Boxen: WM-Kampf in Hiltrup
Tissen muss sich weiter gedulden: Hiltruper Boxnacht abgesagt

Kreis Warendorf/Hiltrup -

Der für Samstag angedachte WM-Kampf zwischen der Warendorferin Elina Tissen und Everline Odero muss ausfallen. Der afrikanische Boxverband Oderos hatte ihr eine kurzfristige Freigabe für den Kampf verweigert.

Donnerstag, 18.07.2019, 16:16 Uhr aktualisiert: 20.07.2019, 19:28 Uhr
Elina Tissen (links) und ihr Trainer Maiki Hundt müssen weiter auf einen WM-Kampf warten.
Elina Tissen (links) und ihr Trainer Maiki Hundt müssen weiter auf einen WM-Kampf warten. Foto: René Penno

Wie kompliziert es ein kann, einen professionellen Boxkampf zu veranstalten, dass muss derzeit die Warendorferin Elina Tissen erfahren. 21 Absagen hatte sich ihr Trainer Maiki Hundt eingehandelt, ehe er eine Gegnerin präsentieren konnte. Die allerdings sagte zu Beginn dieser Woche krankheitsbedingt ab. Hundt reagierte schnell und sorgte für Ersatz: Die Kenianerin Everline Odero sollte gestern Morgen in den Flieger steigen und nach Deutschland kommen, um am Samstagabend in der Hiltruper Stadthalle gegen Tissen zu boxen. Gestern Mittag dann folgte der nächste Rückschlag: Der Boxverband, dem Odero angehört, untersagte den Kampf. Redakteur Ulrich Schaper sprach mit Maiki Hundt über die Sachlage und die Rahmenbedingungen, unter denen der nächste WM-Kampf Tissens stattfinden wird.

Herr Hundt in den sozialen Medien machte es gestern schnell die Runde: Es wird am Samstag keine Hiltruper Boxnacht geben. Schildern Sie kurz, was in dieser Woche passiert ist?

Hundt: Es ist wirklich Pech. Die ursprüngliche Gegnerin Kim Angelina Jäckel hatte sich vor einigen Tagen bereits krank gemeldet. So etwas kann passieren. Dann haben wir reagiert und mit Everline Akinyi Odero einen wirklich guten Ersatz gefunden. Gestern Mittag dann erreichte uns die Nachricht, dass Odero zwar ausreisen aber nicht boxen dürfe. Der Boxverband, dem Odero angehört, hat ihr keine Freigabe erteilt. Es hätte mehr Vorlauf gebraucht. Offiziell heißt es, es hätte 14 Tage bis drei Wochen gedauert, damit alles hätte die Wege geleitet werden können.

Wie hat Frau Tissen die Absage aufgenommen?

Hundt: Elina ist professionell genug, damit umzugehen. Sie weiß, dass so etwas immer vorkommen kann. Wir bereiten uns ja bereits seit Januar vor und werden jetzt einfach weiterarbeiten und versuchen, die Spannung hoch zu halten.

Wie geht es jetzt weiter? Was ist zu tun?

Hundt: Es gibt ja die internationale Weltrangliste – dort sind alle Boxerinnen gelistet, die für einen Kampf in Frage kommen. Wir werden jetzt zu den einzelnen Boxställen Kontakt aufnehmen und versuchen, einen neuen Kampf auszuhandeln. Zugegeben, so ein Hin und Her ist uns in den letzten zehn Jahren noch nicht passiert. Wir hoffen jetzt, dass wir in drei bis vier Wochen in den Ring steigen können. Grundsätzlich bin ich da aber ganz zuversichtlich.

Das heißt, am Samstag wird es keine Veranstaltung geben?

Hundt: Nein. Wir haben zwar darüber nachgedacht – immerhin hätten ja auch einige Vorkämpfe stattgefunden – ohne aber den WM-Kampf von Elina wollten wir die Boxnacht in Hiltrup nicht stattfinden lassen. Die Karten behalten natürlich ihre Gültigkeit.

Zumindest ein Gutes ist dem abzugewinnen: Frau Tissen wird ja heute 33 – jetzt kann sie wenigstens einen Sekt trinken . . .

Hundt: Ich glaube, sie hätte gerne auf den Sekt verzichtet, um zu boxen. Aber ja, die Möglichkeit, einen Sekt zu trinken hat sie jetzt.

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