Reiten: Deutsche Meisterschaft in der Vielseitigkeit
DM-Silber für Ingrid Klimke und Asha

Münster -

Man könnte schon ein wenig mit dem Schicksal hadern: Eine Zehntelpünktchen fehlten Ingrid Klimke und Asha nach drei langen Turniertagen zum DM-Gold. Aber die Münsteranerin sieht das ein wenig anders. Sie kann sich auch am Silberglanz erfreuen – und wie ...

Sonntag, 16.06.2019, 19:02 Uhr aktualisiert: 18.06.2019, 14:56 Uhr
Gab an den drei DM-Tagen in Luhmühlen in nahezu jeder Hinsicht eine gute Figur ab: Die achtjährige Stute Asha überzeugte mit Ingrid Klimke im Sattel. Der Lohn war DM-Silber.
Gab an den drei DM-Tagen in Luhmühlen in nahezu jeder Hinsicht eine gute Figur ab: Die achtjährige Stute Asha überzeugte mit Ingrid Klimke im Sattel. Der Lohn war DM-Silber. Foto: dpa

Knapper geht’s nicht – spannender auch nicht. Mit gerade einmal einem Zehntelpunkt Rückstand auf die Warendorferin Julia Krajewski auf Samourai du Thot sicherte sich Ingrid Klimke mit ihrer Stute Asha bei den Deutschen Meisterschaften der Vielseitigkeitsreiter in Luhmühlen Platz zwei und damit die Silbermedaille. Krajewski – bei den Olympischen Spielen in Rio 2016 gemeinsam mit Klimke im deutschen Silber-Team – verteidigte den hauchdünnen Vorsprung aus Dressur und Geländeritt bis zum abschließenden Springen. Als letzte Starterin durfte sich die 30-Jährige aus Warendorf keinen Zeitfehler mehr erlauben, um nicht den Titel noch an Ingrid Klimke zu verlieren. Durch die Nullrunde blieb sie vor der zweimaligen Team-Olympiasiegerin aus Münster auf der achtjährigen Asha, die ebenfalls „null“ ging. Beide Reiterinnen waren auch fehlerfrei durchs Gelände am Samstag gekommen – wie das gesamte Starterfeld gehandicapt durch schwere Regenfälle.

Doch die Münsteranerin ließ sich nicht nass machen – und schon gar nicht abschütteln auf dem Weg zu ihrer 13. DM-Medaille in der Vielseitigkeit, darunter vier goldene: „Ich bin einfach nur super happy“, sagte sie nach der bravourösen Vorstellung der Stute, die Klimke mit Bundestrainer Hans Melzer als Fünfjährige „entdeckt“ hatte. Nach drei Jahren Arbeit zeigten Klimke und Asha nun in Luhmühlen bemerkenswerte Konstanz über drei Turniertage. „Das weiß man erst, wenn man es gemacht hat“, beschrieb die Münsteranerin, wie Asha die leisesten Zweifel Tag für Tag einfach beiseiteschob.

Und so war die Reiterin vom RV St. Georg Münster – in Luhmühlen von Freunden und Mutter Ruth begleitet – auch nicht ansatzweise traurig über den Silberrang anstelle des Goldplatzes. „Ich glaube nicht, dass ich schon mal eine so enge DM-Entscheidung erlebt habe. Aber wenn es so spannend ist wie diesmal, kann man gar nicht enttäuscht sein.“

Der Blick richtet sich nun nach Aachen zum CHIO: Melzer wird nach dem Turnier in Luhmühlen eine EM-Longlist erstellen für die kontinentalen Titelkämpfe an selber Stelle. Darunter sind die zehn Paare, die im Rahmen des CHIO am 19. und 20. Juli starten. Danach wird aus der Long- eine Shortlist. Und darauf möchte auch Ingrid Klimke wieder stehen.

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