American Football: Oberliga
Alles oder nichts für die Münster Mammuts

Münster -

Noch ist die Krone in der Football-Oberliga nicht vergeben, obwohl bereits 29 von 30 Punktspielen absolviert sind. Doch erst das letzte – an diesem Samstag (16 Uhr) zwischen Spitzenreiter Düsseldorf Bulldozer und den Münster Mammuts wird Meister- und Aufstiegsfrage beantworten.

Freitag, 11.10.2019, 13:58 Uhr aktualisiert: 12.10.2019, 14:10 Uhr
Achim Bah kehrt in den Kader der Mammuts zurück und wird sich auf reichlich Düsseldorfer Gegenwehr einstellen müssen.
Achim Bah kehrt in den Kader der Mammuts zurück und wird sich auf reichlich Düsseldorfer Gegenwehr einstellen müssen. Foto: Peter Leßmann

Die Dramaturgie ist perfekt: Während der Rest der American-Football-Oberliga längst die Ausrüstung winterfest verstaut hat und in die Planungen für die kommende Spielzeit eingestiegen ist, bereiten sich die beiden Spitzenteams auf das ultimative Gipfeltreffen vor: Die Düsseldorf Bulldozer empfangen am Samstag (16 Uhr) die Münster Mammuts, gut zwei Stunden später werden nahtlos die Meisterfeierlichkeiten eingleitet – zeitlos in Schwarz mit den Bulldozern oder im aggressiven Rot der Mammuts. Siegt Düsseldorf, dann wechselt das Team mit zwei Siegen Vorsprung die Liga. Gewinnt Münster, dann reicht es punktgleich, aber aufgrund des gewonnenen direkten Vergleichs für den Titel. Der Verlierer geht komplett leer aus. Um es mit Abba zu singen: The winner takes it all – oder mit einer Anleihe bei der martialischen US-Sportsprache: Do or die. Robert Lembke hätte das so übersetzt: Alles oder nichts.

Ganz so dramatisch sieht Mammuts-Coach Sascha Krotil die Lage allerdings nicht, schließlich steht sein Team vor einem Ziel, das in der Saisonplanung eigentlich nie wirklich eine Rolle spielte. „Wir haben unsere Vorgabe erreicht und können als Außenseiter ohne Druck spielen. Getreu dem Motto ,alles können, nichts müssen’“, sagt Krotil. Nichtsdestoweniger hat er vor der Entscheidungspartie noch einmal mächtig mobil gemacht, Schulmediziner, Schamanen, Homöopathen und Wunderheiler auf seine Truppe angesetzt und den Kader zumindest halbwegs wettbewerbsfähig gemacht. Zuletzt waren in Wuppertal gerade mal 26 einsatzfähige Mammuts am Start – weniger geht nicht. Für Samstag kehren immerhin Nils Händel, René Lafin, Lukas Kleine, Peer van Wanrooy, Eric Adam, Jannik Laumann, Achim Bah, Joel Azingba und Jamie Gilles zurück. Zudem hat Kapitän Marvin Riemer eigens für den sportlichen Showdown seinen Urlaub abgesagt. Damit ist die Spielerliste immerhin ein wenig länger als die Verletztenliste, die Favoritenfrage stellt sich Krotil dennoch nicht. „Düsseldorf hat fünf Amerikaner und diverse Spieler aus der 2. Bundesliga gekauft. Hier treffen zwei Teams mit ganz unterschiedlichen Voraussetzungen aufeinander“, erklärt Krotil. Aber: „Trotzdem spielen beide Teams in derselben Liga und um dieselbe Platzierung.“

Krotil ist kein Fantast, hat aber ausreichend Fantasie, um sich einen Überraschungscoup seiner Mammuts vorstellen zu können, wenn zwei Szenarien nicht eintreffen: „Wenn unsere Spieler wieder so einen schlechten Tag wie gegen die Blackhawks erwischen, dann wird es eindeutig. Wenn Düsseldorf noch mal den Geldbeutel aufgemacht hat, könnte es auch eindeutig werden.“ Zudem haben die Düsseldorfer die letzten 13 Spiele im heimischen Sportpark Niederheid nicht mehr verloren – andererseits wird es dann ja mal wieder Zeit.

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