartern, um Mannschaft nebst Fans zum Platz zu karren. An diesem Donnerstag starten sogar zwei komplette Bus-Ladungen zum Himmelfahrtskommando Richtung Süden. „Und viele werden auch noch mit Privat-Pkw anreisen“, sagt Westfalia-Trainer Marcel Pielage, der sich beim Relegationsspiel um den Westfalenliga-Aufstieg gegen den FSV Gerlingen um die Unterstützung vom Spielfeldrand so gar keine Sorgen macht. Natürlich gibt es aber auch im Mannschaftskreis keine Absagen. „Alle fit, wir fahren mit voller Kapelle“, so Pielage, der bereits am Dienstagabend das Team auf das spektakuläre Saisonfinale eingestimmt hat. Am Wochenende zuvor war „ein guter Kumpel von mir“ als Späher in Hüsten im Einsatz, wo Gerlingen zwar eine 1:3-Schlappe kassierte, aber dennoch Grundlegendes von seinem prägenden Spielstil offenbarte. „Mich interessiert nicht das Ergebnis, sondern wie die mit dem Ball und ohne Ball spielen“, so Pielage. Nicht nur den Gegner hat der Westfalia-Coach unter die Lupe nehmen lassen, auch der Platz wurde zumindest flüchtig online abgecheckt. „Ein Kunstrasen, der vor vier Jahren verlegt worden ist – also etwa wie unser“, so die Kurzanalyse. Doch weder Gegner noch Geläuf sollen am Donnerstag ab 15 Uhr die entscheidenden Faktoren darstellen. Denn davon unabhängig soll die Partie in jedem Fall eine mit dem Prädikat „Westfalia“ werden. „Wir wollen unseren Stiefel spielen, wollen nach vorne spielen und uns die Chancen erarbeiten, die nötig sind, um die Begegnung zu gewinnen.“

Und was sagt Kevin Schöneberg?

Kevin Schöneberg hat schon im pickepackevollen Preußenstadion und in der 1. Liga gespielt. Jetzt geht es nach Holzen. Kein Grund zur Aufregung, oder?Nach unzähligen Spielen mit Preußen Münster in der 3. Liga kann einen die Aussicht auf einen Westfalenliga-Aufstieg ...Schöneberg: ... so richtig motivieren. Aufstiege sind immer eine großartige Sache, egal in welche Liga. Das hat man ja im vergangenen Jahr gesehen, als wir in die Landesliga aufgestiegen sind.Den Namen des Gegners FSV Gerlingen ...Schöneberg: ... habe ich jetzt in ein paar Online-Spielberichten gelesen, die in unserer Gruppe kursieren, vorher noch nie. Aber wenn wir die Leistung bringen, die wir in der Rückrunde gezeigt haben, dann bin ich sehr zuversichtlich, dass wir das erfolgreich gestalten können. Wir haben im Laufe der Saison spielerisch noch einmal zwei oder drei Schritte vorwärts gemacht.Andernfalls würde die Stimmung bei der Mannschaftsfeier ...Schöneberg: ... schon gewaltig leiden. Aber wenn wir gewinnen, wovon ich ausgehe, dann wird es in Kinderhaus wieder richtig krachen. Dafür ist der Verein, der auch spartenübergreifend extrem aktiv ist, bekannt.

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Am Freitagmorgen wird – ohne Einfluss des Spielausgangs – ein Teil des Teams im Flieger nach Mallorca sitzen. Und noch am Donnerstagabend in Kinderhaus wird der Saisonausstand gefeiert. Der jedoch dürfte stimmungsmäßig dann nicht ganz unabhängig vom Verlauf sein. „Ich will immer gewinnen, wenn das nicht klappt, schmeckt auch das Bier nicht so gut“, verrät Pielage – und seiner Truppe wird es nicht anders gehen. Die Nervosität allerdings hält sich in Grenzen, vielmehr verspürt Pielage so etwas wie Vorfreude. „Der Auftritt in Gemen war eine sehr gute Vorbereitung. Da waren wir etwas verspannt. Ich hoffe, dass wir in Dortmund freier auftreten können und zu unserem Spiel finden.“

Den nötigen Druck machen sich Trainer und Akteure selber, von Vereinsseite gibt es keinerlei Vorgaben. „Alles kann, nichts muss“, gibt Mäzen Al­fred Fislage die Marschroute vor. Schon jetzt ist die Saison für den Neuling nahezu perfekt gelaufen – der Aufstieg wäre die Krönung, aber eben auch die Kür. Allemal steht ein historischer Moment bevor – der Himmelfahrt und Vatertag 2019 zu einem unvergesslichen Erlebnis für den Verein und ganz Kinderhaus machen würde.

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