Rudern: Bundesliga
Rundum gelungene Party am Aasee und erster Sieg für den Münster-Achter

Münster -

Plötzlich wurde es ganz still am Ufer des Aasees. Keine Regung in den beiden Achtern aus Berlin und Münster. Auch die Zuschauer hielten den Atem an, im Sprecherzelt der Ruder-Bundesliga wurde das Zielfoto ausgewertet: Und der Gewinner war ...

Sonntag, 08.09.2019, 15:12 Uhr aktualisiert: 08.09.2019, 20:08 Uhr
Jubel an Bord: Der Münster-Achter machte vor heimischem Publikum auf dem Aasee das Rennen – wie allerdings erst auf dem Zielfoto deutlich wurde. Anschließend ließ es die Siegerbesatzung bei der Siegerehrung durch Bürgermeisterin Karin Reismann auf dem Podium mächtig krachen.
Jubel an Bord: Der Münster-Achter machte vor heimischem Publikum auf dem Aasee das Rennen – wie allerdings erst auf dem Zielfoto deutlich wurde. Foto: Peter Leßmann

„Männer aus Münster, das ist eure Stunde.“ Boris Orlowski griff vor dem letzten Rennen der diesjährigen Bundesliga-Saison noch einmal ganz tief in die Pathos-Kiste. Der Geschäftsführer der RBL lässt es am Mikrofon gerne mal krachen und kann mühelos auch das aussichtsloseste Rennen um Platz 15 zu einer dramatischen Wasserschlacht aufschäumen.

Nur vor eben jenem Finallauf lag der Mann in der Sprecherkabine am Samstagabend gar nicht so weit daneben. Es wurde zwar erwartungsgemäß nicht eine ganze Stunde für die Jungs aus dem Münster-Achter, nicht einmal eine Minute dauerte das finale Meisterstück – ganz genau genommen war es am Ende eines langen Tages die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden, die einem rundum gelungenen Renntag am Aasee für Veranstalter, Zuschauer und natürlich das Team des Münster-Achters die Krone aufsetzte. Selbst die erstmals in dieser Saison geschlagenen Recken des Hauptstadtachters konnten mit diesem Ergebnis sehr gut leben und verneigten sich sportlich vor den Münsteranern, die zum zweiten Mal nach 2011 einen Tagessieg einfuhren.

Das sind die Gewinner

Als letzte durften dann doch noch einmal die Ruderer aus dem Hauptstadtachter das Podium erklimmen: Der alte wurde am Samstag auch zum neuen Meister gekrönt. Dennoch stand dieser Finalerenntag ganz im Zeichen des Münster-Achters. Im Zeitlauf wurden die Kräfte noch geschont. Mit vier Wechsel-Kräften an Bord starteten die Gastgeber in den Renntag und steigerten sich dann von Rennen zu Rennen. Im Halbfinale wurde der Dauerrivale aus Minden abgehängt, im Finale dann auch der Meister. Das waren die Männer von Münster angefangen bei Junior Leo Brüggemann (15 Jahre) an den Steuerseilen bis zum Bootsmethusalem Johannes Mersmann (35): Leo Brüggemann, Jan Sauer, Christoph Koebe, Benedict Antony, Lukas Frederichs, Johannes Mersmann, Mika Kohout, Mats Flottmann, Maximilian Wagner, Fabian Kossow, Florian Marchand, Paul Diletti, Martin Schröder, Jonathan Reitenbach, Matthias Arnold, Ole Kruse, Benedikt Müller

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Teamsprecher Friedrich Tewinkel hielt bei den anschließenden Spontanfeierlichkeiten ein wenig Sicherheitsabstand, der ihm die eine oder andere Sektdusche ersparte – sein Team ließ es aber verdientermaßen richtig krachen. „Ein fantastischer Abschluss“, so Tewinkel, der eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte in Aussicht stellte. „Der Achter bleibt weitestgehend zusammen, wir werden im kommenden Jahr wieder angreifen.“

Und auch der Regattaverein Münster wird als Ausrichter erneut seinen Hut in den Ring werfen. „Die Bewerbung haben wir abgegeben“, bestätigt Nils Warnke. Anvisiert ist der zweite Renntag am 20. Juni – es wäre das zehnte Gastspiel der RBL am Aasee.

Allemal wurde am Samstag noch einmal ein Goldrand um die ohnehin schon gediegene Visitenkarte der Gastgeber geklöppelt. Alles, was in den Händen des Orga-Teams um Nils Warnke und Henrik Niebuhr lag, klappte perfekt, die unvermeidlichen Unwägbarkeiten passten sich dann ins kugelrunde Gesamtbild ein: Für das unvorhersehbare sportliche Happy End sorgten mit vereinten Kräften die Ruderer des ARC und des RV Münster – und schlussendlich spielte auch noch das Wetter mit. Grundsätzlich ist Wasser das tragende Element eines jeden Ruderevents – nur sollte es sich tunlichst unterhalb der Boote befinden. Am Samstag baute sich zwar kurz eine rabenschwarze Regenfront über dem Aasee auf, die sich dann aber in der Rennpause einiger harmloser Tropfen entledigte und sich knochentrocken wieder von dannen machte. Vom ersten Start um 12 Uhr bis zum Finale herrschten bestes Wetter und beste Stimmung am und auf dem See, zur Siegerehrung regnete es Sekt, das war’s an Niederschlag. Die Gewinnerbesatzung ließ noch einen feuchtfröhlichen Feierabend folgen – so schlug schließlich doch die Stunde der Männer aus Münster. Oder auch zwei.

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