Volleyball: Bundesliga Frauen
USC geht locker in die Herkulesaufgabe gegen Schwerin

Münster -

Krasser Außenseiter sind die Frauen des USC Münster im Heimspiel gegen den SSC Palmberg Schwerin. Der Spitzenreiter hat seinen luxuriösen Kader vor dem Gastspiel in Westfalen sogar noch um die deutsche Top-Spielerin Louisa Lippmann erweitert.

Freitag, 07.02.2020, 13:30 Uhr aktualisiert: 07.02.2020, 15:15 Uhr
Vier Siege aus fünf Partien feierten (v.l.) Lina Alsmeier, Taylor Nelson, Libera Linda Bock, Ivana Vanjak, Liza Kastrup und Demi Korevaar in diesem Jahr. Nun wartet am Sonntag eine Herkulesaufgabe auf den USC, wenn der Titelkandidat Schwerin gastiert.
Vier Siege aus fünf Partien feierten (v.l.) Lina Alsmeier, Taylor Nelson, Libera Linda Bock, Ivana Vanjak, Liza Kastrup und Demi Korevaar in diesem Jahr. Nun wartet am Sonntag eine Herkulesaufgabe auf den USC, wenn der Titelkandidat Schwerin gastiert. Foto: Jürgen Peperhowe

Drei Stunden Schlaf im Bus, dazu weitere vier Stunden nach der Ankunft um 6 Uhr in Münster im eigenen Bett. Das musste reichen. Schon am Donnerstagmittag kreisten die Gedanken von Trainer Teun Buijs wieder um Volleyball. Die Nachbereitung des 3:1 bei den Roten Raben Vilsbiburg vom Mittwoch sowie die Vorbereitung auf das Duell am Sonntag (14.30 Uhr) mit dem SSC Palmberg Schwerin standen auf seiner To-do-Liste. Doch auch schon ohne großartiges Videostudium war ihm bewusst, was ihn gegen den Tabellenführer erwartet: „Der SSC ist ein Riese.“

Damit übertreibt Buijs, der Schwerin als Meisterschaftskandidaten Nummer eins ausgemacht hat, nicht. Mit den deutschen Nationalspielerinnen Anna Pogany, Denise Hanke, Marie Schölzel und Kimberly Drewniok oder ausländischen Kräften wie Mckenzie Adams, Lauren Barfield (beide USA), Britt Bongaerts, Nicole Oude Luttikhuis (beide Niederlande), Greta Szakmary (Ungarn) oder Beta Dumancic (Kroatien) kann sein Kollege Felix Koslowski auf einen Luxus-Kader bauen, der jüngst noch um ein hochkarätiges Juwel erweitert wurde. Louisa Lippmann kehrte nach ihrem halbjährigen Engagement in Shanghai für die restliche Spielzeit zurück und wird wohl an alter Wirkungsstätte in Münster ihr Bundesliga-Comeback feiern. „Schwerin war schon so sehr stark. Und jetzt kommt auch noch Louisa dazu. Das ist eine unglaublich gute Mannschaft“, sagt Buijs, der mit dem SSC 2012 und 2013 selbst jeweils das Double gewann.

Lange ist es her, im Hier und Jetzt weiß der 59 Jahre alte Niederländer, dass eine Mammutaufgabe auf seine Mannschaft wartet. Nach der Auftaktniederlage gegen die Lib Aachen verließ der deutsche Vizemeister zwölfmal hintereinander (unter anderem 3:0 gegen den USC) das Feld als Sieger und ist dabei 2020 in drei Partien noch ohne Satzverlust – eine beeindruckende Serie, die Münster aber keine Angst einflößt. „Wir haben nichts zu verlieren, sondern nur etwas zu gewinnen. Wir sind der klare Außenseiter“, erklärt Buijs.

Aus dieser Rolle heraus will sich der USC gegen den SSC, der am Donnerstag gegen HPK Hämeenlinna aus Finnland ins Viertelfinale des CEV-Cups einzog, gut präsentieren und den Favoriten ärgern. Dabei verleiht der 3:1-Erfolg in Vilsbiburg den Unabhängigen neuen Schwung – und auch die Erinnerung an den 3:2-Coup zum Jahresauftakt beim amtierenden Titelträger Allianz MTV Stuttgart gibt zusätzlich Selbstvertrauen.

Auch wenn die Grün-Weißen an den guten Auftritt vom Mittwoch in Niederbayern anknüpfen, bleibt es für die zuletzt starke Libera Linda Bock und Co. eine Herkulesaufgabe, die Münster zumindest mit der nötigen Lockerheit angehen kann. Druck dürften die USC-Damen anders als gegen den Tabellenvorletzten SW Erfurt nicht verspüren. Und irgendwann, so viel ist sicher, reißt ja jede Serie mal.

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