Fußball: Westfalenpokal
Preußen-Trainer Hübscher beschreibt den speziellen Gegner Rödinghausen

Münster -

Nach drei sieglosen Drittliga-Spielen ist die Stimmung beim SC Preußen gedämpft. Dabei steht im Westfalenpokal das wichtige Zweitrundenspiel beim SV Rödinghausen an. Trainer Sven Hübscher schwört sein Team auf einen ganz speziellen Gegner ein.

Dienstag, 03.09.2019, 15:54 Uhr aktualisiert: 03.09.2019, 16:33 Uhr
Maurice Litka ist als Zehner bei den Preußen gesetzt. Gegen Rödinghausen erwartet ihn jedoch harte Gegenwehr.
Maurice Litka ist als Zehner bei den Preußen gesetzt. Gegen Rödinghausen erwartet ihn jedoch harte Gegenwehr. Foto: Jürgen Peperhowe

Auch wenn Preußen Münster als Drittligist am Mittwoch (19 Uhr) beim SV Rödinghausen antritt und damit automatisch Favorit sein müsste, spricht zumindest oberflächlich betrachtet gar nicht so viel für die Adler. Denn sie selbst haben in der Liga – gerade auswärts – aktuell nicht ihre beste Phase, scheiterten im Westfalenpokal fünfmal am Stück frühzeitig und zweimal davon eben an jenem Kontrahenten. Der wiederum ist ein ausgewiesener Experte für K.o.-Spiele und als Regionalliga-Spitzenreiter in bestechender Form.

„Einen schwereren Gegner können wir gar nicht erwischen“, sagt SCP-Trainer Sven Hübscher. Doch es gibt auch Aspekte, aus denen er Zuversicht schöpft. Der 40-Jährige hat den SVR im Vorjahr selbst in zwei Testspielen mit Werder Bremen II erlebt und kann diese Truppe ganz gut einschätzen – wie natürlich auch zumindest die Hälfte seiner Schützlinge, die im Vorjahr mit 1:2 in Ostwestfalen scheiterten.

Das zeichnet den SCP-Gegner aus

„Die Rödinghauser haben ihre eigenen Art zu spielen, sind dazu gewachsen und gefestigt. Sie bolzen nicht nur, aber sie suchen auch nicht nur fußballerische Lösungen. Sie bringen das, was sie können, immer zu 100 Prozent aufs Trapez und sind auf Augenhöhe zu erwarten“, sagt Hübscher. „Was sie auszeichnet, sind Zusammenhalt, Mentalität, Körperlichkeit, Robustheit. Wenn sie den Ball erobert haben, geht’s gleich nach vorne. Sie nutzen sofort jede Gelegenheit zur Flanke oder zum Schuss. Hinzu kommen Stimmung, Lautstärke, Intensität – genau das lässt sich allein über Videos nur schwer erkennen.“

Der Coach weiß also, was auf sein Team zukommt. Was aber sind die Mittel? „Wir müssen eine Mischung finden“, sagt er. Dagegenhalten ist das Stichwort, das Seref Özcan oder Maurice Litka als unverzichtbare Offensivgrößen trotz physischer Nachteile beherzigen sollen. Rufat Dadashov, der auf Länderspielreise weilt, könnten Luca Schnellbacher oder Heinz Mörschel ersetzen. Joel Grodowski hat bei der U 23 eine Gehirnerschütterung erlitten und kommt nicht infrage. Das Debüt von Alexander Rossipal ist hinten links denkbar, die Rückkehr von Ole Kittner (im Lauftraining) noch nicht.

Sicher ist, dass niemand geschont wird, sondern die beste Preußen-Elf aufläuft. Zumal am Wochenende ja eine Ligapause ansteht und die Profis an zwei freien Tagen ausspannen sollen. Das dürfte aber nur sorgenfrei klappen, wenn ihnen in Rödinghausen nicht die nächste Enttäuschung widerfährt.

Hübscher macht Druck

Denn klar ist auch, dass die 0:1-Schlappe gegen Rostock nachhallt. Nach außen ging Hübscher am Samstag gnädig mit der Mannschaft um, intern aber machte er seinem Unmut durchaus Luft. „Ich muss nicht schreien, aber meine Tonlage war sehr deutlich“, so die Umschreibung seiner Ansprache. „Es ist kein Drama, doch die Kurve müssen wir jetzt mal wieder kriegen.“

Zwar trat Hansa mit einem anderen System an als erwartet, und darauf habe ich seine Elf trotzdem schnell eingestellt. „Aber aus der Kabine sind wir ohne Spannung gekommen“, sagt der Trainer. „Da waren zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung, obwohl wir auch viele Ballgewinne hatten. Aber dann war die Kugel eben schnell wieder weg. Und das ist dann vor allem eine Konzentrationsfrage.“ Leichter wird die Aufgabe im Pokal im Zweifel nicht.

SCP: Schulze Niehues – Schauerte, Erdogan, Scherder, Rossipal – Wagner, Rodrigues Pires – Özcan, Litka, Hoffmann – Schnellbacher

Fünf Titel, fünf Pleiten

Fünfmal gewann der SCP den Westfalenpokal (seit 1982), die letzten fünf Anläufe floppten dagegen. 1987 stand der SC Preußen erstmals im Finale – und verlor 1:2 gegen SpVgg. Erkenschwick. was auch gegen LR Ahlen (1998) und Arminia Bielefeld (2012) passierte. Hier ein Überblick: Finale, SCP – TSG Dülmen 4:1 Finale, SCP – Fichte Bielefeld n.V. 3:0 Finale, SCP – SF Lotte 3:1 Finale, SCP – SC Verl 4:1 Finale, SCP – SF Siegen 3:0 Halbfinale, SCP – SF Lotte 0:1 2. Runde, SF Lotte – SCP 3:1 Viertelfinale, SCP – SV Rödinghausen 0:1 1. Runde, SC Paderborn – SCP 3:1 3. Runde, SV Rödinghausen – SCP 2:1

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