Ex-Profi hat zehn Jahre keine Hallenschuhe getragen
Leeneman genießt mit 34 seine Premiere am Berg Fidel

Münster -

Auch mit 34 hat das Fußballer-Leben noch etwas Neues zu bieten: Marcel Leeneman, Ex-Profi in Diensten des Westfalenligisten TuS Hiltrup, kommt in diesen Tagen erstmals in den Genuss der Stadtmeisterschaften. Er freut sich riesig.

Sonntag, 29.12.2019, 16:34 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 08:54 Uhr
Marcel Leeneman (l.) spielt erstmals am Berg Fidel.
Marcel Leeneman (l.) spielt erstmals am Berg Fidel. Foto: Peter Leßmann

Ein Mann Mitte 30, über 200 Viertliga-Spiele auf dem Buckel, dazu Innenverteidiger – der hat doch sicher an der Halle kein Interesse. Falsch gedacht! Marcel Leeneman konnte es kaum erwarten, ehe er sein Debüt am Berg Fidel geben durfte. Mit 34 wohlgemerkt.

Es war die Weihnachtszeit 2018, als sich sein Wechsel zum TuS Hiltrup anbahnte. „Da gab es im Verein nur ein Thema: dieses Turnier. Ich habe überall Bilder und Videos gesehen“, erzählt der Routinier. „Da war für mich irgendwie klar, dass ich meine Schuhe mal wieder auspacke.“ Die mit der hellen Sohle sind gemeint. Dabei hatte er eine Dekade keinen Indoor-Kick mehr bestritten.

Für den SC Wiedenbrück, den SV Rödinghausen, den SC Verl und den FC Gütersloh war der Abwehrspieler mehr als ein Jahrzehnt hochklassig unterwegs. In Ostwestfalen kennt Leenemann jeder. Unterm Dach war er selten im Einsatz. „Mit Anfang 20 hatte ich einige Verletzungen, da habe ich den Winter lieber genutzt, um fit zu werden.“ Jetzt halten die Knochen, der Ex-Profi wohnt in Münster und klopft mit dem TuS ans Oberliga-Tor. „Die Stimmung war gerade zum Ende der Hinrunde sehr gut. Mit Platz eins hatte ja gar keiner mehr gerechnet. Wir hatten ja schon noch einige starke Schwankungen drin. Wenn wir konstant werden ...“ Dann muss sich die Konkurrenz in der extrem ausgeglichenen Westfalenliga vielleicht doch fürchten.

Doch aktuell beschäftigt sich Leeneman vor allem mit der Stadtmeisterschaft. „Unser Ziel war der Finaltag, jetzt ist alles möglich“, sagt er. Dass er schon als sechsfacher Torschütze in Erscheinung trat und bereits einige Assists draufgelegt hat, schiebt er auf das enge Spielfeld. „Der Weg nach vorn ist nicht so weit.“ Schnörkellos und gradlinig steuert der Defensivmann das Spiel seiner Mannschaft. „In zwei Minuten kann man hier alles raushauen – und ich weiß jetzt, warum vorher alle gesagt haben, dass ich hier mitspielen soll. Das Endspiel soll überragend sein.“ Gut möglich, dass Leenemann und die Hiltruper am Montagabend im Spotlight einlaufen dürfen. Auch wenn es unter dem Eindruck der beiden letzten Partien am Samstag gegen Roxel (2:3) und Amelsbüren (3:2) noch einer Steigerung bedarf.

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