Sportförderung: „ProTalent“
Uni-Sportler erhalten erstmals neue Form des Stipendiums

Münster -

Mit 300 Euro im Monat werden künftig drei junge Sportler, die gleichzeitig an der Uni Münster studieren, unterstützt. Einer von ihnen ist Weitspringer Luka Herden, der für die LG Brillux startet. Basis ist das Förderprogramm „ProTalent“.

Montag, 02.12.2019, 18:04 Uhr aktualisiert: 02.12.2019, 18:21 Uhr
Weitspringer, U-20-WM-Teilnehmer und Stipendiat
Weitspringer, U-20-WM-Teilnehmer und Stipendiat Foto: Peter Leßmann

247 Studierende der Uni Münster, mehr als je zuvor, kommen im neuen Förderjahr in den Genuss eines Stipendiums des in Münster so getauften Programms „ProTalent“. Prof. Dr. Johannes Wessels, Rektor der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, begrüßte erstmals drei Leistungssportler in diesem Kreis.

Die Vielseitigkeitsreiterinnen Anais Neumann (Nümbrecht) und Johanna Zantop (Hepsisau/Weilheim an der Teck) sowie Luka Herden von der LG Brillux Münster wurden vom Spitzensportbeauftragten Prof. Bernd Strauß und Hochschulsport-Chef Jörg Verhoeven, die den zuständigen Ausschuss führen, als unterstützenswert auserwählt. Zwei Semester lang sind den Assen monatlich 300 Euro sicher. Damit hat jeder aus dem Trio eine Sorge weniger.

An der WWU läuft die Förderung im Programm „ProTalent“ seit 2011. Es basiert auf dem durch die Bundesregierung initiierten Deutschlandstipendium. Bislang waren Leistungssportler außen vor – das änderte sich durch das Engagement der Sportstiftung NRW. Die tritt nun landesweit an 15 Hochschulen und Fachhochschulen als Mit-Unterstützer für 61 Deutschlandstipendien auf – junge Leistungssportler mit Bundeskaderstatus sind hier die Zielgruppe.

Wer vor Ort gefördert wird, „entscheiden die Standorte unabhängig“, sagt Jürgen Brüggemann, Geschäftsführer der Sportstiftung NRW. „Dass sich in Münster ein eigenes Team um jene Leistungssportler kümmert, die für ein Stipendium infrage kommen, ist ein Alleinstellungsmerkmal.“

Geeignete Studierende, die sich bewerben müssen, erhalten ein Jahr lang monatlich 150 Euro vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und 150 Euro von Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen, Vereinen und Verbänden. „Wir begrüßen es sehr, dass nun auch unsere Leistungssportler einbezogen wurden“, sagt Sportpsychologe Strauß, dessen Team um Barbara Halberschmidt studierenden Spitzensportlern hilft, die „duale Karriere“ trotz der hohen Studienanforderungen zu bewältigen.

Der münsterische Leichtathlet Luka Herden (Jahrgang 2000) studiert Humanmedizin. Und trainiert „durchschnittlich fünfmal pro Woche jeweils bis zu drei Stunden“. Universität und Sport seien in seinem Fachbereich stark getrennt – Rücksichtnahme erwartet er nicht. „Das Stipendium hilft ungemein, da ich von der Hilfe meine Mietkosten nahezu vollständig decken kann. Deswegen habe ich die Möglichkeit, unabhängig von Jobs zu sein und mich voll auf Uni und Sport zu konzentrieren“, beschreibt er, der seit 2015 in der deutschen (Weitsprung-)Spitze aktiv ist.

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