American Football: Oberliga
Nach 0:16-Rückstand drehen Mammuts gegen Bulldozer erst richtig auf

Münster -

Eine Aufholjagd erster Güte legten die Münster Mammuts am Donnerstag im Heimspiel gegen die Düsseldorf Bulldozer hin. 0:16 lag der Gastgeber zur Pause hinten, doch dann drehte das Team auf und gewann doch noch mit 17:16. Der Lohn: vorerst Platz eins.

Freitag, 31.05.2019, 14:02 Uhr aktualisiert: 02.06.2019, 13:17 Uhr
Die Mammuts machten den Bulldozern das Leben schwer – und sind nun Spitzenreiter.
Die Mammuts machten den Bulldozern das Leben schwer – und sind nun Spitzenreiter. Foto: Roman Henel

Bei der Halbzeitanalyse am Würstchenstand waren sich die Besucher einig: „Zu hektisch, zu nervös.“ Damit war nicht der Mann am Grill gemeint, der ruhig seine Arbeit verrichtete. Vielmehr ging es um das, was die Münster Mammuts zuvor 24 Minuten lang abgeliefert hatten. Hinten unkonzentriert, vorne uninspiriert.

„Das war nichts, gar nichts“, so der Fan im Trikot, biss in seine Wurst, nahm noch ein Bier mit und hoffte auf Besserung. „Das wird schon“, kam es optimistischer von seinem Kumpel. „Gleich drehen wir auf.“ War auch notwendig, denn zur Pause hieß es 0:16. Die Bulldozer Düsseldorf hatten nicht nur auf der Waage ein Übergewicht, sie waren auch zahlenmäßig vorn. Weil sie konsequent die Fehler der Gastgeber nutzten und gnadenlos punkteten.

Hätte sich Sepp Herberger einst mit dem American Football befasst, seine Erkenntnis wäre diese gewesen: „Ein Spiel dauert 48 Minuten, und der Ball ist oval.“ Und dass das Ei nicht nur seltsam fliegt, sondern auch komisch aufspringt, das sollte fortan den Münsteranern an ihrer neuen Spielstätte zum Erfolg verhelfen. Im dritten Viertel sprang immerhin ein Fieldgoal durch Jonas Spitzer heraus, so dass das Team beim 3:16 so etwas wie ein Lebenszeichen verspürte. Aber dann im Schlussabschnitt drehten die Mammuts so richtig auf und kamen durch zwei Touchdowns von Achim Bah plus versenkten Zusatzkicks von Spitzer nicht nur zurück, sondern lagen plötzlich 17:16 vorn. Mit Mann und Maus, mit vereinten Kräften und lautstarker Unterstützung wurde diese Führung ins Ziel gerettet, auch wenn es ganz am Ende noch mal richtig eng wurde.

Trainer Sascha Krotil sagte: „Es gibt anscheinend einen Football-Gott, wir haben einen glücklichen Sieg gelandet.“ Egal, die Punkte waren im Sack. Und Krotil aus dem Häuschen. „Ich bin auf jeden Einzelnen megastolz, das war nach der Pause eine ganz starke Leistung. Und das gegen einen Hochkaräter. Aber wir können und müssen schon noch eine Schippe drauflegen. Denn ab sofort sind wir die Gejagten.“ – „Eh, Jungs, wir sind Spitzenreiter“, kam es aus dem rotgedressten Team, das sichtlich geschafft war. Aber sie hatten auch etwas geschafft. Ja, die Mammuts sind vorne in der Oberliga. Und diese Position wollten eigentlich die Bulldozer aus Düsseldorf einnehmen.

Noch einmal Krotil: „Zwei Spiele, zwei Siege. So kann es weitergehen. Aber wir heben jetzt nicht ab. Wir haben eine sehr junge Mannschaft und gute Spieler abgegeben. Dazu einen neuen Platz. Das muss alles erst wachsen.“ Am Würstchenstand herrschte denn auch wieder Einvernehmen. „Ganz großes Kino. Aber so spannend müssen sie es nicht immer machen.“

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