Basketball: 2. Bundesliga Pro B
WWU Baskets suchen ordnende Hände in hektischen Momenten

Münster -

Die Spielmacherposition ist zweifellos in dieser Saison die Achillesferse für die WWU Baskets. Das machte sich bei der Niederlage in Oldenburg am Wochenende allerdings erst spät bemerkbar. Denn eigentlich lieferten die Münsteraner 35 Minuten lang eine starke Leistung ab.

Montag, 06.01.2020, 17:16 Uhr aktualisiert: 06.01.2020, 17:56 Uhr
Malcolm Delpeche agierte mit den Baskets bei der Niederlage in Oldenburg am Ende glücklos – und auch an der Freiwurflinie hatte der Center diesmal kein gutes Händchen.
Malcolm Delpeche agierte mit den Baskets bei der Niederlage in Oldenburg am Ende glücklos – und auch an der Freiwurflinie hatte der Center diesmal kein gutes Händchen. Foto: Christina Pohler

Zeit, so hatte Philipp Kappenstein im Vorfeld des Jahresauftakts bei den Junior Baskets Oldenburg gemutmaßt, werde sein auf der Aufbauposition neu aufgestelltes Team noch benötigen, bis ein Rädchen in das andere greift. Dann aber widerlegten die WWU Baskets Münster ihren Trainer, 35 Minuten lang. Und bestätigten ihn in der Schlussphase doch. „Am Ende ist das passiert, was passiert, wenn man noch nicht zu 100 Prozent eingespielt ist. Wir haben die Ordnung verloren“, sagte Kappenstein nach der 68:73-Niederlage, bei der Münster in der zweiten Halbzeit zwei zweistellige Führungen verspielte.

Dabei hatte der Vorjahresvize der 2. Bundesliga Pro B den Gastgeber am Haken, erstaunlich abgeklärt waren die WWU Baskets aufgetreten. „Das war lange unsere beste Leistung der Saison“, erklärte der 40-Jährige. Spiel eins nach Jojo Coopers zweitem Abschied lief – klammert man mal die 16 Offensivrebounds der Oldenburger aus – nach Wunsch. Neuzugang Jasper Günther (20) und José Medina erledigten ihren Job in der Spiel­eröffnung zufriedenstellend, die Wurfquote aus dem Feld (44 Prozent) stimmte im Gegensatz zu der von der Freiwurflinie (27 Prozent) – und in der Defensive arbeitete Münster für den Gegner gewohnt unangenehm. „Wir haben einen super Team-Basketball gespielt“, sagte Kappenstein und schob ein „Aber“ hinterher. „Als wir auf der Siegerstraße waren, hat uns eine klare Linie gefehlt.“

War in der Vergangenheit in den oft engen Schlussminuten Cooper der Mann, der das Heft des Handelns erfolgreich in die Hände nahm, gelang es seinen Nachfolgern nicht, dem Baskets-Spiel eine gewisse Ruhe zu verordnen. Im Gegenteil, Hektik machte sich breit. „Wir haben eine klare Identität und einen klaren Spielstil, beides habe ich lange Zeit gesehen. Nur nicht in der entscheidenden Phase, das müssen wir uns erarbeiten und 40 und nicht nur 35 Minuten gut spielen.“ Mund abputzen und weitermachen – so heißt es im Sportlersprech gerne. „Und genau das werden wir auch machen“, sagt Kappenstein.

Mit einer ausgeglichenen Bilanz geht Münster in den 15. Spieltag, an dem das Schlusslicht TKS 49ers aus Stahnsdorf kommt. In der eng gestaffelten Pro-B-Tabelle ist ein Erfolg im Kampf um eine gute Ausgangsposition für die Playoffs ein Muss, auch um nicht in Gefahr zu geraten, die Ausscheidungsspiele zu verpassen. „Elf Siege brauchen wir, die wollen wir schnell holen“, so Kappenstein. Die ersten 35 Minuten in Oldenburg machen Mut, dass dies bald gelingt.

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