Reiten: Vielseitigkeit
Wiesbaden ist für Klimke und Hale Bob der Badminton-Ersatz

Münster -

Ingrid Klimke setzte im April beim Klassikerturnier in Badminton sicherheitshalber aus, da Hale Bob leicht angeschlagen war. In Wiesbaden, wo das Duo zuletzt zweimal gewann, geht die Reitmeisterin mit ihrem Top-Pferd wieder an den Start.

Mittwoch, 05.06.2019, 20:20 Uhr
Schon zweimal gewann Ingrid Klimke mit Hale Bob in Wiesbaden. Folgt am Wochenende der dritte Streich?
Schon zweimal gewann Ingrid Klimke mit Hale Bob in Wiesbaden. Folgt am Wochenende der dritte Streich? Foto: Witters

Schweren Herzens musste Ingrid Klimke Ende April ihren Start beim Vielseitigkeitsklassiker in Badminton absagen. Ihr Pferd Hale Bob hatte sich nicht „fit und kraftvoll“ angefühlt, wie sich später herausstellte, setzte dem Wallach ein erhöhter Entzündungswert nach einer Impfung zu. So traf Klimke eine Vernunftsentscheidung zum Wohle des Pferdes und ließ das traditionsreiche Turnier auf der britischen Insel aus. „Es war richtig so“, sagte die Reitmeisterin. Denn nun ist Hale Bob wieder in Schuss und bereit für das am Freitag beginnende Pfingstturnier in Wiesbaden.

Die stimmungsvolle Umgebung im direkt am Rhein liegenden Schlosspark Biebrich scheint Hale Bob zu liegen. 2016 wie 2018 gewann er mit Klimke im Sattel, die sich damit in Wiesbaden zur fünffachen Siegerin aufschwang. Schon 1999 mit Windfall, 2012 mit Tabasco und ein Jahr danach mit Escada war die Münsteranerin dort nicht zu schlagen.

Kein Wunder, dass Klimke sagt: „Ich reite immer sehr gerne in Wiesbaden. Und Hale Bob ist wieder top-fit.“ Für den 15 Jahre alten Wallach ist die Vier-Sterne-Prüfung quasi als Badminton-Ersatz ein Härtetest für das CHIO in Aachen, wo sich das Duo des RV St. Georg Münster mit Blick auf die EM in Luhmühlen (28. August bis 1. September) in Szene setzen will. Schließlich ist die zweifache Team-Olympiasiegerin mit Hale Bob die amtierende Europameisterin und damit Titelverteidigerin.

14 Dinge, die Sie über Ingrid Klimke wissen müssen

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  • Kein Aprilscherz: Ingrid Klimke wurde am 1. April 1968 in Münster geboren.

    Foto: Jim Hollander
  • Nach 2000 (Sydney), 2004 (Athen), 2008 (Peking/Hongkong) und 2012 (London) sind die Spiele in Rio ihre fünften.

    Foto: Fazry Ismail
  • Die 48-Jährige ist die Tochter des 1999 verstorbenen Dr. Reiner Klimke, der bis heute der siegreichste Dressurreiter der Welt und einer der erfolgreichsten Sommer-Olympioniken ist.

    Foto: Friso Gentsch
  • 2014/15 gewann sie als erste Deutsche die Gesamtwertung der FEI Classics.

    Foto: Jim Hollander
  • 2012 wurde Klimke das Silberne Lorbeerblatt verliehen, die höchste sportliche Auszeichnung in Deutschland.

    Foto: Michael Kappeler
  • Im Anschluss an ihre Schulzeit machte sie eine Lehre zur Bankkauffrau und begann dann noch ein Lehramtsstudium - um sich dann aber ganz der professionellen Reiterei zu widmen. Mit Erfolg, wie unzählige nationale und internationale Triumphe beweisen.

    Foto: Fazry Ismail
  • Beim K+K-Cup 2012 erhielt Ingrid Klimke den Titel des Reitmeisters - als zweite Frau überhaupt. Die Auszeichnung ist eine der höchsten in der deutschen Reiterei.

    Foto: Friso Gentsch
  • Die Münsteranerin hat mit Stallmanagerin Carmen Thiemann ein der besten ihres Faches in ihrer Crew. 2013 erhielt Thiemann vom Weltreiterverband den „Best Groom Award“.

    Foto: Friso Gentsch
  • Naturgemäß kletterte Ingrid Klimke schon als kleines Mädchen in den Sattel. „Ich konnte eher reiten als laufen“, sagt sie daher oft scherzhaft.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Vielseitigkeitsreiterin. Nicht nur in dem hippologischen Dreikampf ist sie Weltklasse, auch in der Dressur siegte sie schon in Prüfungen auf Grand-Prix-Niveau. Dazu gewann sie ebenso im Springparcours Goldene Schleifen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Als waschechte Münsteranerin versucht sie, sich jeden Mittwochvormittag freizuschaufeln, um auf den Markt zu gehen.

    Foto: Friso Gentsch
  • Ingrid Klimke ist die Mutter zwei Töchter, die Greta und Philippa heißen. Mit Greta saß eine der beiden bereits in der Pony-Vielseitigkeit erfolgreich im Sattel.

    Foto: Jim Hollander
  • Ingrid Klimke ist zweifache Olympiasiegerin mit der deutschen Equipe (2008/2012). Eine olympische Einzelmedaille aber fehlt ihr noch.

    Foto: Uwe Anspach
  • Ingrid Klimke stand vor den Olympischen Spielen als eine von fünf Athleten zur Wahl, bei der Eröffnungsfeier die deutsche Fahne ins Stadion zu tragen. Am Ende machte Tischtennis-Star Timo Boll das Rennen. Klimke wäre die erste Frau gewesen, die die Disziplin Reiten als Fahnenträgerin vertreten hätte.

    Foto: Michael Kappeler

Vierbeinige Unterstützung erhält das Pferd aus dem eigenen Stall von Franziskus. Mit dem Hengst nimmt die 51-Jährige nach Rücksprache mit Bundestrainerin Monica Theodorescu den Grand Prix und am Sonntag dann die Kür in Angriff.

Zumindest im Grand Prix wird Ingrid Klimke dann auf ihren Bruder Michael treffen. Erstmals seit Jahren steigt er in der hessischen Landeshauptstadt wieder in den Sattel, mit Royal Dancer bestreitet er die Special-Tour. „Er geht in diesem Jahr konstant ordentlich“, lobt Michael Klimke ohne eine zu große Erwartungshaltung seinen zwölfjährigen Wallach, mit dem er vor zwei Wochen im dänischen Ugger­halne mit der deutschen Equipe Dritter im Nationenpreis wurde.

Zu Gast auf der Stallgasse bei Ingrid Klimke

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  • Mit Ingrid Klimke über den Platz: Die Viertklässler aus Münster durften auf Abraxxas reiten.

    Foto: Rayen
  • Kerstin Roß begleitete die Mädchen, die auf dem „kleinen Bobby“ reiten durften.

    Foto: Rayen
  • Sonnige Pause: Was für ein tolles Wetter hatten die Kinder der Pleisterschule, die bei Ingrid Klimke einen Vormittag verbrachten.

    Foto: Rayen
  • Gruppenbild mit berühmten Pferden und erfolgreicher Reiterin: Ingrid Klimke und ihr Team haben für die Klasse!-Kids einen tollen Vormittag vorbereitet.

    Foto: Rayen
  • Und ab geht‘s: Die Kinder durften abwechselnd die Pferde führen und auf ihnen reiten.

    Foto: Rayen
  • Erst die Arbeit: Hier kratzen die Viertklässler unter Anleitung von Ingrid Klimke die Hufe von „Braxxi“ aus.

    Foto: Rayen
  • Gewusel auf der Stallgasse: Die Pleisterschüler streichelten die Pferde und halfen dabei, sie zu striegeln und zu satteln.

    Foto: Henning
  • Brav: Abraxxas lässt sich streicheln.

    Foto: Henning
  • So niedlich: Kuscheln mit der kleinen Dackeldame gab es auch noch.

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  • Jedes Kind bekam ein persönliches Autogramm von Ingrid Klimke.

    Foto: Rayen
  • Ingrid Klimke zeigt eine große Turnierschleife.

    Foto: Rayen
  • Und hoch damit: Diesen großen Pokal hat Ingrid Klimke gewonnen.

    Foto: Rayen
  • Wow: Jedes Kind durfte die Goldmedaille sogar mal in die Hand nehmen.

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  • Stolze Reiter: Diese Vier durften auf Nemo reiten. Sophia Schulze Eistrup passte auf.

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  • Supi: Das Hufeisen bekommt einen Ehrenplatz.

    Foto: Rayen
  • Auch die Jungs freuten sich über den eisernen Glücksbringer.

    Foto: Rayen
  • Soma Bay ist der Liebling von diesem Quartett. Weil die Stute so kuschelig weich ist!

    Foto: Rayen
  • Striegeln - dann wird gesattelt.

    Foto: Henning
  • Geduldig lässt sich der kleine Bobby die Trense anlegen.

    Foto: Henning
  • Wofür sind diese Sachen? Ina Veltmann fragt die Mädels und bekommt sofort die Anwort. „Das sind Gamaschen.“

    Foto: Rayen
  • Annäherung: Die Jungs waren erst skeptisch, doch am Ende des Vormittags befanden sie: Pferde sind echt cool.

    Foto: Rayen
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