Starken Roxelern geht am Ende die Luft aus / Wolbeck raus mit Applaus
Hiltrup verschenkt fahrlässig das Halbfinale

Münster -

Des einen Freud, des anderen Leid. Jubel und Enttäuschung liegen manchmal so eng beisammen. Das war bei den Stadtmeisterschaften 2019 in der Endrunde nicht anders. Vor allem der TuS Hiltrup hatte so sein Päckchen zu tragen.

Montag, 30.12.2019, 23:24 Uhr aktualisiert: 03.01.2020, 08:54 Uhr
Endrunde ohne Gnade: Tim Peifer, Tormann der gescheiterten Nullachter, musste im Duell mit dem BSV Roxel (2:5) mächtig einstecken.
Endrunde ohne Gnade: Tim Peifer, Tormann der gescheiterten Nullachter, musste im Duell mit dem BSV Roxel (2:5) mächtig einstecken.

Der Abend der großen Jubeltrauben und erfüllten Träume beginnt in der Regel für andere mit dem bekannten Mix aus Enttäuschung und Stolz. Vier Teams verpassten das Halbfinale. Die Tränen waren in den meisten Fällen schnell wieder getrocknet. Nur der TuS Hiltrup verstand die Welt nicht mehr.

2:1 hatte der Westfalenligist gegen den schon ausgeschiedenen VfL Wolbeck geführt, ehe er noch genau die drei Tore kassierte, auf die Westfalia Kinderhaus tatenlos hoffen musste. Auch der Konkurrent hatte nicht mehr dran geglaubt. „Wir hatten mehrfach die Chance aufs 3:1, das waren fünf, sechs Hundertprozentige“, sagte TuS-Spieler Manuel Beyer. „Sowas darf einfach nicht passieren, gerade in der hitzigen Halle nicht.“

Wolbeck, das in den beiden Runden zuvor so erfrischend auftrat, ereilte bereits vor 18.30 Uhr das Aus. Einer 0:1-Niederlage in allerletzter Sekunde gegen Kinderhaus (Tor Mike Liszka) folgte ein 2:4 gegen Preußen Münster II. „Im ersten Spiel haben wir schon gut verteidigt, nur zwei, drei Chancen zugelassen, leider unsere Überzahlszenen nicht gut ausgespielt“, sagte der wie Keeper Marc Klein überzeugende Luke Vette. Der Ex-Gievenbecker stand erstmals bei den Senioren auf dem Parkett. „Das ist schon was anderes als in der Jugend. Die vielen Fans auf der Tribüne machen schon Spaß.“ Erst recht, wenn der große Nachbar ausgeschaltet wird. Eigentlich war die Partie zwischen Westfalia (Last-Minute-Niederlage gegen Hiltrup) und SCP – zumindest in diesem Moment – das Finale ums Weiterkommen. Zwei Minuten vor Schluss glich Ali Ibraim für den Titelverteidiger zum 3:3 aus, der Kinderhauser Kevin Schöneberg meckerte und kassierte eine Zeitstrafe. Das Aus für den Mitfavoriten? Es sah so aus, doch dann kam der VfL zur Hilfe.

Ein Wahnsinnsspiel lieferten sich der SC Münster 08 und der UFC. Das 5:5 der Futsaler, die mit einem 0:4 gegen den 1. FC Gievenbeck gestartet waren, durch Flying Goalie Roman Nölle fiel mit der Schlusssirene. Der Verzweiflungsversuch aus der eigenen Hälfte wurde vor dem „Gong“ abgegeben und schlug nach Ablauf der Zeit im Kasten der verdutzten Kanalkicker ein. Das Tor zählte, alles regulär.

Nullacht tat das Remis weh – zuvor hatte es eine 2:5-Schlappe gegen den BSV Roxel gegeben, anschließend ein 3:5 gegen den Ausrichter. Als einziger A-Ligist am Finaltag verkaufte sich der Innenstadtclub aber ordentlich. Marius von Felde, mal Torwart, mal Feldspieler, sagte: „Mit dem Erreichen der Endrunde haben wir unser Ziel ja erreicht und haben befreit aufgespielt. Es ging auch um den Spaß vor der Kulisse.“

Der FCG marschierte mit neun Zählern vorne weg. Das letzte Halbfinalticket machten UFC und Roxel unter sich aus. Den lange so überzeugenden Kleeblätter, denen trotz des 1:3 zuvor gegen Gievenbeck ein Punkt gereicht hätte, verloren trotz Führung 1:2 und waren raus. „Eigentlich bin ich mit der ganzen Hallenrunde bestens zufrieden, weil wir guten Fußball geboten haben“, sagte Co-Trainer Ahmed Ali, diesmal der Chef. „Wir haben aber am Ende nicht mehr unsere normalen Spielabläufe reinbekommen.“

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