Reiten: WM der Jungen Vielseitigkeitspferde
Klimke und Bölting steigen in Le Lion d‘Angers vorzeitig aus

Münster -

Das hätte besser laufen können: Bei der Weltmeisterschaft der sechs- und siebenjährigen Vielseitigkeitspferde in Frankreich verzichteten Ingrid Klimke und Vanessa Bölting nach Strafpunkten im Gelände auf das abschließende Springen. Es war auch eine Reaktion auf die schlechten Bodenverhältnisse.

Sonntag, 20.10.2019, 18:58 Uhr aktualisiert: 21.10.2019, 18:36 Uhr
Viele Zuschauer säumten die Geländestrecke in Le Lion d‘Angers, die große Kulisse beeindruckte die jungen Pferde. So auch Ingrid Klimkes Siena just do it, die sich an Hindernis 19 einen Vorbeiläufer leistete.
Viele Zuschauer säumten die Geländestrecke in Le Lion d‘Angers, die große Kulisse beeindruckte die jungen Pferde. So auch Ingrid Klimkes Siena just do it, die sich an Hindernis 19 einen Vorbeiläufer leistete. Foto: imago-images

In eine gute Ausgangslage hatten sich am Freitag Ingrid Klimke (RV St. Georg Münster) und Vanessa Bölting (RFV Zum Rieselfeld) gebracht. Als Siebte und Achte hatten sie die Dressur beendet, lagen damit bei der Weltmeisterschaft der sechs- und siebenjährigen Vielseitigkeitspferde in Le Lion d’Angers (Frankreich) in Lauerposition. Aus dieser heraus aber vermochten die beiden Reiterinnen nicht, ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe im Feld der Siebenjährigen mitzureden. Im Gegenteil, nach Strafpunkten im Gelände und dem Abrutschen im Gesamtergebnis auf die Ränge 44 (Klimke mit Siena just do it) und 58 (Bölting mit Ready to go) entschlossen sich beide, auf das abschließende Springen zu verzichten.

Unzufrieden war Klimke nach den Tagen im Departement Maine-et-Loire dennoch nicht. Obwohl nicht alles nach Plan lief. Die Bodenverhältnisse in der Dressur waren eines Championats nicht würdig, der weiche Untergrund bot alles andere als optimale Bedingungen. „Der Boden war eine Katastrophe, da konnte sich Siena nicht so entfalten, wie sie es eigentlich kann“, erklärte Klimke, die mit ihrer Stute im Gelände lange eine Top-Runde drehte. Bis zum Hindernis 19. Aus dem Wald kommend und beeindruckt von den vielen Zuschauern nicht nur auf diesem Teilstück erkannte Siena just do it einen schmalen Sprung nicht und kassierte einen Vorbeiläufer. „Man merkte ihr schon an, dass sie aufgeregt war. Vielleicht hätte ich sie energischer unterstützen müssen, da war ich vielleicht etwas zu optimistisch“, sagte Klimke, die aber davor und danach „alle Klippen gemeistert“ hatte. „Eigentlich lief es super. Daher bin ich auch zufrieden. Es war ein erfolgreiches Jahr und eine tolle Saison“, erklärte die Münsteranerin, die bei der EM in Luhmühlen den Einzel- und Mannschaftstitel gewonnen hatte und das Vielseitigkeitsjahr 2019 nun beendet hat. „Das Risiko auf dem Boden wollte ich beim Springen nicht eingehen“, erläuterte Klimke ihre Entscheidung.

Eben diese hatte auch Bölting vor dem Abschluss im Parcours getroffen. Nach der Verfassungsprüfung, die Ready to go ebenso wie Siena just do it ohne Probleme bestand, folgte ihre Absage. „Die Gesundheit der Pferde geht vor. Nur um mich eventuell mit einer guten Runde noch auf Platz 55 oder so vorzuschieben, macht es keinen Sinn. Das Risiko ist zu groß“, sagte Bölting, die wie Titelverteidigerin Klimke durchaus einverstanden war mit ihrem Auftritt in Le Lion d’Angers war. In der Dressur hatte ihr Wallach „einen ganz tollen Job“ gemacht, leistete sich dann im Gelände aber einen Fehler. ­Parallelität der Ereignisse: Auch Ready to go war beeindruckt von der Kulisse und düste am sechsten Hindernis vorbei. „Das darf so nicht passieren. An diesen Ups arbeiten wir weiter“, sagte Bölting, die sich an Hindernis 21 einen „klassischen Reiterfehler“ erlaubte. „Den nehme ich klar auf meine Rechnung. Aber die Erfahrungen, die Ready to go hier gemacht hat, sind wertvoll.“

Und so trat auch Bölting die gut 900 Kilometer lange Rückreise nach Münster nicht unzufrieden, sondern mit einem guten Gefühl an.

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