Fußball: 3. Liga
Stolperfalle Preußen Münster? – Samstag beim KFC Uerdingen

Münster -

Für den SC Preußen geht die Reise am Samstag zum KFC Uerdingen. Zumindest auf dem Papier. Gespielt wird in der Spielstätte von Fortuna Düsseldorf. Die altehrwürdige Grotenburg-Kampfbahn entspricht nicht den Sicherheitsstandards.

Montag, 17.02.2020, 18:44 Uhr aktualisiert: 18.02.2020, 10:17 Uhr
Manager des KFC: Stefan Effenberg (r.) mit Geschäftsführer Nikolas Weinhart.
Manager des KFC: Stefan Effenberg (r.) mit Geschäftsführer Nikolas Weinhart. Foto: imago-images

Die Innenansicht der Merkur-Spiel-Arena in Düsseldorf kann verwirren. Dadurch, dass das Fußballstadion so bunt bestuhlt ist, fällt es schwer, die Zuschauermenge zu erraten. Selbst wenn kein Mensch dasitzt, kommt es einem vor, als ob das Stadion besucht sei. Immerhin 51.500 Menschen passen in die Spielstätte von Fortuna Düsseldorf, bei Konzerten sogar rund 66.000.

Nun nutzt auch Drittligist KFC Uerdingen genau diesen Spielort für seine Heimpartien, weil die Grotenburg-Kampfbahn nicht einmal rudimentär den Sicherheitsstandards entspricht und auch in Duisburg keine dauerhafte Zuflucht gefunden wurde. Am Samstag (14 Uhr) also, wenn der SC Preußen Münster zu Gast ist, werden sich geschätzt mal rund 3000 Besucher in dieser für WM-Spiele tauglichen Arena verlaufen. Es wird wohl von den Preußen-Anhängern abhängen, ob der saisonale Schnitt von 3375 übertroffen wird. Mit 500 bis 600 Münsteranern wird im Düsseldorfer Stadtteil Stockum gerechnet.

Uerdingen hat sportlich Fahrt aufgenommen

Glücklich ist man beim KFC nicht, seit dem Aufstieg in die 3. Liga nicht daheim antreten zu können. Schlimmer noch: Gelingt dem aktuellen Tabellensechsten noch der Aufstieg, hätte Uerdingen immer noch keine richtig Heimstatt. Aber Uerdingen taugt sowieso für kein Raster in der 3. Liga.

Aufstieg? Möglich.

Lizenzentzug? Die Gefahr besteht.

Klassenverbleib? Könnte auch sein.

Alles geht irgendwie. Zuletzt ploppte in der „Bild“-Zeitung auf, dass der Verein vor einer Zwangsvollstreckung oder auch Kontopfändung stehen würde. Berater-Provisionen sowie Gehälter des entlassenen Trainers Michael Wiesinger sollen nicht bezahlt worden sein, in der Summe ein sechsstelliger Betrag. Bereinigt der Verein die Situation nicht, dann dürfte das im schlimmsten Fall Konsequenzen bei der Lizenzerteilung 2020/21 bedeuten.

SC Preußen Münster – KFC Uerdingen

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  • Gleich mehrere Preußen-Spieler zeigen sich unzufrieden mit einer Entscheidung von Schiedsrichter Robert Kampka.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Uerdingens Jean-Manuel Mbom geht zu Boden.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Ex-Preuße Adriano Grimaldi im Duell mit Simon Scherder.

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  • Ergraut: Kevin Rodrigues Pires.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Uerdingens Jean-Manuel Mbom setzt sich durch.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Münsters aserbaidschanischer Nationalspieler Rufat Dadashov in Aktion.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Uerdingens Jan Kirchhoff wird von Fridolin Wagner und Julian Schauerte bedrängt.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Julian Schauerte kämpft ums runde Leder.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Sehen Sie im Folgenden zahlreiche weitere Impressionen des Spiels.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
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  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe
  • Foto: Jürgen Peperhowe

Dabei hat der KFC Uerdingen sportlich Fahrt aufgenommen. Seitdem Ex-Nationalspieler Stefan Effenberg als Manager mit das Sagen hat, er trat Anfang Oktober an, verbesserte sich der Verein von Rang 16 und mit acht Zählern Rückstand auf einen Aufstiegsrang nun auf Platz sechs. Nur noch fünf Punkte fehlen bis Rang zwei. Effenberg mit Teamchef Stefan Reisinger sowie dem offiziellen Coach Daniel Steuernagel schnuppern an der 2. Bundesliga. Die Preußen sollen da nicht zur Stolperfalle werden.

Im Zentrum steht Geldgeber Energy Consulting Europe

Dass Uerdingen oben dran ist, ist in Anbetracht der fehlenden Heimspiele und des dürftigen Zuschauerschnitts schon eine Leistung. Natürlich wurde in der Winterpause auf dem Transfermarkt zugelangt, unter anderem mit Rijad Kobiljar (Rudar Velenje/Slowenien) oder Edvinas Girdvainis (Rigas FS/Letland). Den Ex-Preußen Tobias Rühle zog es dagegen nach einer halben Saison zum Regionalligisten SSV Ulm. Oliver Steurer heuerte in Münster an.

Doch im Zentrum steht vor allem Geldgeber und Mäzen Mikhail Ponomarev mit seiner Firma Energy Consulting Europe. Der stieg zuletzt nach einer Schlammschlacht als Sponsor des Eishockey-Clubs Krefelder Pinguine aus. Bei der Düsseldorfer EG (Eishockey) und auch bei Fortuna Düsseldorf (Fußball) war der russische Geschäftsmann auch schon als Sponsor aktiv, Anfang 2019 wurde Ponomarev beim 1. FC Kaiserslautern als „Heilsbringer“ gehandelt, von einem 30-Millionen-Euro-Investment war die Rede. Aber der KFC ist sein Ding.

Im Hier und Jetzt ist Ponomarev seinem Ziel 2. Bundesliga recht nah gekommen. Turbulenzen hin oder her. Und ob am Samstag 33.375 oder 375 Zuschauer im ehemaligen Düsseldorfer Rheinstadion sitzen werden, der KFC will diese Partie gegen Münster unbedingt gewinnen. Ist ja kein Glücksspiel in der Merkur-Spiel-Arena, oder?

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