Rad: 14. Sparkassen-Münsterland-Giro
Hodeg siegt beim Münsterland-Giro – Pascal Ackermann knapp geschlagen

Münster -

(MIT VIDEO) Regen-Finale beim 14. Sparkassen-Münsterland-Giro – und der Kolumbianer Alvaro Jose Hodeg behielt die Nerven. Er siegte vor Pascal Ackermann von Team Bora und dem belgischen Meister Tim Merlier. Am Ende wurde sogar noch gerangelt, Vorjahrssieger Max Walscheid war dabei, Florian Senechal verlor.

Donnerstag, 03.10.2019, 18:04 Uhr aktualisiert: 04.10.2019, 07:15 Uhr
Rad: 14. Sparkassen-Münsterland-Giro: Hodeg siegt beim Münsterland-Giro – Pascal Ackermann knapp geschlagen
Das Siegertrio: Hodeg Chagui (M.) mit Tim Merlier (l.) und Pascal Ackermann (r.). Foto: Jürgen Peperhowe

Das Wetter spielte verrückt im Finale, einige Fahrer auch. Was dem Sieg von Alvaro Jose Hodeg (Team Deceuninck Quick-Step) keinen Abbruch tat. Der Kolumbianer setzte sich im regnerischen Finale knapp vor dem Deutschen Pascal Ackermann (Bora-hansgrohe) durch. Dritter wurde der Belgier Tim Merlier (Team Corendon). John Degenkolb und Andre Greipel bei seinem vielleicht letzten Rennen als Profi griffen in die Entscheidung um die Topränge nicht ein. Degenkolb belegte Rang 17, Greipel kam auf Position 51 ins Ziel. „Ein schönes Podest“, meinte Renn-Chef Rainer Bergmann dennoch. Und: „Ich hatte andere Namen vorne erwartet.“

Die knapp 200 Kilometer, gestartet in Emsdetten, waren für die Fahrer vor allem aufgrund der Wetterkapriolen eine schwere Aufgabe. Regen, Wind, nasse Straßen, dann noch Kopfsteinpflaster in Münster - bis zum Finale in Münster gab es einige Klippen zu überwinden. Auf dem Podest in Münster schlotterten den drei besten Fahrern dann die Knie wie an einem Wintertag. Was aber Hodeg nicht davon abhielt, die kolumbianische Hymne über das Mikrofon lauthals zu intonieren, und dann frierend zum Mannschaftsbus zu taumeln. Auch Ackermann rannte zitternd vom Podium in Richtung Dopingkontrolle, einen Schluck vom eiskalten Siegerbier gönnte sich keiner.

Richtig hitzig wurde es dennoch nach der Zielankunft. Denn Vorjahressieger Max Walscheid, der Fünfter wurde, wurde von Hodegs Teamkollegen Florian Senechal (Frankreich) während ein Interviews mit einem Faustschlag angegriffen. Senechal glaubte, dass Walscheid ihm im temporeichen Finale in das Hinterrad gefahren wäre. Für Senechal war Walscheid der Unfallverursacher. Aber Senechal hatte seinen Sturz gut 100 Meter vor dem Ziel selbst verschuldet. Nachdem er die Tempoarbeit für Hodeg beendet hatte, ließ er ausrollen und bremste so Walscheid aus. Der Titelverteidiger verpasste somit mindestens einen Top-3-Rang. Senechal wurde mit einer 500-Euro-Strafe von den Renn-Kommissären belegt.

Das Profirennen war lange von einer fünfköpfigen Ausreißergruppe geprägt worden. In dieser wurde der erst 19 Jahre alte Juri Hollmann „Bergkönig“ im Tecklenburger Land. Er gewann alle sieben Wertungen, giftige, steile Rampen. Im Finale suchte Brian van Goethem (Niederlande/Lotto-Soudal) die Flucht nach vorn, er wurde erst auf dem letzten Kilometer gestellt. Den Rest machten Hodeg und seine erfahrenen Mitstreiter im Finale klar.

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