Leichtathletik: Lena Malkus beendet Karriere
Der perfekte Sprung bleibt für Lena Malkus ein Traum

Münster -

Viel erreicht, aber der ganz große Traum blieb Lena Malkus verwehrt. An diesem Donnerstag gab die ehemalige Top-Weitspringerin des SC Preußen Münster ihren Rücktritt vom aktiven Sport bekannt

Donnerstag, 09.01.2020, 16:56 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 17:20 Uhr
Deutsche Meisterin
Deutsche Meisterin Foto: Jürgen Peperhowe

Im Rückblick erscheint die Sportlerinnen-Karriere – so schillernd und erfolgreich sie auch gewesen sein mag – nicht mehr makellos, auch aus eigener Anschauung. „Ich hatte nie den perfekten Sprung“, sagt Lena Malkus. Die Weitspringerin vom SC Preußen, seit Ende 2018 in Hamburg unter Trainer und Hallen-Europarekordler Sebastian Beyer aktiv, hat die Leichtathletik-Szene in Münster und weit darüber hinaus geprägt. Als 17-Jährige wurde sie U-20-Europameisterin, ein Jahr später Vize-Weltmeisterin (U 20), danach Europameisterin in der U-23-Altersklasse. Schon als 18-Jährige sprang Lena Malkus 6,80 Meter. 2015 näherte sie sich in Weinheim bis auf wenige Zentimeter der Sieben-Meter-Marke. Unvergessen: Auf dem Nürnberger Hauptmarkt wurde sie Deutsche Meisterin. Und es sollte höher hinausgehen: 2016 – kurz vor den Spielen in Rio – hatte sie von der Olympiateilnahme nicht nur geträumt, sondern auch eine realistische Chance. Mit einer Bestweite von 6,94 Metern zählte sie zu den Besten ihres Fachs. Und doch kam alles ganz anders. „Das war mein schwerstes Jahr, nicht zu wissen, warum man auf einmal keine Leistung mehr bringt“, sagte sie auf „leichtathletik.de“. Den Traum, einmal die sieben Meter zu springen, all die Trainingsmühen, diesen Traum musste sie ausgerechnet im Olympia-Jahr aufgeben. – Nicht wissend um die Endgültigkeit. Mit 5,95 Metern beendete sie die DM-Konkurrenz in Kassel, Tränen der Enttäuschung flossen damals. Nach über einem Jahr verletzungsbedingter Pause hatte Lena Malkus damals in Kassel ihren letzten Trumpf für Rio ausspielen wollen. Vergeblich, aber irgendwie auch folgerichtig, denn: Erst litt sie unter einer lange nicht richtig erkannten und behandelten Virusinfektion. Dann antwortete ihr Körper auf jeden Trainingsfortschritt mit einem ebenso prompten Rückschlag.

Aufgeben war ihre Sache dennoch nicht, noch nicht. In Hamburg sollte, nach großartigen Jahren mit ihren Trainern Frank und Elke Bartschat, der Tapetenwechsel einen neuen Anfang, ein Comeback bedeuten.

„Es ist schwierig, wenn der Körper immer wieder streikt“, musste die 26-Jährige erkennen. Zuletzt folgte auf Schienbein-Probleme eine Entzündung im Beuger-Ansatz. Am Donnerstag bestätigte Malkus das Aus ihrer sportlichen Karriere: „Ich hätte mir und uns als Team ein Happy End gewünscht“, sagt sie.

Fortan widmet sie sich ihrem Psychologie-Studium an der WWU Münster und bereitet ihre Masterarbeit vor. Auf ihrer Facebook-Seite wirbt sie um Unterstützung zum Thema „Work Life Balance bei hauptamtlichen Trainern“, so der Titel ihrer Arbeit. Ihr Jubelbild als deutsche Meisterin in Nürnberg steht ganz oben auf ihrer Seite.

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