Volleyball: Bundesliga Frauen
Der USC Münster findet beim 3:1 in Erfurt zur rechten Zeit die Problemlösungen

Münster -

Es war nicht alles Gold, was da in der Erfurter Rieth-Halle glänzte. Beim 3:1-Sieg, dem ersten der Saison, musste der USC Münster auch einige Tiefen überstehen – tat dies aber erfolgreich. „Wir sind ruhig geblieben“, sagte Trainer Teun Buijs, der die Schwere der Partie vorhergesagt hatte.

Donnerstag, 10.10.2019, 16:06 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 13:12 Uhr
Topscorerin in Erfurt: Ivana Vanjak war beim 3:1-Erfolg des USC Münster mit 22 Punkten die beste Angreiferin auf dem Feld.
Topscorerin in Erfurt: Ivana Vanjak war beim 3:1-Erfolg des USC Münster mit 22 Punkten die beste Angreiferin auf dem Feld. Foto: Jürgen Peperhowe

Mitten in der Nacht war die Dienstreise beendet. Müde, aber glücklich über die drei Punkte kletterten die Spielerinnen des USC Münster am Donnerstag aus dem Bus und machten sich schnurstracks auf ins Bett. Regeneration bis zum Abend war angesagt, die Erholungszeit bis zur nächsten Aufgabe ist kurz. Nach dem Tagestrip nach Erfurt folgt dann am Samstag die Tour nach Aachen, zu den Ladies in Black. Wieder ohne Übernachtung.

Der Kontrast zwischen Saisonauftakt und Spieltag zwei hätte kaum größer sein können, nach dem Gastspiel des Meisters Stuttgart (1:3) am Berg Fidel musste der USC nach Thüringen zum SWE, der in der Vorsaison sportlich abgestiegen war. Eine Partie mit anderen Vorzeichen, die junge Truppe der Unabhängigen musste „liefern“, wie es Kapitänin Barbara Wezorke im Vorfeld beschrieben hatte. Diesem Druck hielt das Team von Trainer Teun Buijs stand, auch in nicht ganz einfach zu meisternden Situationen wie in Satz zwei, drei oder vier. „Es gibt kein Match in Deutschland, das für uns einfach ist. Gerade auswärts ist es für uns immer ein Kampf“, sagte der Coach nach dem 109-minütigen 3:1-Erfolg, bei dem Münster im Endeffekt „mehr Lösungen“ (Buijs) hatte als der Gastgeber.

Zur Problemlösung trug auch Taylor Nelson bei, die zunächst von der Seitenlinie aus das Treiben in der nur spärlich gefüllten Rieth-Halle (521 Zuschauer) beobachten musste. Als der USC in Satz eins nach einer Sechs-Punkte-Führung (15:9) wackelte, übernahm die Amerikanerin von der 19 Jahre alten Sarah van Aalen die Position im Zuspiel und brachte die Stabilität zurück. „Mit Taylor hat es gut funktioniert. Sie spielt etwas ruhiger und mit mehr Höhe als Sarah. Für mich als Trainer ist es ein großes Plus, zwei so gute Zuspielerinnen zu haben“, meinte der niederländische Trainer.

Der Wechsel in der Zentrale war nicht der einzige mit Wirkung, auch Liza Kastrup brachte Schwung und überzeugte mit „guten Aktionen“ (Buijs). Die 20-Jährige kam für Luisa Keller, die keinen guten Abend erwischt hatte. Nur 17 Prozent ihrer Angriffe waren erfolgreich, bei Kastrup waren es dagegen bei gleicher Versuchsanzahl (zwölf) 33 Prozent. „Durch Liza hatte es Ivana dann wieder leichter“, sagte Buijs. „Wir hatten mehr Lösungen als Erfurt, konnten unser Line-up erfolgreicher ändern.“

Die angesprochene Ivana Vanjak, die Ende des dritten Satzes auch eine kurze Schwächephase hatte und mit ihren Angriffen wie ihre Kolleginnen nicht mehr durchkam, war mit 22 Punkten und einer guten Quote von 41 Prozent Topscorerin der Partie, in der Münster nicht immer souverän auftrat. In jedem Durchgang gestattete der USC dem Gegner eine Serie, verspielte damit eine Führung oder geriet – in Abschnitt drei dann nicht mehr korrigierbar – in Rückstand. „Erfurt hat befreit aufgespielt und hat viel Druck gemacht. Da wurde es schwer. Wir müssen lernen, auch in kritischen Situationen an uns zu glauben. Aber wir sind in den Endphasen der Sätze eins, zwei und vier ruhig geblieben, das war wichtig“, sagte Buijs. Drei Punkte. Fertig. Aus.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6991973?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686137%2F2686209%2F2686789%2F
Nachrichten-Ticker