Fußball: 3. Liga
Preußen Münster probt Deckungsansätze und Fünferketten

Delden -

Man bekommt eine leise Ahnung, was Preußen-Spieler Philipp Hoffmann so treibt, wenn er nicht Fußball spielt. Der Offensivmann des Drittligisten beweist im Trainingslager außerordentliches Geschick beim Darts, legt direkt eine 140er-Aufnahme hin. Volltreffer in Serie – so klingen auch die Vorsätze des SC Preußen für den Saisonendspurt.

Donnerstag, 09.01.2020, 19:08 Uhr aktualisiert: 10.01.2020, 13:59 Uhr
Impressionen aus dem Trainingslager: Darts-Genie Philipp Hoffmann, der tägliche Auszug vom Hotel zum Trainingsplatz, und Fachgespräche abseits des Platzes (unten).
Impressionen aus dem Trainingslager: Darts-Genie Philipp Hoffmann, der tägliche Auszug vom Hotel zum Trainingsplatz, und Fachgespräche abseits des Platzes (unten). Foto: Thomas Rellmann

In der Mittagspause gibt’s für die Dienstältesten nur ein Thema. Philipp Hoffmann und Simon Scherder „werfen einen aus“. Darts ist rund um den Jahreswechsel in aller Munde, auch bei den Preußen-Spielern, die sich aktuell im Kurztrainingslager in Delden kurz hinter der niederländischen Grenze auf die Rückserie vorbereiten.

Unser Ziel ist, dass wir fies für jeden Gegner sind.

Trainer Sascha Hildmann

Ein Viertelstündchen vor der Scheibe, um die sich kurz vor dem Mittagessen immer mehr Teamkollegen als Zuschauer oder Gegner versammeln, reicht dann aber auch. Nach einer desaströsen Halbserie ist der Fokus auf die wesentlichen Dinge spürbar. „Keiner ist flapsig oder übermütig, das würde ich auch klar ansprechen“, sagt Trainer Sascha Hildmann. „Die Jungs wirken wissbegierig, wollen die Dinge umsetzen, die wir ihnen mitgeben.“

Deckungsarbeit genießt höchste Priorität

Und das ist eine ganze Menge. Aktuell liegt der Schwerpunkt der Trainingsarbeit logischerweise auf der Deckung. „Es läuft auf eine Dreier- oder Fünferkette hinaus“, sagt der Coach. „Daran feilen wir.“ Ein Wechsel zur die Viererreihe sei sowieso jederzeit möglich, in der ist ja jeder einzelne Akteur ausgebildet worden. „Diese Variante ist für uns ganz spannend.“

Preußen Münster im Trainingslager in Delden (Niederlande)

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3-5-2 oder 3-4-3, so könnte der SCP künftig auflaufen. Problem: Es fehlen Alternativen fürs Zentrum. Nominell verbleiben gerade nur Scherder und Okan Erdogan. Daher helfen Niklas Heidemann oder Ugur Tezel aus, Alexander Rossipal wäre eine andere Option. Ole Kittner soll in ein paar Wochen zurück sein. Dazu idealerweise ein Neuzugang. Der Trainer verweist auf den abwesenden Sportchef Malte Metzelder. Einen Stürmer bräuchte er ja auch noch, zumal Rufat Dadashov mit diversen Wehwehchen ringt.

Pause für Rossipal und Mekonnen

25 Spieler sind mit ins Trainingslager gereist, dazu ein vierköpfiger Trainerstab (Sascha Hildmann, Louis Cordes, Milenko Gilic, Tim Geidies) sowie zwei Physios (Lukas Brüggemann, Matthias Sieme), ein Zeugwart (Helge Dahms) und Teammanager Harald Menzel. Passen musste bisher Alexander Rossipal, den etwas Gelenkflüssigkeit im Fuß quält. „Die Ärzte sagen, es ist etwas exotisch“, so der 23-Jährige. Hildmann hofft, „dass es nicht operativ behandelt werden muss“. Am Donnerstag trat auch Naod Mekonnen (Fußsohlenreizung) kürzer. Er kehrt aber in Kürze zurück.

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Hildmanns Anweisungen kommen klar und deutlich. „Wenn wir diszipliniert und organisiert stehen, ist es für alle schwer, ein Tor zu schießen“, erklärt er, während er sieben Angreifer auf fünf Verteidiger losstürmen lässt. Die Festung hält, die Offensiven bleiben in zahlreichen Versuchen erfolglos. „Unser Ziel ist, dass wir fies für jeden Gegner sind.“ Ein neuer Geist. Vermutlich der einzig sinnvolle im Abstiegskampf. Später unterbricht der Pfälzer, der seinen Assistenten Louis Cordes explizit einbindet, und knöpft sich die Abwehrleute vor. „Im Strafraum müssen wir immer mannorientiert sein, keiner schaut dem Außen beim Flanken zu. Wir müssen den Gegenspieler buchstäblich greifen können.“

Nur Preußen zieht es nicht in den Süden

Alle Liga-Konkurrenten haben in diesem Januar den Weg in die Sonne gewählt. Münster übt auf den beiden Rasenplätzen neben dem schmucken Aparthotel im Nieselregen. „Die Bedingungen sind dennoch super, es ist angenehm ruhig. Ich versuche es positiv zu sehen: In der Meisterschaft müssen wir wieder auf die Äcker. Das ist hier realitätsnäher als in der Sonne.“ Dass vor allem die Finanzen den Weg nach Spanien versperrten, weiß Hildmann. Die Aufbruchstimmung will er sich aber natürlich nicht verbauen.

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Drei Fragen an...

Für Lukas Frenkert ist das Trainingslager in Delden beinahe ein Heimspiel. Schließlich ist der 19-Jährige Ochtruper. Seine Heimatstadt liegt nur gut 20 Minuten entfernt vom Aparthotel, in dem der SCP residiert. Der U-23-Akteur, der innen und außen verteidigen, aber auch Sechser spielen kann, mischt nicht erst seit diesem Jahr munter mit im Training der Profis.
Welchen Wert hat für Sie die Teilnahme am Vorbereitungscamp?
Frenkert: Eine coole Sache, weil ich mich mit richtig guten Leuten messen kann. Ich lerne viel und schnell. Und natürlich nehme ich in so einem Trainingslager von der Atmosphäre unheimlich viel mit.

Wie gut können Sie mit den Kollegen mithalten?
Frenkert: Dadurch, dass ich schon oft mittrainieren durfte, habe ich mich dran gewöhnt und akklimatisiert. Nur anfangs war es eine große Umstellung. Potenzial und Luft nach oben sind aber natürlich noch da.

Hoffen Sie in der Rückserie auf Berufungen in den Drittliga-Kader?
Frenkert: Ich versuche, mir keinen Druck zu machen. Ich warte auf meine Chance und hoffe, dass sie irgendwann kommt. Ich möcht mich erst mal ins Sichtfeld spielen.  

von Thomas Rellmann

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