Boxen: Stützpunkt
Boxzentrum schickt neue Riege in die Oberliga

Münster -

Das Jahr 2019 hat Hoffnungen geweckt. Das Boxzentrum Münster besitzt aktuell eine ganze Reihe spannender Talente. Demnächst schickt der Stützpunkt eine eigenen Riege in die Oberliga. Und im Hinterkopf schwirrt noch ein viel größerer Traum.

Freitag, 22.11.2019, 16:08 Uhr aktualisiert: 22.11.2019, 18:06 Uhr
Bronze bei den Deutschen Meisterschaften:
Bronze bei den Deutschen Meisterschaften: Foto: BZM

Dieser Traum hört nicht auf. Eines Tages, so Farid Vatanparast, wird es einer seiner Athleten zu den Olympischen Sommerspielen schaffen. Ein Boxer aus Münster kämpft dann um olympisches Edelmetall – so oder so ähnlich soll es werden. Für Tokio im nächsten Jahr wird das ein Traum bleiben, beim Trainer vom Boxzentrum Münster spielt vielmehr die Langzeitplanung für die Olympischen Spiele 2024 in Paris ein Rolle. „Ja, davon träume ich immer noch“, sagt er, und hat dieses ambitionierte Projekt noch längst nicht aufgegeben.

Als Mittelgewichtler wollte sich Vatanparast 2008 für die Spiele in Peking qualifizieren, ehe er verletzungsbedingt nicht nur passen, sondern auch die Laufbahn beenden musste. Seitdem hofft er auf den großen Wurf bei einem seiner Aktiven.

„2019 war wieder ein richtig gutes Jahr für uns. Das ist ein Grundstein für die Zukunft“, backt Vatanparast kleinere Brötchen auf dem Weg nach oben. Immerhin sechs Eliteathleten schafften den Sprung zu Deutschen Meisterschaften. Mit Zalgaj Laghmani (Klasse bis 64 Kilogramm) gewann zumindest ein Münsteraner eine Bronzemedaille. Vatanparast mag die Einstellung des jungen Sportlers: „Er ist ein fleißiger Athlet. Er hat noch Potenziale.“ Auf den zweiten Blick fallen nach dem Wettkampfjahr mit Mohamed Siala, Max Becker und Kahraman Uzun noch drei Nachwuchskräfte auf. Siala und Uzun sind im Sportinternat untergekommen, es helfe ihrer Entwicklung, sagt Vatanparast. Uzun wurde Deutscher Meister bei den Kadetten und trat erstmals in einem Länderkampf für Deutschland an. Gerade Leichtgewicht Becker hat eine fast zweijährige Misere an Erkrankungen und Verletzungen hinter sich, ließ aber just mit dem Finaleinzug bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft in Köln aufhorchen. Zudem verfügt das Boxzentrum mit dem jungen Schwergewichtler Thahel Rentmeister über ein Supertalent bei den schweren Kerlen.

Der Stützpunkt stellt im neuen Jahr erstmals in der Oberliga eine Mannschaft auf die Beine, eine sogenannte Riege. Neun Gewichtsklassen müssen dafür besetzt werden können, am besten stehen immer zwei Boxer je Kategorie zur Verfügung. „Wir haben die 18 Kämpfer, können alle geforderten Klassen besetzten“, freut sich Vatanparast an dieser Stelle über die Erfüllung eines weiteren, deutlich kleineren Traums. Vier Heim-Wettkämpfe stehen an, in der internationalen Liga werden auch Mannschaften aus den Niederlanden und Belgien erwartet. Eine gute Möglichkeit, weitere Wettkampfpraxis zu sammeln. „Sportlich lohnt sich das für uns.“ Finanziell dürfte es – wie immer – schwierig bleiben. Vatanparast und seine Mitstreiter werden das aber „wuppen“. Es hilft, die eigenen Athleten vor Ort einzubinden. Denn Dariusz Lassotta, Patrick Walfort, Laghmani oder auch Naziri Piraki starten aktuell als Gastkämpfer für Bundesligisten.

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