Basketball: 2. Bundesliga ProB
WWU Baskets minimalistisch zum Sieg

Münster -

Philipp Kappenstein hat den Zuschauern vor dem Spiel einen Krimi versprochen und Recht behalten, wieder einmal – diesmal mit kriminell schwacher Trefferquote: Am Ende reichte es für seine WWU Baskets aus Münster gegen die Baskets Juniors aus Oldenburg gerade einmal für 58 Punkte. Das konnte nicht ausreichen für ein Happyend – oder etwa doch?

Samstag, 16.11.2019, 22:20 Uhr aktualisiert: 17.11.2019, 18:02 Uhr
Jojo Cooper entwischt hier seinem Oldenburger Verfolger Jacob Hollatz
Jojo Cooper entwischt hier seinem Oldenburger Verfolger Jacob Hollatz Foto: fotoideen.com

 

Offensiv auf Schmalspur unterwegs, aber siegreich durch entfachten Kampfgeist: Die WWU Baskets Münster stellten im vierten Heimspiel der 2. Bundesliga ProB gegen die Baskets Juniors Oldenburg einen Rekord auf, der kaum glänzte. Beim 58:56 (32:38) vor 2635 Zuschauern reichten so wenige Punkte wie nie zuvor seit dem Aufstieg zum Erfolg. Hinter dem Doppelpunkt standen nur einmal weniger Punkte – im Februar waren Wolfenbüttel nur 51 vergönnt. „Von diesem Gegner nur 18 Punkte in der zweiten Halbzeit zu kassieren, war der einzige Grund für den Sieg heute“, sagte Münsters fortwährend gestresster Coach Philipp Kappenstein. „Das war kein Befreiungsschlag, aber wir müssen uns nicht entschuldigen für den Erfolg!“

Mentalität stimmt

Die passende Mentalität zum Zupacken griff mehr und mehr um sich und machte letztlich die auffälligen spielerischen Defizite wett. Eine frappierende Wurfschwäche und Mängel im Passspiel grassierten nach dem ersten Viertel und hemmten nahezu jeden im Kader – mit Stefan Weß als erfreulicher Ausnahme.

Der 25-Jährige traf mit sechs von zehn Versuchen aus dem Feld und verwandelte alle vier zugesprochenen Freiwürfe. Wieder fiel ihm die Rolle zu, den ersten Aufbauspieler der Gäste zu stören. Der wendige Jacob Hollatz, in Abwesenheit des verletzten Robert Drijencic gefordert, setzte wenige Akzente. Oft eilte ihm Linkshänder Fritz Hemschemeier zu Hilfe. Weß traf sofort hellwach von außen. Münster legte eine 10:2-Führung vor, ehe ebenso fix erhebliche Rhythmusstörungen das Spiel mit Ball verkomplizierten. Jojo Cooper, bekanntlich aktuell als Solist auf der Eins gefordert, wird es gut gemeint haben mit einigen abenteuerlichen Pässen, sorgte aber bisweilen für Rätselraten bei den Kollegen und Ballgewinne der Gäste.

Das war kein Befreiungsschlag, aber wir müssen uns nicht entschuldigen für den Erfolg!

Philipp Kappenstein

Auch dank des robusten Powerforward Marcel Keßen (22 Punkte), wie Hollatz einer mit Bundesligaerfahrung, schnappte sich Oldenburgs Talentschuppen durch Serien (5:0 und viertelübergreifend 12:0) die Führung. Münster haderte: Jan König und Malcolm Delpeche fanden partout kein glückliches Händchen. Mit fünf Fehlversuchen nacheinander ging es ins dritte Viertel. Da drehte und wendete sich jeder unterm Korb gegen den Gegner, aber die Bälle fielen nicht rein. Hier und da gab es Solo-Einlagen von Werfer Cooper. Eine offensiver einschreitende Abwehr und der Biss von Delpeche und Kai Hänig im Kampf um den zweiten Ball sorgten für Gleichstand. „Wenn offensiv nichts geht, muss der Einsatz stimmen“, nennt Kappenstein das gültige Motto.

Fehlversuche auf beiden Seiten

9:8 endete das vierte Viertel, tatsächlich. Keßen gelang ein Dreier zum 56:55 für die Gäste, der coole Weß konterte direkt zum 58:56. An der Linie verwarfen Cooper und, ungewöhnlich für ihn, Andrej König je zweimal. Hendrik Drescher missglückte ein letzter Oldenburger Versuch, dann brachten die Niedersachsen nur den eher schwachen Werfer Jesse Kempson in Position. Der vergab. Münster hatte den sechsten Sieg in der Tasche.

„Das zählt augenblicklich“, sagte Kappenstein, der trotz der Personalknappheit ergründen will, „warum wir uns in Heimspielen zu viel Druck machen.“ Mit einer „gestiegenen Erwartungshaltung“, die der Pädagoge in Teilen des Umfelds ausmacht, müsse der Kader klarkommen.

WWU Baskets: Weß (17/1), Cooper (16/2), Baues, A. König (je 5), J. König (4), Delpeche (3), Goolsby (3), Padberg (3/1), Hänig (2)

 

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