American Football: Oberliga
Spitzenreiter Mammuts unterliegt Schlusslicht Remscheid

Münster -

Jetzt ist es passiert. Die Münster Mammuts haben ihr erstes Spiel in der Saison verloren. Der Spitzenreiter unterlag dem Schlusslicht Remscheid Amboss zu Hause mit 23:28. Der Gast, das sei zur Ehrenrettung gesagt, hatte sich zum Wiederbeginn nach der Sommerpause extrem verstärkt.

Sonntag, 01.09.2019, 21:00 Uhr aktualisiert: 02.09.2019, 09:44 Uhr
Mit vereinten Kräften stoppt ein Amboss-Trio Mammut Achim Bah.
Mit vereinten Kräften stoppt ein Amboss-Trio Mammut Achim Bah. Foto: Peter Leßmann

Offensichtlich verfügte der kleine Kerl über seherische Fähigkeiten. „Let’s go defense, let’s go“, trällerte der Knirps und warf seinen kleinen Football immer wieder in die Höhe. Derweil versuchte sich seine Mutter darin, den Kinderwagen nebst innenliegendem Bewohner und den Mini-Football-Fan möglichst unfallfrei an den Rand des Spielfelds am Schifffahrter Damm zu bugsieren. Immerhin galt es dem amtierenden Tabellenführer der NRW-Oberliga beim Rückrundenstart die Aufwartung zu machen.

Und als ob es der Nachwuchsfan geahnt hätte, es haperte anfangs bei den Mammuts vor allem an der Defensive. Okay, die Offensive der Münsteraner bekam auch nichts geregelt, so dass das Team nach einer Halbzeit bereits 0:14 in Rückstand lag. Und das gegen das Schlusslicht Remscheid Amboss, das wahrlich nicht wie ein Tabellenletzter agierte.

Zur Pause war guter Rat teuer. Aber nach einer intensiven verbalen Bestandsaufnahme, verbunden mit guten Ratschlägen und wertvollen Hinweisen, trat Besserung ein. Mehr noch: Die Mammuts waren nach dem Wechsel wie ausgewechselt. Das Bollwerk in rot stand seinen Mann, die Offensive kam zu ersten Annäherungen, die Einstellung stimmte nun. Aber zu spät.

Die Remscheider hatten in der Pause die Devise ausgegeben, „das Ding nach Hause zu bringen, egal wie“. Und das gelang ihnen auch. Am Ende hatten sie mit 28:23 die Nase vorn, während Münsters bester Angreifer seine Nase kühlen musste. Moritz Petzold war mit zwei Touchdowns entscheidend an der Aufholjagd der Mammuts beteiligt gewesen, stand letztlich aber doch mit leeren Händen da. Das heißt, so leer waren die auch nicht. Denn die Eispackung im Nacken, das Heftpflaster unter dem Kinn und eben die vermeintlich gebrochene Nase galt es abwechselnd zu händeln und zu pflegen. Derweil lag sein Teamkollege Achim Bah lang ausgestreckt auf der Massagebank und starrte in den bedeckten Himmel. Er war mit einem Amboss kollidiert – Verdacht auf Gehirnerschütterung.

Ein dritter Touchdown blieb Moritz Petzold versagt, weil die Unparteiischen zuvor eine Unregelmäßigkeit bei der Balleroberung beobachtet hatten. „Das wäre es gewesen“, meinte der lädierte Petzold und schlich ziemlich bedröppelt in die Kabine. Neben ihm glänzte Jonas Spitzer mit einem Touchdown und den obligatorischen Zusatzpunkten. Auf der Gegenseite war es vor allem Jeffrey Dubose, der den Münsteranern mit seinen Sturmläufen nicht nur jede Menge Probleme bereitete, sondern auch seinen Ambossen die notwendigen Punkte bescherte. Es war das erste Spiel des wendigen Flitzers nach auskuriertem (zweiten) Kreuzbandriss.

„Wir sind immer noch Erster und haben ein überragendes letztes Viertel gezeigt. Das nehmen wir mit und freuen uns Sonntag aufs Derby“, machte Trainer Sascha Krotil dem Team Mut.

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