Volleyball: Bundesliga Frauen
1:3 gegen Meister Stuttgart: Dem USC Münster fehlen nur Kleinigkeiten

Münster -

Wie im vergangenen Jahr beim 1:3 gegen den Dresdner SC ist der USC Münster auch diesmal wieder mit einer Niederlage in die Saison gestartet. Mit 1:3 (25:13, 17:25, 20:25, 19:25) verloren die Unabhängigen gegen den deutschen Meister aus Stuttgart, überzeugten dabei aber durchaus.

Samstag, 05.10.2019, 22:02 Uhr aktualisiert: 06.10.2019, 14:12 Uhr
Zwei Neue im USC-Dress: Sarah van Aalen begann beim 1:3 gegen Stuttgart im Zuspiel des USC den Barbara Wezorke (r.) als Kapitänin anführte.
Zwei Neue im USC-Dress: Sarah van Aalen begann beim 1:3 gegen Stuttgart im Zuspiel des USC den Barbara Wezorke (r.) als Kapitänin anführte. Foto: Jürgen Peperhowe

Der Start des USC in die neue Spielzeit war beeindruckend und zeigte, wie viel Talent in dieser jungen Mannschaft steckt. Mit Sarah van Aalen (19) im Zuspiel, Demi Korevaar (19) und Kapitänin Barbara Wezorke (26) im Block debütierte ein Trio bei den Grün-Weißen, die fulminant loslegten. Nahezu fehlerfrei überrollte Münster den MTV, der überhaupt nicht stattfand. Immer wieder setzte van Aalen ihre Mitspielerinnen in Szene, ob Lina Alsmeier, Ivana Vanjak oder Luisa Keller – sie alle punkteten.

Und da auch Korevaar im Block starke Aktionen gegen Stuttgarts Krystal Rivers und Channon Thompson hatte, zog der USC nach dem Blitzstart (7:2) auf 19:8 davon, Die 1618 Zuschauer, darunter knapp 50 Schwaben, rieben sich ob der getauschten Rollen die Augen. „Perfekt, im ersten Satz war wirklich alles gut“, befand Trainer Teun Buijs.

Die Show des USC aber ging nicht so weiter, langsam aber sicher meldete der deutsche Meister seine Ansprüche an. Von Ballwechsel zu Ballwechsel steigerte sich der Favorit und machte es dem Gastgeber mit seiner verbesserten Block-Feld-Abwehr schwerer, seine Angriffe durchzubringen. Bis zum 11:11 blieb es ausgeglichen, dann ließ Münsters Quote nach – dafür steigerte sich auf der Gegenseite die sprung- wie schlaggewaltige Rivers. Eine erste Serie zum 14:11 und eine zweite, fünfteilige zum 22:15 legten die Basis für den Satzausgleich.

Buijs, der zuvor schon mit einem Doppelwechsel (Taylor Nelson für van Aalen und Liza Kastrup für Luisa Keller) reagierte hatte, änderte zu Beginn des dritten Durchgangs seine Startformation und brachte Geburtstagskind Kastrup (20) für Keller. Zunächst mit mäßigem Erfolg, Stuttgart blieb überlegen und setzte sich auf 5:1 ab. Doch die Grün-Weißen bissen sich in die Partie und kämpften sich zurück. Vanjak glich zum 10:10 aus, ein niederländischer Doppelblock von Korevaar und van Aalen gegen die Belgierin Celine van Gestel bescherte Münster gar die erste Führung. Ging da etwas für den USC? Ein Punkt, zwei Zähler oder gar drei?

Die Chance zumindest auf einen zweiten Satzgewinn war da, auch beim 16:16 noch. Doch ein, zwei schlechte Entscheidungen im Zuspiel sowie im Angriff, ein Missverständnis in der Annahme bei einem Aufschlag der früheren USC-Blockerin Juliet Lohuis – und schon war der MTV entscheidend davongezogen (16:20). Rivers – wer auch sonst – zog den Strich unter Satz drei.

Denkbar ungünstig begann der USC den vierten Abschnitt. Ein Aufstellungsfehler, eine Netzberührung sowie ein geblockter Alsmeier-Angriff schoben die Schwaben weiter in Richtung Auftaktsieg. Münster lief diesem Rückstand hinterher, auf mehr als zwei Punkte (5:7) kamen die Unabhängigen aber nicht mehr heran. Mit der Klasse eines Meisters und Champions-League-Teilnehmers fuhr der Gast den Sieg nach Hause, auf Kompromisse ließ sich Stuttgart nicht mehr ein. So blieb Münsters beherztes Bemühen vergebens, nach 103 Minuten war Schluss des Auftaktspiels, in dem der USC über weite Strecken sein Potenzial gezeigt hat. „Aber“, konstatierte Buijs, „wir machen noch zu viele Fehler.“ Es sind Kleinigkeiten, die sich summieren. „Da müssen wir uns verbessern, es geht auch um Cleverness.“ Mittwoch geht es für Münster bereits in Erfurt weiter.

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