Tennis: 2. Bundesliga Frauen
Entscheidung pro Klassenverbleib sorgt für reges Treiben beim TC Union

Münster -

Erst das Angebot des Verbands, dann eine längere Beratung und Gespräche mit den etablierten Spielerinnen, nun das Bemühen um weitere Zusagen und etablierte Sponsoren – beim TC Union Münster war einiges los in den letzten Tagen. Der Verbleib in der 2. Bundesliga macht den Club froh und treibt ihn um.

Mittwoch, 02.10.2019, 13:52 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 16:20 Uhr
Manon Kruse
Manon Kruse Foto: Jürgen Peperhowe

24 Grad, Sonne, eine Tasse Cappuccino – so kann man es aushalten. Ein paar Tage Erholung gönnt sich Thomas Heilborn zwischen dem Ende des Sommer- und dem Beginn des Wintertrainings in Porec. Zwischendurch aber schweifen seine Gedanken immer mal wieder von der Küste Istriens, wo Heilborn seit 1978 ein Jugend-Trainingslager abhält, zurück an die Steinfurter Straße. Dort ist der TC Union Münster beheimatet, der auch 2020 Tennis-Zweitligist ist.

Dass der TCU im nächsten Sommer in sein siebtes Jahr im Unterhaus geht, war nach dem sportlichen Abstieg als Tabellenfünfter lange nicht klar. Erst die Nachricht, dass der TC Rüppurr Karlsruhe seine Mannschaft aus der Bundesliga zurückzieht und der abgestiegene TK BW Aachen den frei gewordenen Platz einnimmt, öffnete den Münsteranerinnen die Tür. Dass sie durch diese schreiten und das Verbandsangebot für ein erneutes Zweit­liga-Abenteuer annehmen, musste aber erst intern diskutiert werden. „Wir haben uns überlegt, ob wir es ­machen. Aber diese Frage hätten wir uns auch gestellt, wenn wir sportlich den ­Klassenerhalt geschafft hätten“, erklärt Heilborn.

Etliche Gespräche mit den Spielerinnen und eine lange Vorstandssitzung später am Montagabend brachten aber die nahezu einhellige Entscheidung pro 2. Liga. In der trifft Münster dann auf die Schwergewichte DTV Hannover, TC 1899 BW Berlin und Club an der Alster sowie auf Bayer Leverkusen und die beiden Aufsteiger TC Sport-Club Charlottenburg und Bielefelder TTC.

Nun laufen die Arbeiten an, um sich für die nächste Spielzeit zu rüsten. Dabei soll sich im Kader nicht ganz so viel ändern, Heilborn baut auf sein seit Jahren gewachsenes Gerüst. Zu dem gehören Manon Kruse, Ria Dörnemann, Andrea Böckmann und Mannschaftsführerin Tina Kötter. Auch Franziska Etzel ist nach drei Saisons beim TCU eine feste Größe, bei ihr ist die Zukunft aber noch offen. „Die Vertragsgespräche laufen, wir wollen sie gerne bei uns halten“, sagt der Coach. Zudem steht er mit der Slowenin Nastja Kolar, die sich nach einer zweimonatigen Pause mit einem Sieg sowie einer Finalteilnahme bei 15 000-Dollar-Turnieren in Kairo zurückgemeldet hat, und der Österreicherin Melanie Klaffner in Kontakt. „Auch mit den beiden sprechen wir jetzt und könnten uns eine weitere Zusammenarbeit gut vorstellen.“

Neben der sportlichen Komponente müssen sich Heilborn und seine Mit­streiter nun auch um die ­Finanzierung der kommenden Saison kümmern. Dabei konnte sich Union in den vergangenen Jahren immer auf eine gute Basis an treuen Geldgebern verlassen, die Fluktuation war sehr gering. „Bislang waren uns ja die Hände gebunden, jetzt können wir aktiv werden und die Sponsoren ansprechen“, sagt Heilborn. Auch aus dem fernen Porec.

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