Rudern: U-23-Weltmeisterschaften
24-Stunden-Trip kostet Kortmann und Kruse Schlaf und Nerven

Münster -

Zu viert haben sich die vier Münsteraner in Ratzeburg auf den Weg gemacht, doch schon am Flughafen Frankfurt begann für die Hälfte des Quartetts eine denkwürdige Odyssee – die erst 24 Stunden später mit einem beachtlichen Schlafdefizit enden sollte.

Sonntag, 21.07.2019, 13:56 Uhr aktualisiert: 22.07.2019, 09:44 Uhr
Mit reichlich Verspätung ist auch das nagelneue Rennboot des Deutschland-Vierers in Bradenton eingetroffen. 
Mit reichlich Verspätung ist auch das nagelneue Rennboot des Deutschland-Vierers in Bradenton eingetroffen.  Foto: Thorsten Kortmann

Es geht los – und das Team Deutschland ist heilfroh, dass es ab jetzt nur noch schnurstracks geradeaus geht. Die Anreise zu den an diesem Montag startenden Junioren-Weltmeisterschaften im US-Bundesstaat Florida gestaltete sich vor allem für den Vierer mit Steuermann deutlich komplizierter als erwünscht und erwartet. War die Verspätung der auf dem Seeweg angelieferten Rennboote noch einkalkuliert gewesen, so entwickelte sich unerwartet auch die Anreise von Disziplin-Trainer Thorsten Kortmann und Besatzungsmitglied Ole Kruse zu einer strapaziösen Geduldsprobe.

Wegen einer Überbuchung trennten sich die Wege der münsterischen WM-Delegation bereits am Flughafen Frankfurt, wo Sönke Kruse und Floyd Benedikter in die geplante Maschine eincheckten, Ole Kruse und Kortmann jedoch kurzfristig in einen späteren Flug umgebucht wurden. Und als dann acht Stunden später das erste Flugzeug planmäßig in Tampa an Floridas Westküste landete, zogen in dessen Kondensstreifen am Himmel über dem Sunshine-State dunkle Gewitterwolken auf.

Die Delegation mit Kortmann und Ole Kruse flog zunächst Warteschleifen und leitete dann einen Tankzwischenstopp in Orlando an der Ostküste Floridas ein. Von dort ging es per Bus weiter zum Zielflughafen nach Tampa – und final wieder zurück in den Osten nach Sarasota/Bradenton. Damit hatten die beiden Münsteraner bis auf Miami die größten Sehenswürdigkeiten Floridas schon mal im Rekordtempo angefahren. Gesamtreisedauer: 24 Stunden.

Und immer noch fehlte ein Viertel des Deutschland-Vierers: Ole Kruse sowie seine Mitstreiter Nils Vorberg und Alexander Vollmer – allesamt Studenten an US-amerikanischen Colleges – hatten die Einreise-Prozedur mit ihren gültigen Studenten-Visa anstandslos absolviert. Bei Sebastian Ritter, ebenfalls Austauschstudent in den Staaten, sprang die Ampel dann urplötzlich auf rot. Es dauerte noch einmal einige Stunden, bis auch dieses Missverständnis aus der Welt und der Vierer – inklusive Steuermann Florian Kock – komplett war. Die Besatzung war da, das Boot allerdings immer noch nicht. Die deutsche Flotte erreichte schließlich am Freitagabend das mittlerweile glühend heiße Ziel.

„Es ist so heiß, dass wir die Schrauben beim Montieren kaum anfassen konnten, aber jetzt können wir rudern“, so das erleichterte Sign­al von Thorsten Kortmann. Sein Team hat jetzt allerdings noch zwei Tage Schonfrist. Weil nur acht gesteuerte Vierer für die Welttitelkämpfe gemeldet sind, wird ein Ausscheidungsrennen weniger gefahren – die Wettkämpfe beginnen also erst mit den Vorläufen am Mittwoch. Auch der Achter mit Benedikter an Bord bekommt zwei Extra-Trainingstage – in der Königsklasse ist das Feld mit neun Startern ebenfalls überschaubar. Erster Münsteraner im Wettkampfmodus dürfte damit ausgerechnet Sönke Kruse sein, der „nur“ als Ersatzmann mitgereist ist. Die Reservisten eröffnen in ihrem Spareman-Race die Titelkämpfe – auch, wenn es dabei eben nicht um Medaillen, sondern ausschließlich um die Ehre geht.

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